Fünf Kündigungen bei «Berner Zeitung», Einigung in der Westschweiz

Publiziert: 21.10.16, 21:16

Die «Berner Zeitung» (BZ) muss sparen und baut in der Redaktion und Produktion 3.4 Vollzeitstellen ab. Bei zwei Westschweizer Titeln konnte der Abbau in den Redaktionen nach harten Verhandlungen leicht verringert werden.

Fünf BZ-Mitarbeitende erhielten die Kündigung, sagte Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer am Freitagabend auf Anfrage. Er bestätigte damit eine Meldung von persoenlich.com. Zwei von ihnen werde eine vorzeitige Pensionierung angeboten.

Das Personal wurde am Nachmittag informiert. Dabei seien rund 30 «kleinere und grössere Einzelmassnahmen» bekannt gegeben worden, erklärte Zimmer. Dazu gehörten unter anderem freiwillige Pensenreduktionen, die Neuverhandlung von Agenturverträgen, die Reduktion von Spesen oder die «Verschlankung» von Produktionsabläufen.

Schaden begrenzt

Grund für das Sparprogramm sind laut Zimmer die rückläufigen Werbeeinnahmen in der gesamten Zeitungsbranche. Aus diesem Grund hatte Tamedia bereits Ende September bei zwei ihrer Westschweizer Titeln den Abbau von 31 Stellen angekündigt. Insgesamt hätten 24 Mitarbeitende entlassen werden sollen.

Nach dreiwöchigen Verhandlungen kam es am Freitag schliesslich zu einer Einigung zwischen Tamedia und den beiden Redaktionskommissionen. Dabei erreichten die Redaktionen, dass vier Personen weniger entlassen werden als ursprünglich geplant.

Ausserdem einigten sich die Verhandlungspartner auf einen Sozialplan für die Mitarbeitenden, die die Unternehmen Ende November verlassen müssen. Einen von den Redaktionen geforderten Abbaustopp habe Tamedia zurückgewiesen, hiess es in einer Mitteilung der Redaktionen.

Der Direktor von Tamedia Publications romandes, Serge Reymond, lobte in einem gemeinsamen Communiqué mit der Gewerkschaft impressum den sozialen Dialog. Mit der Einigung könne das neue Konzept umgesetzt werden, und die Betroffenen erhielten die besten Chancen für einen Neuanfang.

Gewerkschaft: Personal «am Anschlag»

Die Gewerkschaften und die Redaktionsvertreter begrüssten die Einigung zwar als «akzeptabel». Doch sie kritisierten weiterhin die Sparmassnahmen und die «unverhältnismässige und ungerechtfertigte Zahl der Entlassungen».

Dazu komme, dass Tamedia als Konzern «bei bester finanzieller Gesundheit» sei, nachdem er im letzten Jahr einen Rekordgewinn von 334 Millionen Franken eingefahren habe, hiess es bei Syndicom. Umso skandalöser seien die neu angekündigten Entlassungen bei der «Berner Zeitung». (sda)

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