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Nordkorea

China warnt: Nordkorea soll 20 Atombomben besitzen

Hat Nordkorea mehr Atomwaffen als erwartet?
Hat Nordkorea mehr Atomwaffen als erwartet?Bild: KCNA/REUTERS

China warnt: Nordkorea soll 20 Atombomben besitzen

Nordkorea prahlt gern mit militärischer Stärke. Doch es ist unklar, was dran ist an den vollmundigen Behauptungen von Diktator Kim Jong Un. Nun berichtet eine US-Zeitung: Das Land könnte über mehr Atomsprengköpfe verfügen als bislang vermutet.
23.04.2015, 13:4623.04.2015, 14:03
Ein Artikel von
Spiegel Online

China hat nach Angaben der Zeitung «Wall Street Journal» vor einer wachsenden Zahl nordkoreanischer Atomwaffen gewarnt. Pjöngjang könnte nach Einschätzung chinesischer Experten bereits über 20 Sprengsätze verfügen, berichtete das Blatt unter Berufung auf US-Experten. Diese hatten kürzlich mit chinesischen Vertretern hinter verschlossenen Türen beraten. Nordkorea verfüge zudem über die Fähigkeit, genügend atomwaffenfähiges Uran anzureichern, um das Arsenal voraussichtlich bis zum kommenden Jahr zu verdoppeln.

Nordkorea könne im Land offenbar mehr Uran anreichern als bisher angenommen, zitierte das Blatt den Wissenschaftler Siegfried Hecker von der Stanford University. Hecker hatte an dem Gespräch teilgenommen. Ein nordkoreanisches Nukleararsenal würde nach seiner Einschätzung Verhandlungen mit dem Westen erheblich erschweren.

Bis zu 100 Bomben in fünf Jahren

Erst im Februar hatte das U.S.-Korea Institute (USKI) der renommierten Johns Hopkins School of Advanced International Studies in Washington vor schnellen Fortschritten Nordkoreas bei der nuklearen Aufrüstung gewarnt. Im schlimmsten Fall, hiess es, könnte sich Pjöngjangs Atomarsenal binnen fünf Jahren auf 100 Bomben nahezu verzehnfachen.

Jetzt auf

Andere Experten wiederum halten Pjöngjangs Drohungen und Waffen-Inszenierungen für nicht viel mehr als politisch motivierten Bluff. Mitunter könne Nordkorea nicht einmal überzeugende Attrappen bauen. Zudem müssten Raketen – und nuklear bewaffnete ganz besonders – in zahlreichen Tests erst noch ihre Zuverlässigkeit beweisen.

(nik/dpa/afp)

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