International

Holocaust: Gauck spricht in Bergen-Belsen von «unermesslicher Schuld»

26.04.15, 19:39

Bei der Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen vor 70 Jahren hat Joachim Gauck zum Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen weltweit aufgerufen. Der deutsche Bundespräsident erinnerte an die «unermessliche Schuld» der Deutschen.

Orte wie Bergen-Belsen, Buchenwald oder Dachau seien Symbole für die politische, moralische, kulturelle und humanitäre Katastrophe, zu der das «Dritte Reich» geführt habe, sagte Gauck. 

Dank an britisches Militär

Er dankte dem britischen Militär für die Befreiung des Lagers kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs. «Die britischen Soldaten waren Botschafter einer demokratischen Kultur, die nicht auf Rache am Feind bedacht war, sondern dem Recht und der Menschenwürde auch in Deutschland wieder zu neuer Geltung verhelfen sollte.»

Zu der Gedenkfeier auf das Gelände des ehemaligen KZ waren am Sonntag mehr als 1000 Menschen gekommen, darunter auch rund 90 Überlebende. Gauck betonte, Deutschland sei Teil einer Verantwortungsgemeinschaft, die sich dazu bekenne, die Würde des Menschen zu verteidigen. «Wo wir nur können, werden wir Unrecht ein Ende setzen.»

Antisemitismus auf dem Vormarsch

In Bergen-Belsen beklagte der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, ein Wiederaufleben des Antisemitismus. «Im Jahr 2015 sehen wir den Antisemitismus auf dem Vormarsch in Europa

Ein jüdischer Junge mit Kippa könne nicht durch Paris oder London laufen, ohne um sein Leben zu fürchten. Neonazi-Gruppen gewännen Parlamentssitze in Ungarn und Griechenland, und der Iran drohe regelmässig mit der Auslöschung Israels.

Zehntausende Tote

200'000 Menschen waren in das Lager Bergen-Belsen am Südrand der Lüneburger Heide deportiert worden. Über 70'000 Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge kamen ums Leben, darunter die 15-jährige Anne Frank, die durch ihre Tagebücher posthum weltbekannt wurde.

Als britische Soldaten das Lager befreiten, fanden sie rund 10'000 Leichen auf dem Gelände. Die Schreckensbilder gingen um die Welt. (egg/sda/dpa)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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