Schweiz
Gesellschaft & Politik

Die Jungen sind gar nicht so stimmfaul, wie wir gemeint haben

Kritik an der Vox-Analyse

Die Jungen sind gar nicht so stimmfaul, wie wir gemeint haben

13.04.2014, 02:0513.04.2014, 13:37

Seit einer Woche sorgt die Zahl für hitzige Diskussionen: Nur gerade 17 Prozent aller Stimmberechtigten der Altersgruppe zwischen 18 und 30 Jahren hätten an der Abstimmung über die SVP-Zuwanderungs-Initiative teilgenommen. So vermeldete es die von der Uni Genf und dem Meinungsforschungsinstitut GfS Bern von Claude Longchamp gemeinsam erstellte Vox-Analyse. 

Diese Zahl ist gemäss der «NZZ am Sonntag» deutlich zu tief. Das belegen Daten aus den Kantonen Genf und Neuenburg sowie aus der Stadt St. Gallen. In allen drei Orten betrug die Stimmbeteiligung der Jungen über 40 Prozent; bei den 18- und 19-jährigen sogar bis über 45 Prozent. Dies berichtet die Zeitung unter Berufung auf offizielle Angaben der Statistikbehörden, die auf anonymisierten Auswertungen der Stimmregister beruhen. 

Den 17 Prozent in der Vox-Analyse liegen 200 Befragungen über Festnetztelefonie von Stimmbürgern unter 30 Jahren zugrunde. Laut Longchamp sind allerdings bloss 100 Befragungen nötig, um Aussagen zu einer Teilgruppe machen zu können. Gleichwohl wird jetzt aus der Wissenschaft deutliche Kritik an den Autoren der Vox-Analyse laut. Die angebliche Stimmbeteiligung von lediglich 17 Prozent bei den Jungen sei «sehr wahrscheinlich falsch», schreiben der Zürcher Politologieprofessor Marco Steenbergen und sein Assistent Kushtrim Veseli in einer Stellungnahme laut «NZZ am Sonntag». 

Auch die Aussage, dass die Zahl der stimmabstinenten Jungen ansteige, bestreiten sie. Die Höhe der Beteiligung schwanke zwar je nach Abstimmungsvorlage stark, doch weise sie «auf keinen Fall einen sinkenden Beteiligungs-Trend auf». Die Wissenschafter stellen fest: «Etwas muss bei der Befragung schiefgelaufen sein.» (rey)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Mängel bei jedem vierten Elektrogerät – Tiefe Preise als Warnsignal
Bei Kontrollen des Bundes ist letztes Jahr jedes vierte Elektrogerät durchgefallen. Das Starkstrominspektorat verhängte 65 Verkaufsverbote und leitete Produktrückrufe ein. Betroffen waren unter anderem Leuchten und Ladegeräte.
Das Eidgenössische Starkstrominspektorat (Esti) überprüfte im Jahr 2025 insgesamt rund 1000 elektrische Erzeugnisse, wie die Behörde am Montag mitteilte. Die Kontrollen fanden stichprobenweise und risikobasiert statt, sowohl im Online-Handel als auch in Verkaufsstellen, bei Herstellern und auf Messen.
Zur Story