Schweiz

Eine alte Studie der AKW-Betreiber wirbelt Staub auf

1997 veröffentlichte die Axpo-Vorgängerfirma eine brisante Studie. Jetzt distanziert sie sich von den damaligen Szenarien – weil sich die Parameter geändert hätten. Atom-Gegner werfen der Politik Untätigkeit vor.

Publiziert: 19.10.16, 07:00 Aktualisiert: 19.10.16, 08:21

Antonio Fumagalli / Nordwestschweiz

Die Artikel schlugen ein wie eine Bombe: «Die Atomindustrie hält einen Ausstieg für möglich», titelte die «SonntagsZeitung» am 16. März 1997. Der «SonntagsBlick» vermeldete gleichentags gar: «Atomlobby sieht ein: Kernenergie hat keine Zukunft».

Vor 15 Jahren überraschten die Betreiber mit Ausstiegszenarien – heute kämpfen sie für den Weiterbetrieb. ihrer Atomkraftwerke. Bild: © Foto: Keystone, Montage: mia/nch

Hintergrund: Die Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK, heute Axpo) hatten eine Studie über die «Grenzen und Möglichkeiten einer dezentralen Stromversorgung in der Schweiz» verfasst, die noch vor der Veröffentlichung den Weg an die Medien gefunden hatte. Brisant war insbesondere der Befund, dass gemäss ihren Berechnungen der Strombedarf der Schweiz im Jahr 2030 ohne Atomenergie gedeckt werden könnte. Dies, wenn die Versorgung mit dezentralen Klein- und Gaskraftwerken gesichert werde – was für die NOK ein lohnenswertes Geschäftsfeld hätte sein können. Dennoch hatte man von Seiten der Betreiber eine solche Aussage nicht erwartet.

Ähnliche Fragen wie damals

Heute, fast zwanzig Jahre später, stellt sich die Schweizer Stimmbevölkerung wiederum ähnliche Fragen: Wie soll die Energiezukunft der Schweiz aussehen? Ist es möglich, ab 2029 gänzlich auf (einheimischen) Atomstrom zu verzichten? Genau dies fordern nämlich die Grünen in ihrer Initiative, über die am 27. November abgestimmt wird. Die AKW-Betreiber bekämpfen die Vorlage und beteiligen sich auch finanziell «im vertretbaren Rahmen» (Axpo) an der Gegenkampagne.

Mit anderen Worten: Von einem Szenario ohne Atomstrom, wie sie es 1997 selbst skizziert hat, will die Branche heute nichts mehr wissen. Die hiesigen Atomkraftwerke sollen so lange weiterlaufen, wie sie «sicher» sind und es sich lohnt. «Mit ständigen Nachrüstungen und Erneuerungsinvestitionen in Höhe von rund 2.5 Milliarden Franken haben wir dafür gesorgt, dass das Kernkraftwerk Beznau jederzeit modernste Sicherheitsstandards einhält und diese in vielen Bereichen übertrifft», hält die Axpo fest.

Das Volk stellte die Weichen

Für die Befürworter der Initiative zeigen die Diskussionen von damals allerdings, dass sich die Energiepolitik im Kreis drehe. Im Gegensatz zu Nachbarländern wie Italien und vor allem Deutschland habe es die Schweiz verpasst, in erneuerbare Energien oder dezentrale Wärmekraftkopplungen zu investieren. «Wir haben die letzten zwanzig Jahre schlicht verschlafen», sagt Heini Glauser, früher Vizepräsident der Energiestiftung SES.

Das Bundesamt für Energie (BFE) wehrt sich vehement gegen diesen Vorwurf: Szenarien seien keine Prognosen, sondern «Wenn-Dann-Modelle», die sich aus Annahmen über die Rahmenbedingungen ableiteten. Doch diese verändern sich stetig. «Die meisten Szenarien setzten auf weniger Verbrauch, mehr Effizienz und die Stärkung der erneuerbaren Energien sowie auf Block-Heiz-Kraftwerke. Manches ist anders gelaufen, als damals beschrieben», sagt Sprecherin Marianne Zünd. Hinzu kommen Volksentscheide, welche die «Ausrichtung der Schweizer Energieversorgung bestimmt haben». Das BFE verweist etwa auf die «Energiesteuer- statt Mehrwertsteuer»- oder die «Strom ohne Atom»-Initiative, die deutlich scheiterten.

