Schweiz

Das umzäunte Versuchsfeld von Agroscope in Reckenholz-Tänikon. Bild: KEYSTONE

Feldversuch mit gentechnisch verändertem Weizen vom Bund bewilligt

Publiziert: 28.10.16, 10:54 Aktualisiert: 28.10.16, 14:43

Die eidgenössische Forschungsanstalt Agroscope darf am Standort Reckenholz in Zürich einen Feldversuch mit gentechnisch verändertem Weizen durchführen. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat ein entsprechendes Gesuch bewilligt.

Die Forschenden wollen transgenen Winterweizen anbauen, der über ein aus Gerste stammendes zusätzliches Transport-Protein für Saccharose (Haushaltszucker) verfügt. Ziel des Versuchs ist es, herauszufinden, wie sich die Pflanzen auf freiem Feld verhalten und ob sie einen besseren Ertrag bringen, wie das BAFU am Freitag mitteilte.

Wie Agroscope im Juni anlässlich der Einreichung des Gesuchs mitteilte, handelt es sich bei dem Winterweizen um die Sorte Certo. Das eingefügte Gen verändert den Zuckertransport im sich entwickelnden Korn und erhöht dort die Aufnahmekapazität für Zucker. Die Körner werden dadurch besser gefüllt, also dicker.

In Gewächshausversuchen habe der transgene Weizen bereits eine Ertragssteigerung von durchschnittlich fünf Prozent gezeigt. Nun soll geklärt werden, ob sich dieser Mehrertrag auch im Feld und mit gleichem Einsatz von Nährstoffen erreichen lässt.

Übliche Sicherheitsauflagen

Der Versuch dauert maximal sechs Anbauperioden vom Herbst 2016 bis zum Herbst 2022. Agroscope muss dem BAFU jedes Jahr vor der Aussaht die Grösse der Versuchsflächen sowie weitere Detailinformationen mitteilen.

Zudem müssen die Forscher die üblichen Massnahmen treffen, um zu verhindern, dass sich gentechnisch verändertes Material ausserhalb des Versuchsgeländes verbreitet. Dies geschieht beispielsweise mithilfe von Zäunen und der Schulung der Mitarbeitenden. Eine Begleitgruppe überwacht den Versuch vor Ort und erstattet dem BAFU Bericht.

Während die landwirtschaftliche Produktion von gentechnisch veränderten Pflanzen wegen eines Moratoriums bis Ende 2017 verboten ist, ist der Anbau zu wissenschaftlichen Zwecken möglich. Allerdings müssen alle Versuche bewilligt werden. Diese finden auf einem geschützten Versuchsstandort in Reckenholz, der sogenannten «Protected Site», statt. Derzeit sind mehrere Feldversuche mit transgenen Pflanzen im Gang. (gin/sda)

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User-Review:
naja, mir - 16.4.2016
Immer auf dem neusten Stand. Besticht mit sympathischem, intelligentem Witz!
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  • AlteSchachtel 29.10.2016 23:41
    Highlight Schlagzeile aus der EU gestern:

    28.10.2016/FAZ Wirtschaft:

    Landwirtschaft Genmais außer Kontrolle in Spanien

    Gentechnisch manipulierter Mais kreuzt sich offenbar doch mit natürlichem Mais. Für Biobauern in Spanien ein Desaster. Der Genmais bildet Insektengift und könnte sich unkontrolliert ausbreiten. Umweltschützer fordern, den Anbau von Genmais sofort zu stoppen.
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  • AlteSchachtel 29.10.2016 07:57
    Highlight @Heinz Nacht: direkt beim Patentinhaber Monsanto nach der "Roundup Ready 2 Xtend soybean" suchen. Gentechpflanzen wie diese überleben mehr als 6 hochgiftige Herbizidbehandlungen pro Jahr während rundum alles Leben eingeht. - Ein Frankensteingewächs und mehr Pestizideinsätze denn je - das ist grüne Gentech.

    Die mittlerweile im Kino hochgelobten Bienen werden noch schlechter dran sein, als jetzt schon.

    Studien findet man, wenn man will, aber vor allem findet man auch Berichte über Gerichtsurteile und Probleme in Brasilien, Mexiko usw.
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    • Heinz Nacht 29.10.2016 09:20
      Highlight Wenn man keine Argumente mehr hat: MONSANTO! Und: FRANKENFOOD! Immer das Selbe. Benutz doch bitte mal Google Scholar statt Google, dann kannst du auch mit wirklich wissenschaftlichen Erkenntnissen aufwarten, statt irgendwelche angstgetriebene Propaganda nachzuplappern.
      Ausserdem: Welche Art Gentechnik ist denn das Problem? Cisgenese, Transgenese, Genome Editing, Protoplastentransformation, sonstige? Jede Nutzpflanze, die wir kennen, ist gentechnisch verändert. Nannte sich früher "Züchtung" oder "Kreuzung". Der Unterschied ist einfach wie zwischen einem Ochsenkarren und einem Hybridauto.
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    • AlteSchachtel 29.10.2016 14:13
      Highlight @H.Nacht: es geht um mehr Mehr-Ertrag, Patente und meist eben auch um alles andere als die Reduktion von Pestizideinsatz. Keiner braucht die grüne Gentech, aber kurzfristig lässt sich eben viel Kohle damit verdienen. Um das zu merken braucht es keine Propaganda.

