Sport

Chancenlos in Tokio: Belinda Bencic verliert den Final gegen Radwanska

Belinda Bencic blieb im Final des WTA-Turniers in Tokio ohne Chance. In 86 Minuten verlor sie gegen die gross aufspielende Polin Agnieszka Radwanska 2:6, 2:6 und verpasste damit vorerst den erstmaligen Sprung in die Top Ten.

27.09.15, 06:52 27.09.15, 10:31

Am Ende fand Bencic ihr Lachen schnell wieder. In ihrem fünften WTA-Final war sie zuvor chancenlos geblieben wie in keinem davor. Die Polin Radwanska, als Nummer 13 der Welt zwei Plätze vor Bencic positioniert, spielte gross auf und machte kaum Fehler. Radwanska revanchierte sich damit für die Finalniederlage im zuvor einzigen Duell in Eastbourne, als Bencic im Juni ihren ersten WTA-Titel gefeiert hatte.

«Dieses Turnier war für mich ein weiterer grosser Schritt vorwärts. Ich habe gezeigt, dass ich mit den Besten mithalten kann.»

Bencic bei der Siegerehrung.

Revanche: Radwanska schlägt Bencic klar.
Bild: Eugene Hoshiko/AP/KEYSTONE

Radwanska praktisch ohne Fehler

Die 18-jährige Ostschweizerin spielte nicht so schlecht wie es das Resultat glauben machen könnte. Mit 21 direkten Gewinnpunkten und 23 unerzwungenen Fehlern war ihre Bilanz nur knapp negativ. Vielmehr trumpfte Radwanska gross auf und zeigte eine nahezu perfekte Leistung. Sie bezwang Bencic sozusagen mit deren eigenen Stärken, nahm die Bälle früh und platzierte sie hervorragend. So kam die Schweizerin nie dazu, ihr bevorzugtes Tennis auszuspielen.

Bencic zog den Hut vor der Leistung Radwanskas. «Ganz einfach zu gut», meinte sie an der Siegerehrung anerkennend, nachdem sie das japanische Publikum mit einem «Konnichiwa» (auf deutsch: Hallo) verzückt hatte. Es ging auch der Schweizerin durchaus gut. «Dieses Turnier war für mich ein weiterer grosser Schritt vorwärts. Ich habe gezeigt, dass ich mit den Besten mithalten kann.» Im Übrigen möge sie es sehr, Radwanska zuzuschauen. «Gegen sie zu spielen, ist allerdings weniger lustig.»

Bencic bei der Siegerehrung.

Die Polin war tatsächlich von Beginn an die Chefin auf dem Platz. Bis 2:2 konnte Bencic mit Mühe dagegenhalten, dann zog die 26-Jährige aus Krakau unwiderstehlich davon. Mit acht Spielen in Folge gewann sie den ersten Satz 6:2 und ging im zweiten vorentscheidend 4:0 in Führung. Die beste - und letztlich einzige - Chance auf eine Wende verpasste Bencic wenig später. Nachdem sie zum 1:4 endlich ihr erstes Break geschafft hatte, verkürzte sie auf 2:4 und kam im nächsten Returngame auf 0:30.

Bencic findet bereits im ersten Satz kein Mittel, um Radwanska das Aufschlagsspiel abzunehmen. 

Gegen Radwanska war an diesem Tag jedoch kein Kraut gewachsen. Es war im Gegenteil sie, die zum 6:2 nochmals ein Break schaffte und so ihren 15. WTA-Titel - den ersten 2015 - sicherstellte. Einfach sei es aber nicht gewesen, sagte sie: «Belinda hat mich gepusht, so dass ich 200 Prozent geben musste.» In Tokio fühlt sich die Polin sowieso pudelwohl. 2011 gewann sie das Turnier in der japanischen Hauptstadt, ein Jahr später stand sie im Final. Rekordsiegerin in Tokio ist im Übrigen Bencics Mentorin Martina Hingis mit fünf Titeln und drei Finals zwischen 1997 und 2007. Da fand das Turnier allerdings noch in der Halle statt.

Der Matchball. 

Bencic wieder als beste Schweizerin klassiert

Die ehemalige Weltnummer 2 Radwanska, die eine miserable erste Saisonhälfte spielte, kehrt nun heute Montag in die Top Ten zurück. Bencic muss sich noch etwas gedulden und verbessert sich vorerst von Platz 15 auf 14 und überholt damit Timea Bacsinszky wieder als beste Schweizerin. Im Kampf um die Qualifikation für die WTA Finals der besten acht Spielerinnen des Jahres bleibt die in Wollerau im Kanton Schwyz wohnhafte Bencic als Zwölfte in Lauerstellung.

Diese Woche spielt sie beim Premier-Turnier in Wuhan (China), an dem die gesamte Elite dabei ist, in der ersten Runde gegen die Kanadierin Eugenie Bouchard (WTA 26), Bacsinszky pausiert nochmals. (ndö/si)

Dir gefällt diese Story? Dann teile sie bitte auf Facebook. Dankeschön!👍💕🐥

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0Alle Kommentare anzeigen
0
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

WM-Titel! Treten diese Jungs einmal in die Fussstapfen von Federer und Wawrinka?

Was geschieht mit dem Tennis-Sport in der Schweiz, wenn Roger Federer und Stan Wawrinka einmal nicht mehr spielen? Vielleicht gar nicht so viel, denn ihre möglichen Nachfolger sind in Tschechien Weltmeister geworden.

Jérôme Kym, Yarin Aebi, Till Brunner. Werden wir uns einen dieser Namen merken müssen? Die drei Schweizer Junioren haben im tschechischen Prostejov die ITF World Junior Tennis Finals für sich entschieden, eine Art «Davis Cup für den Nachwuchs». Im Final setzte sich die Schweizer Equipe mit 2:1 Siegen gegen den Favorit Spanien durch.

«Es ist ein grossartiges Gefühl, dass wir hier gewonnen haben», freute sich Kym, ein 14-jähriger Fricktaler. Er gewann im Endspiel sowohl sein Einzel wie …

Artikel lesen