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Chancenlos in Tokio: Belinda Bencic verliert den Final gegen Radwanska

Belinda Bencic blieb im Final des WTA-Turniers in Tokio ohne Chance. In 86 Minuten verlor sie gegen die gross aufspielende Polin Agnieszka Radwanska 2:6, 2:6 und verpasste damit vorerst den erstmaligen Sprung in die Top Ten.

Am Ende fand Bencic ihr Lachen schnell wieder. In ihrem fünften WTA-Final war sie zuvor chancenlos geblieben wie in keinem davor. Die Polin Radwanska, als Nummer 13 der Welt zwei Plätze vor Bencic positioniert, spielte gross auf und machte kaum Fehler. Radwanska revanchierte sich damit für die Finalniederlage im zuvor einzigen Duell in Eastbourne, als Bencic im Juni ihren ersten WTA-Titel gefeiert hatte.

«Dieses Turnier war für mich ein weiterer grosser Schritt vorwärts. Ich habe gezeigt, dass ich mit den Besten mithalten kann.»

Bencic bei der Siegerehrung.

Agnieszka Radwanska of Poland plays against Dominika Cibulkova of Slovakiaduring a semifinal match at the Pan Pacific Open women’s tennis tournament in Tokyo, Saturday, Sept. 26, 2015. (AP Photo/Eugene Hoshiko)

Revanche: Radwanska schlägt Bencic klar.
Bild: Eugene Hoshiko/AP/KEYSTONE

Radwanska praktisch ohne Fehler

Die 18-jährige Ostschweizerin spielte nicht so schlecht wie es das Resultat glauben machen könnte. Mit 21 direkten Gewinnpunkten und 23 unerzwungenen Fehlern war ihre Bilanz nur knapp negativ. Vielmehr trumpfte Radwanska gross auf und zeigte eine nahezu perfekte Leistung. Sie bezwang Bencic sozusagen mit deren eigenen Stärken, nahm die Bälle früh und platzierte sie hervorragend. So kam die Schweizerin nie dazu, ihr bevorzugtes Tennis auszuspielen.



Bencic zog den Hut vor der Leistung Radwanskas. «Ganz einfach zu gut», meinte sie an der Siegerehrung anerkennend, nachdem sie das japanische Publikum mit einem «Konnichiwa» (auf deutsch: Hallo) verzückt hatte. Es ging auch der Schweizerin durchaus gut. «Dieses Turnier war für mich ein weiterer grosser Schritt vorwärts. Ich habe gezeigt, dass ich mit den Besten mithalten kann.» Im Übrigen möge sie es sehr, Radwanska zuzuschauen. «Gegen sie zu spielen, ist allerdings weniger lustig.»

Bencic bei der Siegerehrung.

Die Polin war tatsächlich von Beginn an die Chefin auf dem Platz. Bis 2:2 konnte Bencic mit Mühe dagegenhalten, dann zog die 26-Jährige aus Krakau unwiderstehlich davon. Mit acht Spielen in Folge gewann sie den ersten Satz 6:2 und ging im zweiten vorentscheidend 4:0 in Führung. Die beste - und letztlich einzige - Chance auf eine Wende verpasste Bencic wenig später. Nachdem sie zum 1:4 endlich ihr erstes Break geschafft hatte, verkürzte sie auf 2:4 und kam im nächsten Returngame auf 0:30.

Bencic findet bereits im ersten Satz kein Mittel, um Radwanska das Aufschlagsspiel abzunehmen. 

Gegen Radwanska war an diesem Tag jedoch kein Kraut gewachsen. Es war im Gegenteil sie, die zum 6:2 nochmals ein Break schaffte und so ihren 15. WTA-Titel - den ersten 2015 - sicherstellte. Einfach sei es aber nicht gewesen, sagte sie: «Belinda hat mich gepusht, so dass ich 200 Prozent geben musste.» In Tokio fühlt sich die Polin sowieso pudelwohl. 2011 gewann sie das Turnier in der japanischen Hauptstadt, ein Jahr später stand sie im Final. Rekordsiegerin in Tokio ist im Übrigen Bencics Mentorin Martina Hingis mit fünf Titeln und drei Finals zwischen 1997 und 2007. Da fand das Turnier allerdings noch in der Halle statt.

Der Matchball. 

Bencic wieder als beste Schweizerin klassiert

Die ehemalige Weltnummer 2 Radwanska, die eine miserable erste Saisonhälfte spielte, kehrt nun heute Montag in die Top Ten zurück. Bencic muss sich noch etwas gedulden und verbessert sich vorerst von Platz 15 auf 14 und überholt damit Timea Bacsinszky wieder als beste Schweizerin. Im Kampf um die Qualifikation für die WTA Finals der besten acht Spielerinnen des Jahres bleibt die in Wollerau im Kanton Schwyz wohnhafte Bencic als Zwölfte in Lauerstellung.

Diese Woche spielt sie beim Premier-Turnier in Wuhan (China), an dem die gesamte Elite dabei ist, in der ersten Runde gegen die Kanadierin Eugenie Bouchard (WTA 26), Bacsinszky pausiert nochmals. (ndö/si)

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