Schweiz

Walliser Polizei löst Rechtsextremen-Treffen in Saxon auf

Publiziert: 05.11.16, 20:48 Aktualisiert: 06.11.16, 15:37

Die Kantonspolizei Wallis hat am Samstag mit einem Grossaufgebot ein Treffen von Rechtsextremisten in Saxon verhindert. Rund achtzig Sicherheitskräfte wurden mobilisiert, um sechzig Personen in einer Kantine neben einem Fussballfeld zu kontrollieren.

Die Versammlung sei im Vorfeld nicht angemeldet worden und deshalb auch nicht bewilligt gewesen, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Nach der Identifikation seien die Rechtsextremen aufgefordert worden, den Kanton zu verlassen. Ein Staatsanwalt sei auch vor Ort gewesen.

Die Polizeiaktion habe rund zwei Stunden gedauert und sei ohne Zwischenfälle verlaufen. Bei den ungefähr sechzig Teilnehmern handelte es sich um Westschweizer, einige Walliser und Franzosen. «Wer die Verantwortung trägt, wird zurzeit abgeklärt», schrieb die Polizei am späten Abend in einer Mitteilung.

Die Waadtländer Regierung hatte am vergangenen Mittwoch eine für das Wochenende geplante «Konferenz zum Nationalismus» verboten. Der Entscheid wurde mit Risiken für die öffentliche Ordnung begründet.

Mehrere Polizeien in Bereitschaft

Danach beschlossen die Organisatoren laut der Polizei, die Veranstaltung ins Wallis zu verlegen. Es seien entsprechende SMS ausgetauscht worden. «Dank den erhaltenen Informationen der verschiedenen Westschweizer Kantonspolizeikorps und der Bundesbehörde konnte man den Treffpunkt, an welchem diese nicht erlaubte Veranstaltung durchgeführt werden sollte, eruieren.»

Neben dem Wallis hatten andere Westschweizer Kantone auf ihrem Gebiet ebenfalls ein Dispositiv in Bereitschaft, falls die Veranstaltung auf ihrem Gebiet stattgefunden hätte. Sie standen als Verstärkung zur Verfügung. Die mehr als hundert Angestellten der Kantonspolizeien Freiburg, Genf und Waadt mussten aber nicht aufgeboten werden.

Die Bekanntgabe der Konferenz hatte nach dem Rechtsrockkonzert in Unterwasser SG von Mitte Oktober mit 5000 Teilnehmern hohe Wellen geschlagen. (sda)

Aktuelle Polizeibilder: Ohne Lappen, dafür mit Suff im Bündner Wald gelandet

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25 Kommentare anzeigen
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  • Neemoo 06.11.2016 09:08
    Highlight Ich finde es schon langsam erschreckend. All die ganzen Jahre und Tage fanden solche Veranstaltungen von Rechtsradikalen statt.
    Aber wenn man auf das Problem aufmerksam machen wollte, hiess es gleich man solle auf dem Teppich bleiben. Aber nun sehen wir, wie der braune Teppich langsam wieder an Toleranz gewinnt auch in der Schweiz.
    Es macht mir schon Respekt wenn ich diese Wandlung in Europa verfolge. Aus der Geschichte nichts gelernt.
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  • äti 05.11.2016 23:54
    Highlight Freysinger nicht dabei? Oh ja, der präsentiert heute die Schweiz an einem grösseren Rechtsextremen Anlass. Hat keinen Bock auf mickrige Treffs im Wallis.
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  • Maett 05.11.2016 23:39
    Highlight Also aus juristischer Sicht komm ich jetzt nicht ganz mit, kann mich ein mit dem Thema bewandter Mitkommentierender aufklären bitte? Was genau berechtigt die Polizei dazu, ein nicht-öffentliches Treffen aufzulösen, bei dem es weder zu Sachbeschädigungen noch Gewalt kam?

    "Risiken für die öffentliche Ordnung" sind ja etwas weit hergeholt und ein Argument zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit in mehrbesseren Diktaturen, denn negative Erfahrungswerte im Zusammenhang mit der öffentlich Ordnung gibt's mit Rechtsradikalen ja eigentlich kaum welche.

    Was übersehe ich?
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    • Yallix 06.11.2016 00:48
      Highlight "...negative Erfahrungswerte im Zusammenhang mit der öffentlich Ordnung gibt's mit Rechtsradikalen ja eigentlich kaum welche."
      Aha!? Mal abwarten. Aus Ideen werden Motivationen und daraus Handlungen.
      Oder noch nie von NSDAP, 3. Reich und 2. Weltkrieg gehört, weil den Geschichtsunterricht übersehen?
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    • Klangschlaufe 06.11.2016 02:12
      Highlight Ein Teil der Deutschen Öffentlichkeit wird zu Beginn des Deutschen Nationalsozialismus über die NSDAP exakt dasselbe gedacht und gesagt haben wie Du, lieber Maett. Früher habe ich mich immer gefragt wie die Deutschen in den 30er Jahren so naiv sein und der einfältigen Ideologie der NSDAP folgen oder diese stillschweigend akzeptieren konnten. Nun scheint sich ja aktuell die Geschichte wiederholen zu wollen und dank Kommentaren wie Deiner oder der Mehrheit der 20Min und Blick Leser wird auch völlig klar wie der Aufstieg der NSDAP damals möglich war. Vielen Dank für den Anschauungsunterricht.
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    • Markus K 06.11.2016 02:38
      Highlight Wenn der IS und andere Terroristen zum Mord an Andersdenkende aufrufen, ist das Hetzerei und somit völlig zurecht ein Verbrechen, das bestraft werden muss! Warum ist es denn für Sie Meinungsfreiheit, wenn Rechtsextreme dasselbe tun? Wo ziehen Sie die Grenze?
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    • Gelegentlicher Kommentar 06.11.2016 04:02
      Highlight "Die Veranstaltung sei im Voraus nicht angemeldet und somit nicht bewilligt worden"

