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Wegen Korruption: In Guatemala fordern Tausende den Rücktritt des Präsidenten

Eine gewaltige Masse ging in Guatemala auf die Strasse, um gegen den Präsidenten zu demonstrieren.
Eine gewaltige Masse ging in Guatemala auf die Strasse, um gegen den Präsidenten zu demonstrieren.Bild: EPA/EFE

Wegen Korruption: In Guatemala fordern Tausende den Rücktritt des Präsidenten

17.05.2015, 07:5017.05.2015, 08:55

Tausende Menschen haben in Guatemala am Samstag erneut gegen Korruption protestiert und den Rücktritt von Präsident Otto Pérez gefordert. Die Demonstranten versammelten sich zum Lärm von Pfeifen und Trommeln friedlich auf dem zentralen Platz der Hauptstadt.

Sie verlangten eine Reform der Regierung, um undurchsichtigen Finanztransaktionen ein Ende zu setzen. Die Organisatoren schätzten die Zahl der Teilnehmer in der Hauptstadt auf 40'000, auch in 13 der 22 Departements des zentralamerikanischen Landes gab es Presseberichten zufolge am Samstag Protestkundgebungen.

Korruptes Netzwerk

Auslöser der Proteste war ein Korruptionsskandal, der Mitte April von der Staatsanwaltschaft und der UNO-Kommission für die Reform der Justiz in Guatemala Cicig aufgedeckt worden war. Laut den Ergebnissen der achtmonatigen Ermittlungen existierte ein Korruptionsnetzwerk, das von dem Privatsekretär von Vizepräsidentin Roxana Baldetti geleitet wurde.

Diese versicherte, nichts von den Machenschaften ihres Sekretärs Juan Carlos Monzón gewusst zu haben, trat am 8. Mai aber dennoch zurück. Am Donnerstag wurde sie durch Alejandro Maldonado ersetzt. Monzón ist seinerseits auf der Flucht. Im Zuge der Ermittlungen wurden mehrere Beamte festgenommen.

Die Demonstranten am Sonntag zeigten sich überzeugt, dass Vizepräsidentin Baldetti und Präsident Pérez von dem Korruptionsnetzwerk gewusst haben müssen. «Das Ziel dieses Marsches ist, dass alle Korrupten vor Gericht gestellt werden», sagte ein mit einem schwarzen Tuch vermummter Student. «Die Demonstrationen werden weitergehen, bis der Präsident zurücktritt.» Sie hätten genug von der Korruption in Guatemala und würden «nicht länger schweigen», sagte der Student. (feb/sda/afp)

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