AKW steigerten Leistung massiv

Der Anteil der Wasserkraft an der hiesigen Stromversorgung ist hoch. Dafür hinken die neuen Erneuerbaren – vor allem Wind und Photovoltaik – im internationalen Vergleich hinterher. Atom-Gegner Glauser sieht in der Leistungssteigerung der Kernkraftwerke einen Grund dafür. «Es gab nie genug Leidensdruck, weil man aus den AKW alles herauspresst», sagt er. In der Tat haben alle fünf Schweizer AKW ihre Megawatt-Leistungen seit Inbetriebnahme massiv erhöht, bei Leibstadt beispielsweise von 950 MW auf 1220 MW (+28 Prozent).

Die Betreiber bestätigen die Zahlen auf Anfrage. Die Produktionserhöhung sei auf den Austausch von Komponenten zurückzuführen – bei Beznau etwa der Austausch des Dampferzeugers, wie die Axpo festhält. Beim KKW Leibstadt gibt es neben Dampfturbinen auch einen neuen Generator und Kondensator. Dass – wie es die Initiativbefürworter behaupten – andere Bestandteile und damit die Sicherheit unter der Erhöhung der Nennleistung leidet, weisen die Betreiber von sich: «Bei allen Modernisierungs- und Erneuerungsprojekten steht die nukleare Sicherheit vor der Wirtschaftlichkeit an erster Stelle.» (aargauerzeitung.ch)

Tschernobyl, Fukushima und Co.: Die 15 teuersten Störfälle in AKWs

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schlitteln - 18.4.2016
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43 Kommentare anzeigen
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  • Schneider Alex 20.10.2016 07:19
    Highlight Warum keinen Versuch mit mehr Energieeffizienz, mehr neuen erneuerbaren Energien und neuen Stromabkommen mit dem Ausland wagen? Falls das nicht genügt für eine sichere Energieversorgung in der Schweiz, könnten wir innert kurzer Frist Gaskraftwerke erstellen.
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  • D(r)ummer 19.10.2016 13:02
    Highlight Kann ich Empfehlen...

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  • R&B 19.10.2016 11:51
    Highlight Fukushima und Tschernobyl haben gezeigt, dass Atomstrom sehr gefährlich ist und das Risiko eines Gaus grösser als kalkuliert ist.
    Wenn eines der AKWs in der Schweiz hochgeht, ist rund die Hälfte der Schweiz nicht mehr bewohnbar (eigentlich das fast das ganze Mittelland).
    Darum gibt es für mich nur eine logische Konsequenz: Schneller Ausstieg, denn wir werden keine Stromlücke haben.
    14 1 Melden
    • Regas 19.10.2016 13:52
      Highlight Ia, machen wir es doch wie die Österreicher, die den Atomstrom aus dem benachbarten Temelin in Tschechien beziehen und dadurch mit schneeweisser Weste ohne das böse Atom über die Runden kommen. Um die Abfälle müssen sich diese schlauen Österreicher natürlich auch nicht kümmern.
      1 4 Melden
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  • molekular 19.10.2016 08:34
    Highlight «Mit ständigen Nachrüstungen und Erneuerungsinvestitionen in Höhe von rund 2.5 Milliarden Franken haben wir dafür gesorgt, dass das Kernkraftwerk Beznau jederzeit modernste Sicherheitsstandards einhält und diese in vielen Bereichen übertrifft»

