US-Grenzbehörde lässt Prototypen für Grenzmauer zu Mexiko fertigen

01.09.17, 01:56

Trotz der noch ungeklärten Finanzierung treibt die US-Regierung das Vorhaben einer Mauer an der Grenze zu Mexiko voran. Die US-Grenzschutzbehörde CBP teilte am Donnerstag mit, sie habe vier Unternehmen damit beauftragt, Prototypen aus Stahlbeton herzustellen.

Die bis zu neun Meter hohen Mauerabschnitte sollen demnach mit «Anti-Kletter»-Vorrichtungen versehen sein, damit unerwünschte Einwanderer sie nicht heimlich überwinden können.

Die ausgewählten Firmen hatten an einer im März gestarteten Ausschreibung teilgenommen und haben allesamt ihren Sitz in den USA. Sie sollen ihre Prototypen im Herbst in der Region von San Diego in Kalifornien errichten, die Kosten belaufen sich auf zwischen 400'000 und 500'000 Dollar pro Mauerabschnitt.

In einer gesonderten Ausschreibung hatte die US-Regierung dazu aufgerufen, Prototypen aus anderen Materialien als Beton anzubieten. Das Ergebnis dieser Ausschreibung soll kommende Woche vorgestellt werden.

Kosten von gegen 20 Milliarden Dollar

Allerdings ist die Finanzierung der Mauer noch nicht gesichert, und wegen eines heftigen Streits im US-Kongress um den Staatshaushalt könnte US-Präsident Donald Trump auch im kommenden Jahr ohne Geld für das Projekt dastehen.

Die Regierung hatte für das am 1. Oktober dieses Jahres beginnende Haushaltsjahr 2018 ein Budget von 1.8 Milliarden Dollar vorgeschlagen, um mit dem Mauerbau zu beginnen. Insgesamt dürfte das Projekt 20 Milliarden Dollar kosten. Trump will den Grossteil der Kosten Mexiko auferlegen, was die dortige Regierung kategorisch ablehnt.

Der Bau einer Mauer an der 3200 Kilometer langen Grenze zu Mexiko ist eines der zentralen Wahlversprechen Trumps. Der US-Präsident will damit die illegale Einwanderung aus dem Süden stoppen.

Am Sonntag sagte Trump, der Kongress müsse einen Weg für die Finanzierung finden. Er drohte damit, im Streit um Haushaltsmittel notfalls einen Regierungsstillstand in Kauf zu nehmen, um die Finanzierung des Baus zu sichern. (sda/afp)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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