Wirtschaft
Schweiz

UBS setzt Parlament unter Druck: KKS kritisiert aggressives Lobbying

UBS setzt Parlamentarier unter Druck: KKS kritisiert aggressives Lobbying

Parlamentarier stehen laut Finanzministerin Karin Keller-Sutter durch die UBS im Zusammenhang mit der Bankenregulierung unter Druck.
28.04.2026, 07:1728.04.2026, 07:17

Ein so starkes Lobbying eines privaten Akteurs sei in der Schweiz eher unüblich, sagte sie im Interview mit dem «Blick».

Bundesraetin Karin Keller-Sutter spricht waehrend einer Medienkonferenz des Bundesrates zur Aenderung des Bankengesetzes (Eigenkapitalunterlegung auslaendischer Beteiligungen im Stammhaus von systemre ...
Karin Keller-Sutter findet das Vorgehen der UBS fragwürdig.Bild: keystone

«Ich höre von Parlamentariern, die fürchten, dass die UBS die Zuwendungen an ihre Partei reduzieren könnte», sagte die Bundesrätin. Weiter erklärte sie:

«Man kann unterschiedliche Meinungen haben. Es entspricht aber nicht dem gängigen Stil, dass man so dezidiert gegen unsere Institutionen antritt.»

Das Parlament habe sich intensiv mit der Aufarbeitung der Credit Suisse-Krise befasst, auch im Rahmen einer Parlamentarischen Untersuchungskommission. Viele seien inhaltlich mit den Zielen des Bundesrates einverstanden, doch der Druck sei für das Parlament nicht einfach. Die vorgeschlagenen Massnahmen zur Bankenregulierung seien das Ergebnis einer gründlichen Analyse des Zusammenbruchs der Credit Suisse und zielten darauf ab, bestehende Lücken zu schliessen.

Der Bundesrat habe seine Verantwortung wahrgenommen, nun sei das Parlament am Zug. «Am Ende des Tages geht es darum, welche Interessen sich durchsetzen: jene der Steuerzahlenden oder jene der UBS», sagte Keller-Sutter weiter.

Die UBS wehrt sich seit längerem gegen die von ihr als «unverhältnismässig» bezeichneten Verschärfungen der Kapitalvorschriften. Unterstützung erhielt sie von Banken- und Wirtschaftsverbänden wie auch von Banken-Standortkantonen und bürgerlichen Parteien. (sda)

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P.Rediger
28.04.2026 07:33registriert März 2018
Ein Klumpenrisiko wie es im Buche steht, für den Staat als solches und scheinbar auch für gewisse Parteien. Höchste Zeit, dass man das ändert. Schade ist noch immer kein Gesetzt betreffend Offenlegung der Parteispenden in Kraft. Aber ich nehme an die FDP und die SVP dürften wohl am meisten unter Druck sein, was Spenden von der UBS anbelangt.
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Etniesoph
28.04.2026 07:43registriert Januar 2018
Ach! Plötzlich ist man doch gegen das Lobbying? Seltsam. Aber wahrscheinlich nur von kurzer Dauer. Sobald ein Verwaltungsratsmandat winkt ist man wieder zufrieden. Stopp dem Lobbyismus!
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slash_
28.04.2026 07:45registriert Juni 2017
Der Bundesrat um KKS macht alles richtig. Die UBS gehört reguliert. Es kann nicht sein, dass Private verdienen, der Staat aber retten soll. Wenn sie mich fragen, dürfte die Regulierung durchaus noch stärker sein. Ein derartiges Klumpenrisiko ist nicht einfach zu handhaben, daher müssen Sicherheiten her.
Jeder Parlamentarier, der sich dem Lobbying der UBS bückt, gehört nicht wiedergewählt. Das wäre ja grundsätzlich Verrat am Volk.
Es wird spannend werden. Viele Bürgerliche werden der UBS den Rücken decken. Leider.
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