    Wie kann man "modernste Sicherheitsstandards" übertreffen?
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    • Olaf! 19.10.2016 08:50
      Highlight Der Sicherheitsstandard will zB. 5m hohe Zäune, der gebaute Zaun ist 10m hoch, ergo Sicherheitsstandard übertroffen?
      22 1 Melden
    • atomschlaf 19.10.2016 09:19
      Highlight Dummes PR-Geschwätz. Mehr nicht.
      35 5 Melden
    • Wehrli 19.10.2016 09:36
      Highlight Dummes Pr-Geschwätz der AKW Gegner?
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    • deleted_807114855 19.10.2016 12:11
      Highlight Nein dummes PR-Geschwätz der AKW-Betreiber. Jeder Standard oder Toleranzwert der eingehalten wird, wird auch in gewisser Hinsicht "übertroffen". Sicherheit oder etwas Greifbares vermittelt diese Aussage aber nicht.
      4 0 Melden
    • molekular 19.10.2016 19:42
      Highlight Was mich an dem Satz stört, ist der Superlativ von "modern". Ein Zaun, egal ob 5 oder 10 Meter mag ein Sicherheitsstandard sein, aber modern ist das nicht, ganz zu schweigen von modernst. Das ist leeres PR Geschwätz, welches eine vermeintliche Sicherheit suggeriert, die so schlichtweg nicht vorhanden ist.
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    • deleted_807114855 20.10.2016 00:48
      Highlight @molekular
      Ich finde Sie haben recht. Ausserdem heisst "moder(nst)e" Sicherheitsstandards nichts anderes als: Gemäss derzeit laut Gesetz in Kraft gesetzte Mindeststandards.
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  • #bringhansiback 19.10.2016 08:02
    Highlight Der Bau von erneuerbaren Energiequellen sollte vereinfacht werden. Bei Solarzellen oder kleinen Windrädern z.B sollte es keine Baubewilligung mehr benötigen, außer dass Gebäude steht unter Heimat- oder Denkmalschutz.

    Aber das wollen die Stromkonzerne nicht, wäre dies für viele ihr Untergang. Alles was es dann noch brächte wäre die Swissgrid welche das Netz unterhält.

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    • Albi Gabriel 19.10.2016 08:20
      Highlight Ach, die bösen Stromkonzerne setzen sich also für schärfere Baugesetze ein... Im Normalfall kommen Vorschläge für Verschärfungen im Baurecht oder deutsch gesagt für die Einschränkung der Grund- oder Hauseigentümer genau von der Seite, die in einem anderen Politikfeld den Atomausstieg fordern. Notabene auch dieselben, die bei jedem Photovoltaikprojekt (z.B. Walensee) oder Windkraftprojekt (z.B. Lumnezia) alles blockieren.
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    • atomschlaf 19.10.2016 09:24
      Highlight @Gabriel: Du hast leider recht, dass ewiggestrige Bewahrer, fanatische "Naturschützer" und AKW-Gegner oft aus der gleichen politischen Ecke kommen und teilweise obige Merkmale sogar in Personalunion vereinen.

      Wie man beispielsweise am Grimsel gesehen hat, wollen diese Kreise auch den vernünftigen Ausbau der Wasserkraft verhindern. Dabei werden leistungsfähige Pumpspeicherkraftwerke mit zunehmendem Solar- und Windanteil noch wichtiger werden - und dann hoffentlich auch wieder wirtschaftlich zu betreiben sein.
      21 1 Melden
    • Regas 19.10.2016 09:28
      Highlight Ja und mit dem Swissgrid wird dan einfach die Einspeiseleistung der Solaranlagen reduziert, damit das Stromnetz nicht überlastet wird wenn die Sonne scheint !? Staubsaugen, Waschen, Föhnen, Kochen, Heizen immer nur wenn die Sonne scheint oder die Tesla Wall Batterie noch nicht leer ist. Und dan hoffen das der Hochnebel endlich wieder verschwidet, damit die Batterie nachgeladen werden kann.
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    • #bringhansiback 19.10.2016 09:53
      Highlight Och spontan fällt mir da folgendes ein:
      - Stauseen füllen
      - Wasserkraftwerke zurückfahren
      - Gas/Kohle zurückfahren
      - Salz schmelzen (https://de.wikipedia.org/wiki/Salzschmelze)
      - Umwandlung in SBB tauglichen Strom und dort einspeisen

