«Er ist verrückt»: Marjorie Taylor Greene kritisiert Trump nach Ausraster scharf
Die frühere republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene hat am Ostersonntag US-Präsident Donald Trump scharf auf der Plattform X kritisiert, nachdem dieser mit Angriffen gegen den Iran gedroht hatte. Greene schrieb, Trump sei «wahnsinnig» und «kein Christ» und rief Mitglieder seiner Regierung zum Eingreifen auf.
Auslöser für ihren Beitrag war ein Post von Trump auf seiner Plattform Truth Social, in dem er Iran massiv drohte. Darin drohte er Militärschläge gegen die iranische Infrastruktur an. Wörtlich schrieb Trump:
Nur kurze Zeit später veröffentlichte Greene einen Screenshot des Beitrags von Trump und schrieb dazu, alle Christen in Trumps Umfeld müssten «auf die Knie fallen und Gott um Vergebung bitten» und aufhören, den Präsidenten zu «verehren». Trump sei «verrückt geworden», und wer ihn unterstütze, mache sich «mitschuldig».
Streit über Krieg und Ölroute
Hintergrund ist die angespannte Lage im Nahen Osten. Trump hatte Iran zuvor ein Ultimatum gestellt, die wichtige Schifffahrtsroute durch die Strasse von Hormus binnen 48 Stunden freizugeben. Durch die Meerenge wird ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels transportiert, Einschränkungen haben zuletzt die Energiepreise steigen lassen.
Greene schrieb in ihrem Post auf X, sie verteidige den Iran nicht, man müsse aber «ehrlich» auf die Lage schauen. Die Strasse von Hormus sei geschlossen, weil die USA und Israel «einen unprovozierten Krieg» begonnen hätten – begründet mit angeblichen Atomdrohungen. Israel verfüge selbst über Atomwaffen und könne sich verteidigen, ohne dass die USA eingreifen müssten, so Greene.
Die aktuellen Entwicklungen im Krieg im Ticker:
Bruch mit Trump
Greene galt lange als eine der lautstärksten Unterstützerinnen Trumps und profilierte sich als zentrale Figur seines MAGA-Lagers. In den vergangenen Monaten geriet sie jedoch mehrfach offen mit ihm aneinander – insbesondere wegen seiner Zustimmung zu Militärschlägen gegen Iran und weiterer politischer Entscheidungen.
Nach diesem Zerwürfnis entzog Trump ihr im November die Unterstützung, Greene zog sich kurz darauf aus dem Kongress zurück.
Religiöse Abrechnung
Besonders ungewöhnlich nun der Ton ihrer Kritik an Trump. Greene argumentierte ausdrücklich religiös und verwies auf die Lehren Jesu, der zur Vergebung aufgerufen habe – auch gegenüber Feinden. Trump hingegen sei «kein Christ», seine Politik dürfe daher nicht unterstützt werden. Christen in der Regierung sollten stattdessen auf Frieden drängen und eine weitere Eskalation verhindern.
Greene warf dem Präsidenten zudem vor, mit seiner Iran-Politik zentrale Versprechen an die Wähler zu brechen und unschuldige Menschen zu gefährden. Seine jüngsten Aussagen schadeten «dem iranischen Volk», das er eigentlich habe befreien wollen, und widersprächen dem politischen Kurs, für den viele seiner Anhänger gestimmt hätten. «Das macht Amerika nicht wieder gross, das ist böse», schrieb sie.
Verwendete Quellen:
- x.com: Former Congresswoman Marjorie Taylor Greene
- thehill.com: "Marjorie Taylor Greene rails against ‘insane’ Trump after Easter Iran threat" (englisch)