      Wenn Gerste und Weizen sich kreuzen wollten, hätten wir schon seit Jahrhunderten eine Kreuzung.
      Ist gesichert, dass sich das Gentech-Konstrukt, dann nicht mit andern Getreiden (Dinkel etc.) selbstständig kreuzt?
      Wie wirkt die zusätzliche Dosis Zucker auf Vögel oder Insekten, die sich an der Pflanze ernähren?
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  • AlteSchachtel 28.10.2016 19:42
    Highlight @Heinz Nacht; wenn man will, findet man unzählige Berichte über Probleme, wie z.B. unkontrollierbare Kreuzungen, die alte Sorten zerstören (Mexiko) oder Veränderungen der Gewässer USA etc. etc.
    Man kann ja auch einfach mal nach "Roundup Ready Soybean" googeln. Und wem es bei einem Gewächs, das genverändert wurde, damit es Herbizid-resistent gegenüber Roundup ist und auch nach x-facher Spritzung mit diesem Glyphosat prächtig gedeiht, nicht Angst und Bange wird, dem ist eh nicht zu helfen. Studien findet man auch b. Greenpeace.
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    • Victarion 29.10.2016 10:30
      Highlight @AlteSchachtel. Glyphosat blockiert die EPSP-Synthase in Pflanzen. Bei transgenen glyphosatresistente Pflanzen wurde ein EPSP Synthase ins Genom der Nutzpflanze hinzugefügt, welche von Glyphosat nicht mehr blockiert wird. Wieso soll es nun verwunderlich sein, dass solche Pflanzen auch nach dem xten Spritzen immer noch nicht absterben?
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    • AlteSchachtel 29.10.2016 14:16
      Highlight @Victarion: Ja logisch. Wenn einem solche Nahrungsmittelproduktionsmethoden und der erhöhte Einsatz von (nicht nur) Bienen-tötenden Substanzen egal ist, dann ist dieses Gewächs wohl wirklich toll.
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  • zuercher123 28.10.2016 14:31
    Highlight Zum Glück läuft das Moratorium Ende 2017 aus. Hoffentlich kann dann endlich auch hier fortschrittlich Angebaut werden.
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  • blaubar 28.10.2016 12:44
    Highlight Habe wir nicht per Volksentscheid mal darüber abgestimmt? Oder ist das vergessen? 2005 haben 55.7% für eine gentechnikfreie Landwirtschaft gestimmt.
    Warum also macht man hier Feldversuche? Ich will das nicht!
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  • AlteSchachtel 28.10.2016 11:54
    Highlight Und nachdem sich in allen Gentech-Staaten langsam klar zeigt, dass Gentech in der Landwirtschaft sinnlos und schädlich ist, wird die Schweiz bearbeitet. Die einzigen, die davon profitieren, sind die Multis. Natur und Landwirte gehen schlussendlich drauf.
    Monsanto und Co. wirds freuen, vor allem dann wenn die Unternehmenssteuer-Reform dann noch die Patente belohnt.

    Grüne, wo seid Ihr?
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    • Heinz Nacht 28.10.2016 12:31
      Highlight Und wo zeigt sich "in allen Gentech-Staaten", dass Gentech sinnlos und schädlich ist? Hast du dazu Beweise?
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    • Lami23 28.10.2016 14:16
      Highlight Heinz Nacht, bedien dich an Google, gibts unzählige Studien/Infos.
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    • Victarion 28.10.2016 18:16
      Highlight Google mag dir vielleicht Infos ausspucken die Gentech für sinnlos und schädlich halten. Jedoch würde ich dir anraten einmal google scholar zu verwenden. Hier vielleicht die zwei wichtigsten Studien der letzten paar Jahre in diesem Bereich. Ich würde dir empfehlen diese zwei Studien einmal zu lesen.
      A Meta-Analysis of the Impacts of Genetically Modified Crops
      und
      An overview of the last 10 years of genetically
      engineered crop safety research

      Vielleicht kannst du so deine Meinung über GMO überdenken.
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    • Heinz Nacht 28.10.2016 18:18
      Highlight Nein, gibt es nicht. Bitte hier einen konkreten Link auf wissenschaftlich anerkannte Studien, die zeigen, dass dem wirklich so ist. Und nicht das ewige und übliche "Argument" der Schwurbler: "Google selbst!"
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    • Lami23 28.10.2016 19:00
      Highlight Doch gibt es. Leider habe ich keine Zeit die jetzt alle wieder zu suchen. Wurde ja hier bereits mehrfach hin und her disskutiert an dieser Stelle.
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    • Heinz Nacht 29.10.2016 12:41
      Highlight Vielleicht gibt es Umfragen, die dies "belegen". Jedoch gibt es keine biologischen Studien, die wissenschaftlichen Kriterien entsprechen und einer solchen Überprüfung standhalten, die belegen, dass Gentechnologie schädlich ist. Es ist am Ende nur eine Art der Züchtung, nichts weiter.
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  • amore 28.10.2016 11:49
    Highlight Ohje! Auch das noch. Ich dachte wir Schweizer wären schlauer. Es wäre ein weltweites Schweizer Markenzeichen gewesen: Schweizer Lebensmittel ohne Genmanipulation.
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Grünen-Präsidentin im Verlierer-Interview: «Wir werden in eine Swissair-Situation kommen»

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