      Klar, einige Dinge müssten noch gebaut werden, genau so wie auch die alternativen Energieerzeuger. Klar ist, es braucht einen Mix aus Sonne, Wind, Wasser und allenfalls Geothermie um den Grundbedarf ohne Atom, Gas und Kohle decken zu können.
      22 0 Melden
    • Regas 19.10.2016 10:27
      Highlight Ohoh das Pumpspeicherwerk Linth-Limmern hat eine Pumpleistung von 1500MW das ist etwa gleich viel wie die Turbinen vom KKW Leibstadt erzeugen. Die Spitzenleistung der Sonnenkollektoren ist etwa 10* grösser als der erzeugte Jahresdurchschnit. Um die vom KKW Leibstdt erzeugte Bandenergie zu ersetzen, müsste also nebst den Sonnenkollektoren noch ungefähr 9 Stück Linth-Limmern gebaut werden, natürlich mit zugehörigen Leitungsausbau. Geht das ?
      https://www.bing.com/videos/search?q=energiewende+sinn&view=detail&mid=2233614EC4D065343B312233614EC4D065343B31&FORM=VIRE
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    • #bringhansiback 19.10.2016 11:25
      Highlight Regas, das ist keine Studie sondern nur ein paar spontane Einfälle. Zudem denke ich, könnte man auch eine Regelung für die Solarzellen einbauen (Sonnenrollo drüber oder so) um das ganze zu regulieren. Zudme vergleichst du Spitzenleistung mit Durschnittsleistung. Fällts dir auf?

      Ich bin jetzt weiss Gott kein Grüner, habe kein Elektroauto, keine Solarkollektoren, kompensiere mein CO2 nicht. Aber ich habe etwas gegen Atomenergie, können wir diese schlicht nicht zu 100% kontrollieren, wie Tschernobyl und Fukushima gezeigt haben. Das Risiko ist einfach zu gross, egal wo ein Meiler steht.
      9 1 Melden
    • Regas 19.10.2016 11:58
      Highlight ei8ht 1. Nein das ist keine Studie sondern eine Abschätzung. Die Pumpen im Speicherwerk müssen nähmlich den kurzzeitigen Spitzstrom von den Sonnenkraftwerken aufnehmen können. 2. Der Solarinverter (Das Gerät das den Gleichstrom von den Kollektoren in Wechselstrom umwandelt) kann die Leistungsabgabe Regeln. Um Netzschwankungen ein wenig zu reduzieren ist In De die Abgabeleistung auf 70% der max. Leistung der Kollektoren begrenzt worden. https://www.solarwirtschaft.de/einspeisemanagement.html
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    • #bringhansiback 19.10.2016 12:10
      Highlight @Regas: Warum versteifst du dich auf die Pumpspeicherkraftwerke? Was ist mit meinen anderen Vorschlägen, gerade das Schmelzen von Salz (auch für andere Zwecke, z.B Fernwärme)? Zudem, wenn schon eine Regelung eingebaut ist, wo ist dann Dein Problem? Wer sagt, dass dies nur auf grosse Anlagen begrenzt sein muss?

      Es sind einfach Fragen, welche noch nicht beantwortet sind, es aber Lösungen gibt. Die Verlierer bei einer solch dezentralen Lösung sind und bleiben die grossen Stromerzeuger, die halt (Atom)Kraftwerke abschalten müssen.
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    • Regas 19.10.2016 13:45
      Highlight @ei8ht Es geht um die Stromerzeugung, man will ja CO2 einsparen z.b. durch Wärmepumpen und Elektroautos. Mit dem schmelzen von Salz kann nur Wärme gespeichert werden. Pumpsbeicherwerke haben einen Prozesswirkungsgrad von ca. 75% während alle anderen Speichrkonzepte wie Wasserstoff auf ca. 25% kommen (das bedeutet 3/4 Verlust) Einzig Batterien wären eine Alternative, sind aber vom Preis und Materalaufwand her für so grosse Speichermengen nicht zu gebrauchen.
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    • #bringhansiback 19.10.2016 15:17
      Highlight @Regas: Ja, mit dem schmelzen von Salz kann wärme gespeichert werden. Wie kann die erzeugt werden? elektrische Heizung. Wie kann diese wieder in Strom umgewandelt werden? Richtig: Dampfturbine...