      Obwohl ich den anderen Kommentaren auch recht gebe, muss man für den Grund gar nicht so weit suchen. Wer einen Event nicht anmeldet, darf ihn nicht durchführen, so einfach ist das.
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    • deleted_622296880 06.11.2016 04:44
      Highlight @Maett: relativ einfach. Weil das Treffen in der Kantine des lokalen Fussballvereins FC Saxon stattfand und dies öffentlicher Grund im Besitz der Gemeinde ist. Zudem ist es bei Fragen der öff. Sicherheit irrelevant, ob eine Veranstaltung öffentlich oder auf privatem Grund stattfindet. Ob nun eine Versammlung als eine Gefahr der öff. Sicherheit klassifiziert wird obliegt jeweils den zuständigen Executivorganen, i.c. der lokalen Polizei.
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    • Der Beukelark 06.11.2016 09:02
      Highlight lieber yallix, du bist etwas naiv. was denkst du, würden die rechtsextremen aus unserem land machen, wenn sie frei walten könnten? solchen bewegungen muss man einhalt gebieten, bevor sie sich ausbreiten.
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    • Yallix 06.11.2016 11:23
      Highlight @der Beukelark
      Ich glaube, Du hast mich mehr als gründlich missverstanden - oder übersehen, dass der erste Satz meines Kommentars ein Zitat aus demjenigen von Maett war. ;-)
      Eben WEIL aus Ideen Motivationen und daraus Handlungen entstehen, bin ich auch der Ansicht, dass menschenverachtende Äußerungen nicht Meinungsfreiheit bedeuten, sondern ganz einfach Menschenverachtung sind - und daher unterbunden gehören.
      Heinz Heckhausens "Motivation und Handeln" liefert zu dieser Unterscheidung gute Überlegungen.
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    • Der Beukelark 06.11.2016 16:57
      Highlight @yallix, sorry ich habe die namen vertauscht. natürlich war maett gemeint.
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  • SUP_2 05.11.2016 23:37
    Highlight Ob der Freysinger mitgesungen hätte?
    Es ist gut, wenn die Schweiz nicht zum Rechtsextremen Treffpunkt verkommt
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  • Spooky 05.11.2016 22:04
    Highlight Und da soll noch einer kommen und sagen, die Polizei sei auf dem rechten Auge blind!
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    • HansDampf_CH 06.11.2016 06:50
      Highlight Die St. Gallery anscheinend schon
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  • Charlie7 05.11.2016 21:57
    Highlight Ich begrüsse diese News zu lesen.
    Aber sind wir ehrlich, diese Veranstaltung ist nun einfach verhindert worden, weil die öffentliche Aufmerksamkeit extrem hoch war.
    Ich will gar nicht wissen, wie viele Privatpartys in dieser Art statt finden oder statt gefunden haben. Und ich finde es etwas "kitschig" dieses Erfolgserlebnis zu feiern.
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  • Pasch 05.11.2016 21:53
    Highlight Sehr gut, der Plan nicht in Erscheinung zu treten und in Hintertuckendorf sich in kleinen Gruppen zu formieren ist allem Anschein so richtig in die Hose seit der Grossveranstaltung!
    Das nächste Bier wird dem Wallis gewidmet... Proscht!
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  • Soli Dar 05.11.2016 21:11
    Highlight Geht doch! Zumindest in der Westschweiz.
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    • flugsteig 05.11.2016 21:55
      Highlight 80 Sicherheitskräfte für 60 Verdächtige. Erklär mir mal wie die St. Galler Polizei 5000 Verdächtige hätte kontrollieren sollen.
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    • SUP_2 05.11.2016 23:38
      Highlight Wenigstens haben sie es hier getan!
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    • banda69 06.11.2016 06:33
      Highlight @flugsteig - Also ein Freipass für Grosskundgebungen der Nazis? Das kann ja heiter werden.
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    • flugsteig 06.11.2016 20:04
      Highlight @banda
      Das sage ich doch gar nicht. Ich bin mir nur bewusst dass eine solche Anzahl an Menschen nicht so einfach kontrolliert werden kann.
      Im übrigen war die Aktion im Wallis laut 20min doch nicht so erfolgreich wie behauptet. http://www.20min.ch/schweiz/bern/story/16182193
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  • deleted_605949719 05.11.2016 21:01
    Highlight Bravo les Welsch!
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  • Datsyuk 05.11.2016 20:59
    Highlight Besten Dank der Polizei!
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    • SUP_2 05.11.2016 23:39
      Highlight Die 10 Blitze sind wohl von Freunden dieser Typen?
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    • EvilBetty 06.11.2016 01:16
      Highlight Die haben keine Freunde, die haben «Kameraden»...
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