Schweiz
Asylgesetz

Aargau prüft Asylzentrum für minderjährige Flüchtlinge

Ähnliche Integrations-Pilotversuche im Wallis: Familie Christen hat den Eritreer Morad Essa bei sich aufgenommen.
Ähnliche Integrations-Pilotversuche im Wallis: Familie Christen hat den Eritreer Morad Essa bei sich aufgenommen.Bild: KEYSTONE

Aargau prüft Asylzentrum für minderjährige Flüchtlinge

Für junge Asylsuchende gibt es keine speziellen Unterkünfte. Heute leben Jugendliche in Männerunterkünften – nun reagiert der Kanton mit Sofortmassnahmen. von Fabian Hägler 
19.04.2015, 09:1419.04.2015, 09:23
 Fabian Hägler / aargauer zeitung
Ein Artikel von
Aargauer Zeitung

Eigentlich ist die Casa Torfeld in Buchs ein Erstaufnahmezentrum. Dort werden Asylbewerber untergebracht, bis ein Platz in einer Unterkunft im Kanton gefunden ist. In der Casa Torfeld leben aber auch unbegleitete minderjährige Asylbewerber, also Kinder und Jugendliche, die ohne Familie auf der Flucht sind. 

Dies bestätigt Balz Bruder, persönlicher Mitarbeiter der grünen Sozialdirektorin Susanne Hochuli, nach einem Beitrag des Westschweizer Fernsehens. «Derzeit leben rund 80 minderjährige Flüchtlinge im Aargau – einige in Buchs und anderen Asylzentren, rund ein Drittel extern bei einem Drittanbieter, bei Verwandten oder in Pflegefamilien.» 

Suche nach geeigneten Wohnformen für Jugendliche

Nun schlägt die Regierung vor, dass minderjährige Flüchtlinge, die nicht in Pflegefamilien oder bei Verwandten platziert sind, «in einer auf ihre Bedürfnisse ausgerichteten Einrichtung untergebracht und von Fachleuten betreut werden». Über die nötige Gesetzesänderung muss der Grosse Rat entscheiden. 

Jetzt auf

Zudem ergreift der Kanton Sofortmassnahmen, die ohne Parlamentsbeschluss realisiert werden können: Geplant sind Verbesserungen bei der Unterbringung der jungen Asylbewerber in möglichst konfliktfreien Umfeldern, mehr Plätze bei externen Anbietern von geeigneten Wohnformen und eine bessere Betreuung. Konkret sollen Fachpersonen vermehrt auf die Flüchtlinge zugehen, die bisher oft keine direkten Ansprechpersonen gehabt hätten, sagt Bruder. 

Sollen separate Unterkunft für minderjährige Asylbewerber geschaffen werden?
An dieser Umfrage haben insgesamt 42 Personen teilgenommen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
«Er wollte sie vernichten»: Strafgericht sprich Mann des Mordes an seiner Frau schuldig
Der 44-jährige Mann, der im Februar 2024 seine Ehefrau in Binningen getötet hat, muss 15 Jahre ins Gefängnis. So urteilt das Baselbieter Strafgericht. Fest steht dies allerdings nicht: Das Urteil wird mit grosser Wahrscheinlichkeit weitergezogen.
Mit dem Binninger Mord hat das Baselbieter Strafgericht ein Delikt beurteilen müssen, das weit über die Region hinaus Betroffenheit auslöste und selbst erfahrene Richter an Grenzen führte: «So etwas war in der Schweiz bislang Fiktion», sagte Gerichtspräsident Daniel Schmid am Mittwoch zu Beginn der rund drei Stunden dauernden Urteilsbegründung. Das Delikt habe «unser aller Realität verändert», fügte er an und unterstrich damit die gesellschaftliche Bedeutung des Prozesses.
Zur Story