      Du hast Tagsüber einen Stromverbraucher, nachts einen Stromlieferanten... Einzig ungeklärt ist noch der Wirkungsgrad einer solchen Salzschmelzanlage (aber hey, dafür brauchts einen Kraftwerkbetreiber). Den weiss ich nicht. Wasserstoffaufbereitung ist jedoch kein Thema, das ist mir auch klar.
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    • #bringhansiback 19.10.2016 15:20
      Highlight Und schlussendlich: wenn es eh soviel zu viel Ökostrom gibt (obwohl regel und speicherbar), dann lieber 25% Wirkungsgrad als 100% Verlust.
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  • atomschlaf 19.10.2016 07:50
    Highlight Studie hin oder her. Das Risiko, in einem derart kleinen und dichtbesiedelten Land wie der Schweiz weiterhin solche Uralt-AKWs zu betreiben, ist mir schlicht zu gross. Noch dazu, wenn man diese mittels Leistungssteigerungen bis auf Äusserste ausreizt.

    Darum ein klares JA zur Ausstiegsinitiative.

    Angesichts des gegenwärtigen Stromüberschusses in Europa drohen vorderhand auch keine Engpässe und die kommenden Jahre kann man dazu nutzen, die erforderliche Kapazität aus Sonne, Wind, Wärme-Kraft-Kopplung und Ausbau der Wasserkraft bereitzustellen.
    89 4 Melden
    • Posersalami 19.10.2016 08:11
      Highlight so sxhauts aus
      21 2 Melden
    • hcb78 19.10.2016 08:53
      Highlight absolut einverstanden.
      die Atomstrombefürworter dagegen ins Land führen ist ja dass sie lieber Schweizer Atomkraftwerke haben welche "sicher" sind, als Strom aus dem Ausland zu importieren wo man nicht sicher sein kann und abhängig. Persönlich ist mir das Risiko einfach zu gross und deshalb auch wenn der Strombedarf in Zukunft nicht gedeckt wäre sässe ich lieber mal im Dunkeln als im Dunkeln grün zu leuchte. Ich habe mich bei unseren Stadtwerken erkundigt und bezieh jetzt „grünen“ Strom aus erneuerbaren Energien (Wind, Wasser und Sonne). Dies kostet mich pro Jahr ca. CHF 60.- mehr. Peanuts!
      20 2 Melden
    • Wehrli 19.10.2016 09:37
      Highlight Den Stromüberschuss in Europa haben wir aufgrund von Kohle, Gas und AKWs. Lieber mit dem Velo zur Migros und Blümchen im Bauch als Nachdenken.
      4 17 Melden
    • Wehrli 19.10.2016 09:45
      Highlight Die Elektronen sind dann grün angemalt, und riechen süss nach Moralin, oder?
      3 14 Melden
    • atomschlaf 19.10.2016 10:10
      Highlight @Wehrli: Natürlich haben wir den Überschuss nicht nur wegen Sonne und Wind.
      Aber genau diese Überschusssituation könnte man jetzt geschickt nutzen, um zügig von den AKWs wegzukommen.
      Ausserdem sind mir Kohle und Gas wesentlich lieber als AKWs in der kleinräumigen Schweiz.
      In grossen Ländern wie USA, Russland oder China kann man den Einsatz von AKWs vertreten. Dort kann man nach einem, zugegebenermassen unwahrscheinlichen, schweren Unfall Sperrgebiete definieren und die Bevölkerung umsiedeln. Im CH-Mittelland fehlt der Platz dafür. Nach einem schweren AKW-Unfall wäre das Land am Ende.
      12 1 Melden
    • hcb78 19.10.2016 10:37
      Highlight @Wehrli
      Vor was hast du Angst? Vor Fahrradfahrer? Oder doch eher vor den ältesten AKWs der Welt?

      Ich glaube du hast da einen Knick in deiner ideologischen Optik.

