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Justiz

Es wird eng für Otto Pérez: Hauptverdächtiger belastet Guatemalas Ex-Präsidenten schwer

Otto Pérez Molina inmitten von Polizisten vor Gericht.
Otto Pérez Molina inmitten von Polizisten vor Gericht.
Bild: Moises Castillo/AP/KEYSTONE

Es wird eng für Otto Pérez: Hauptverdächtiger belastet Guatemalas Ex-Präsidenten schwer

Einer der Hauptverdächtigen im Korruptionsskandal um Guatemalas Ex-Präsidenten Otto Pérez hat den zurückgetretenen Staatschef schwer belastet. «In dieser Regierung geschah nichts ohne das Wissen und Wollen von Präsident Pérez und Vizepräsidentin Roxana Baldetti.»
06.10.2015, 01:0406.10.2015, 04:56

Das sagte Baldettis ehemaliger Sekretär Juan Carlos Monzón am Montag bei einer Anhörung vor Gericht. Er war monatelang auf der Flucht und hatte sich schliesslich den Behörden gestellt. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft Monzón Bestechlichkeit, Betrug und Bildung einer kriminellen Vereinigung vor.

Am Montag bat er um Schutz für sich und seine Familie. «Sie haben immer noch Mittel und Wege, um mich zum Schweigen zu bringen», sagte er über seine früheren Vorgesetzten.

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Monzón soll den Korruptionsring «La Línea» geführt haben. Die Gruppe aus Politikern und Unternehmern ermöglichte es Firmen, gegen Schmiergeldzahlungen Waren am Zollamt vorbei ins Land einzuführen. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Internationalen Kommission gegen Straffreiheit (Cicig) flossen allein zwischen Mai 2014 und April 2015 mindestens 3.7 Millionen US-Dollar an Bestechungsgeldern.

Pérez und Baldetti waren wegen der Enthüllungen zurückgetreten und sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft. Insgesamt wird im Zusammenhang mit «La Línea» gegen 40 Personen ermittelt.

Roxana Baldetti.
Roxana Baldetti.
Bild: EPA/EFE

Bereits vor Wochenfrist hatte der ebenfalls angeklagte Unternehmer Salvador Estuardo González Álvarez den Ex-Präsidenten schwer belastet. Álvarez führte ein Netz aus Tarnfirmen und war nach eigener Aussage für die Verteilung der Bestechungsgelder verantwortlich. Pérez und seine Stellvertreterin Baldetti hätten die Hälfte der Schmiergelder erhalten. (dwi/sda/dpa)

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