ORF nimmt Film über Natascha Kampusch aus dem Programm
Der österreichische Sender ORF strahlt die Doku über Natascha Kampusch vorerst nicht aus. Grund seien unterschiedliche Auffassungen betreffend die Persönlichkeitsrechte von Natascha Kampusch, wie der Sender mitteilt.
Zum 20. Jahrestag ihrer Selbstbefreiung wächst das internationale Medieninteresse erneut stark. Doch die Familie hat beschlossen, behutsam über den Gesundheitszustand der 38-Jährigen zu informieren. Denn nach Aussage ihrer Familie ist Natascha Kampusch aktuell psychisch stark geschwächt: «Jeder weiss, wie Natascha früher vor der Kamera gesprochen hat. Das gibt es jetzt überhaupt nicht mehr. Sie ist meist in einer eigenen Welt. Sie ist wieder in einer Art Gefangenschaft. Es ist herzzerreissend und wir fühlen uns hilflos», sagt ihre Schwester Claudia Nestelberger gegenüber dem Sender.
In der TV-Dokumentation «Natascha Kampusch – Gefangen in Freiheit» zeichne der Journalist Christoph Feurstein das Leben der heute 38-Jährigen vom Tag der Entführung bis in die Gegenwart nach. Nach ihrer Flucht gab sie dem ORF-Journalisten Christoph Feurstein erstmals ein Interview und wurde danach mehrfach von ihm begleitet.
Der Fall gehört zu den bekanntesten Kriminalfällen in Österreich: Kampusch wurde als 10-jähriges Mädchen entführt und konnte im Jahr 2006 nach mehr als acht Jahren aus der Gefangenschaft fliehen. Ihr Entführer, Wolfgang Priklopil, beging am Tag ihrer Flucht Suizid. 2010 veröffentlichte Kampusch ihr Buch «2096 Tage», in dem sie über ihre Entführung und die Jahre in Gefangenschaft schreibt. (cst)