      Mit Moral hat das Ganze hier nichts zu tun. Sondern eher mit Verantwortungsbewusstsein.

      Die Schweiz muss keinen Strom importieren wenn man entlich mal eine energieeffiziente Gesellschaft hinkriegen würde die z.B. Immobilien richtig isoliert und mit Solardächern ausstatten würde. (heimische Bauwirtschaft würde sogar noch davon profitieren.)
      8 1 Melden
    • meine senf 19.10.2016 11:23
      Highlight An den AKWs ist ohnehin nicht viel "schweizerisch".
      Das einzige AKW das die Schweiz je selbst gebaut hatte, stand bis zum GAU in Lucens. Zum Glück in einer Felskaverne.
      Uran wird in der Schweiz auch nicht abgebaut.
      Das einzig schweizerische ist der Standort.
      Ob man nun den Strom oder das Uran aus dem Ausland importiert, abhängig ist man genau so.
      14 0 Melden
    600
  • Henzo 19.10.2016 07:50
    Highlight Von Atomstrom im Inland auf Atomstrom aus dem Ausland wechseln scheint mir etwas gar heuchlerisch. Auf der einen Seite spricht man davon Benzin- und Dieselautos durch Elektroautos zu ersetzen und auf der anderen Seite will man dann den Strom dafür aus fossilen Brennstoffen gewinnen. macht auch wenig Sinn,da dadurch die Effizient extrem sinkt. Was man auch nicht vergessen darf: wenn plötzlich alle Elektroautos fahren, dann brauchts noch mehr Strom. Alternativ gibts H2 als Brennstoff ...aber auch hier braucht man sehr viel Strom für die Hydrolyse (enorm schlechter Wirkungsgrad). Macht kein Sinn
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    • _kokolorix 19.10.2016 08:21
      Highlight Wenn alle ihren Fernseher abends abschalten würden, wär schon viel gewonnen! Aber selbst für diese einfache, schmerzlose Massnahme ist die Faulheit der Masse zu gross. Also werden wir um Vorschriften sowieso nicht herumkommen, wollen wir irgendwas ändern.
      Der Beweis, dass wir zu wenig Strom haben werden wurde genauso wenig erbracht wie die Behauptung es habe keine Auswirkung wenn die AKWs abgeschaltet werden. Aber irgendwann werden sie abgeschaltet werden müssen, was dann? Neue bauen ist keine Option, alle Neubauten im Westen sind finanzielle Katastrophen
      15 5 Melden
    • panaap 19.10.2016 08:35
      Highlight Die Endlagerung aber nicht ansatzweise in die Diskussion einzubeziehen diskreditiert sämtliche Argumente. Bringe da eine Lösung und dann reden wir weiter.
      27 2 Melden
    • atomschlaf 19.10.2016 09:18
      Highlight @kokolorix_: Am meisten wäre gewonnen, wenn alle ihren Fernseher abschalten und nie mehr einschalten würden. ;-)
      6 4 Melden
    • Henzo 19.10.2016 09:27
      Highlight Ich bin kein Geologe oder Physiker und kann daher nicht viel Wissen zur Endlagerung beitragen. Ich denke mir aber, dass es den "Braten nicht mehr feiss macht", wenn man den Chemikern, Physikern und Ingenieuren noch 10 oder 20 Jahre mehr zeit gibt um an einer guten Lösung zu arbeiten. Einfach auf Atomstrom vom Ausland zu wechseln löst das Problem mit der Endlagerung nicht und Braunkohle oder Methan ist auch nicht sauber. Ich sehe momentan noch keine wirklich saubere und konstante Alternative zur Atomkraft ausser der Wasserkraft ...aber auch hier gibt es Probleme die man beachten muss.
      1 10 Melden
    • Henzo 19.10.2016 09:38
      Highlight Windkraft liefert nicht konstant Strom und es gibt Überschuss und knappe Zeiten.Für Solarzellen gilt das selbe. Man kann natürlich den Strom in Batterien oder Flowcells speichern ...Effizienz ist aber gering und eines darf man auch nicht ausser acht lassen: Material für die Batterien gibt es leider nicht wie Sand am Meer ...Lithium ist auch eine begrenzte Resource und viele Herstellungsprozesse benötigen enorme Energie. Ich bin auch für den Ausstieg. Aber gebt uns mehr Zeit um eine wirklich brauchbare alternative zu präsentieren. Forschung braucht seine Zeit. Zudem: Sicherheit nicht vergessen.
