Gesundheit

Berner Forscher entdecken Alternative zu Antibiotika

02.11.14, 21:10 03.11.14, 11:38

Ein internationales Forscherteam unter Berner Leitung hat eine Substanz entwickelt, um bakterielle Infektionen ohne Einsatz von Antibiotika zu behandeln. Die Forscher hoffen, dass damit künftig Antibiotika-Resistenzen vermieden werden können.

Das Forscherteam verweist auf die Weltgesundheitsorganisation WHO, die vor dem weltweiten Vormarsch solcher Resistenzen warne. Ist eine Person gegen Antibiotika resistent, können auch simple Infektionen wie etwa Lungenentzündungen tödlich enden.

Die Forscher unter der Leitung von Eduard Babiychuk und Annette Draeger vom Institut für Anatomie der Universität Bern haben nun nach eigenen Angaben mit Liposomen eine Art Schutzschild entwickelt. Dieser fängt die von den Bakterien ausgestossenen Giftstoffe ein, wie aus einer Mitteilung der Universität Bern hervorgeht.

«Wir haben einen unwiderstehlichen Köder für bakterielle Toxine kreiert. Darum attackieren sie die Liposomen und werden dort gezielt eingefangen und unschädlich gemacht, ohne dass sie Schaden an unseren Körperzellen anrichten können», wird Studienleiter Babiychuk in der Mitteilung zitiert.

Da sich die Wirkung der Liposomen nicht gegen die Bakterien selber richtet, können nach Angaben der Forscher auch keine Resistenzen entstehen.

Erste Tierversuche erfolgreich

Mäuse, die im Tierversuch mit diesen Liposomen behandelt wurden, überlebten laut Ko-Studienleiterin Draeger eine sonst tödliche Blutvergiftung. Die Studie wurde am Sonntag in der Fachzeitschrift «Nature Biotechnology» publiziert.

Der neue Wirkstoff ist von der Technologietransfer-Organisation Unitectra Bern, der auch die Universitäten Basel und Zürich angeschlossen sind, zum Patent angemeldet worden.

Die neue Substanz wird laut Mitteilung als Medikament von der Genfer Biotechfirma Lascco weiterentwickelt und für die klinischen Studien und die Anwendung am Menschen vorbereitet.

Eine erste klinische Studie mit Patienten, die an einer schweren Lungenentzündung durch Streptokokken leiden, ist nach Angaben des Forscherteams derzeit in Planung. (sda)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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