      0 3 Melden
    • Wehrli 19.10.2016 09:44
      Highlight Der Fernseher? Wie naiv. Duschen, Herd, Waschmaschine, usw.
      Neue AKWs sind übrigens keine fianziellen Desaster, siehe Hinkley Point. Leider wird zu wenig geforscht und weiterentwicklet wegen des ideologischen Brettes vor der Rübe.
      3 14 Melden
    • Henzo 19.10.2016 09:45
      Highlight Das mit der Entwicklung von besseren, effizienteren und weniger Energie intensiven Prozessen ist auch so eine Sache.... Bringt man eine neue Batterie auf den Markt, werden dem Mobiltelefon neue Funktionen zugefügt. Hat man einen effizienteren Motor, verzichtet man viel eher auf den ÖV. Hat man energiesparende Lichtquellen, dann benutzt man plötzlich 10 mal so viel Licht und schaltet die Sachen nicht mehr aus. Das mit der Erziehung zum Stromsparen klingt zwar gut, ist aber in der Praxis nur schwer umzusetzen. ....aber klar, wär natürlich gut wenn alle Stromsparen würden.
      1 1 Melden
    • Tom Garret 19.10.2016 09:58
      Highlight @Henzo Glaube mir, sobald man muss, gibt es ganz schnell viele Alternativen. Mich ärgert es das wir als kleine Schweiz nicht eine Vorreiterrolle eingenommen haben auf diesem Gebiet. Wirtschaftlich würden wir massiv profitieren wenn wir in Sachen Alternative Energie die Nr 1 der Welt wären. Stattdessen nutzen wir das älteste AKW der Welt. Es ist einfach nur erbärmlich! "Ich sehe keine Alternative" das höre ich von so vielen AKW Befürworter, nur sind es ja genau die, die gar kein Interesse an Alternativen haben. Ich bin überzeugt wir kriegen das hin!
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    • Henzo 19.10.2016 10:26
      Highlight Jaja... glaubt mir nicht und verteilt nur eure Blitze. Aber ja, ihr sollt mir auch nicht glauben. Stattdessen solltet ihr mit jemandem sprechen der sich auskennt. Ich meine nicht Politiker, Ärzte, Anwälte oder Biologen. Sprecht zum Beispiel mal mit Prof. Kovalenko von der ETH auch andere Leute vom PSI oder EMPA). Wäre cool, man hier auf Watson einen Bericht lesen würde, der die Meinung wahrer Experten zum Thema Energie und Forschung wieder gibt und sie unter anderem fragen würde was sie von dem frühen Ausstieg halten.
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    • Henzo 19.10.2016 11:36
      Highlight @TomGarret: ich habe selbst auf dem Gebiet der Batterien geforscht und ich bin ein starker Befürworter von alternativer Energie und unterstütze natürlich auch jede Forschung daran. Ich war nicht nur an alternativen interessiert, ich habe auch daran geforscht ...allerdings heisst das nicht, dass ich deshalb völlig überstürzt und so schnell wie möglich die AKWs abschalten möchte.
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    • Tom Garret 19.10.2016 12:56
      Highlight @Henzo Ich will ja deine Kenntnisse nicht in Frage stellen, es ist einfach so das man manchmal einen Schubs braucht damit es vorwärts geht. Glaube mir, sobald der AKW Ausstieg beschlossen ist, ist plötzlich viel Geld da für Projekte und Forschung. Denn es wird ein grosser neuer Markt eröffnet, der nicht durch unehrliche tiefe Preise der Konkurrenz (AKW Strom) negativ beeinflusst ist. Solange man in der "Komfortzone" AKW ist, ist es halt nicht ganz so nötig...
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