Sport

Severino Minelli, Nati-Star und Secondo mit italienischen Wurzeln, bei der Fussball-WM 1938 in Frankreich.
bild via rotweiss

Fussballnati: Je mehr Einwanderer, desto mehr Siege – und das seit 100 Jahren

27.09.15, 18:20 28.09.15, 17:29

Zuwanderung beflügelt den Schweizer Fussball, so die gängige Meinung. Beim letzten Pflichtspiel gegen England standen in der Startaufstellung 6 von 11 Spielern (Rodríguez, Inler, Behrami, Xhaka, Shaqiri, Drmić) mit Migrationshintergrund. 

Doch wie gross ist die Korrelation zwischen dem Ausländeranteil in der Bevölkerung und den Erfolgen der Fussball-Nationalmannschaft wirklich? 100 Jahre Zuwanderung und Länderspielbilanz übereinander gelegt, ergeben folgendes Bild: 

Blau: Siegesquote in Prozent der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft: 100 x [Anzahl Siege + Anzahl Unentschieden/2] ÷ Anzahl Spiele in jeweiligem Jahr (Pflicht- und Freundschaftsspiele).
Grün: Anteil der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung in Prozent.
grafik: watson; daten: bundesamt für statistik, wikipedia

Ins Auge sticht der stetige Anstieg des Ausländeranteils seit den 1980er-Jahren, der mit zunehmenden Erfolgen der Nati zusammenfällt. Gleichzeitig fällt in der Blütephase der Nati in den 1920er, 1930er und 1940er Jahren auf, dass der Ausländeranteil damals stetig sank.

In jene Zeit fallen einige der grössten Siege in der Geschichte der Fussball-Nati, darunter ein 4:2 gegen Turnierfavorit Deutschland im Achtelfinal der WM 1938 in Frankreich.

bild: pd

Es geht (oder ging damals zumindest) auch ohne viel Zuwanderung? Nicht unbedingt, wie Sporthistoriker Christian Koller auf Anfrage von watson erläutert:

«Man muss berücksichtigen, dass die Spieler mit ausländischen Wurzeln aufgrund der restriktiven Einbürgerungspolitik jeweils erst mit einer gewissen Verzögerung in die Nati vorstossen. In den 1920er bis 1940er Jahren gab es verschiedene solche Spieler, die zu Stützen der Nati wurden, deren Eltern aber bereits ein bis zwei Jahrzehnte zuvor eingewandert waren, darunter Severino Minelli und Sirio Vernati mit italienischen und Hans-Peter Friedländer mit deutsch-jüdischen Wurzeln. Hier wirkte also teilweise die hohe Einwanderung vor dem Ersten Weltkrieg nach.»

Derselbe Verzögerungseffekt lässt sich laut Koller in der Gegenwart beobachten: «Auch bei den in den letzten zwei Jahrzehnten in der Nati erfolgreichen ‹Secondos› lag die Einwanderung der Eltern häufig bereits in den 1960er bis 1980er Jahren. Grundsätzlich hänge der Erfolg einer Fussballnationalmannschaft immer von mehreren Faktoren ab. «Der Zusammenhang zwischen Zuwanderung und Erfolg scheint für die Schweiz aber klar zu sein», so Koller.

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  • dnsd 29.09.2015 08:38
    Highlight Schweizer Eltern setzen Prioritäten bei der Schulbildung und das ist gut so.
    2 1 Melden
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  • adi 28.09.2015 08:46
    Highlight Viele sprechen von "Statistik". Einfach zwei Kurven übereinander zu legen hat aber nichts mit Statistik zu tun.
    9 1 Melden
    • Kian 28.09.2015 11:07
      Highlight Das nennt man Korrelation (steht so im Artikel) und ist ein zentraler Begriff der Statistik. Grundsätzlich zu unterscheiden von Kausalität. Dass ein kausaler Zusammenhang existiert, behauptet Sporthistoriker Christian Koller (steht auch so im Artikel).
      1 4 Melden
    • adi 28.09.2015 11:34
      Highlight Im Artikel wird das Wort Statistik auch gar nie erwähnt. Ich dachte eher an andere Kommtare, wie "das beweist höchstens, dass mit statistik wirklich jeder blödsinn belegt werden kann". Korrelation nach Augenmass ist keine Statistik.
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  • Schneider Alex 28.09.2015 06:22
    Highlight Watson deckt hier einen wahnsinnig wichtigen Grund auf, warum wir noch mehr Einwanderung brauchen.
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  • sste87 27.09.2015 23:57
    Highlight Mit Statistiken kann man schon jeden Bullshit belegen ...
    Ich denke, es liegt wohl eher an der besseren Jugendförderung und -ausbildung.

    Wie erklärt sich dann der Erfolg der Eishockey-Nati in den letzten zwei Jahrzehnten? Da ist der Anteil Spieler mit Migrationshintergrund deutlich tiefer ...

    28 2 Melden
    • Jaing 28.09.2015 09:19
      Highlight Dort ist der Anteil Spieler mit Migrations-Hintergrund sogar gesunken, da nur noch selten Schweiz-Kanadier mitspielen.
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  • _kokolorix 27.09.2015 22:26
    Highlight das beweist höchstens, dass mit statistik wirklich jeder blödsinn belegt werden kann. wenn schon, dann hätte man mindestens die anzahl spieler mit migrationshintergrund in der nati noch visualisieren müssen. der ausländeranteil der bevölkerung sagt darüber ja überhaupt nichts aus.
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  • Hubertus Goggi 27.09.2015 22:19
    Highlight Uuuuuuhh...wenn die CreditSuisse das liest, gibts bald keine Unterstützung mehr für die Nati. Das EDA wirds schon richten.
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  • Wilhelm Dingo 27.09.2015 20:17
    Highlight Also: Grenzen auf! Es kommt alles gut! Ehrenwort!
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  • Gelöschter Benutzer 27.09.2015 19:24
    Highlight Hey! So läss! Dann bin ich natürlich dafür, dass wir sofort die Grenzen sperrangelweit öffnen. Denn der ganze nutzlose Krempel, den die Schweiz sonst so zu bieten hat, ist natürlich nichts im Vergleich zum potentiellen Erfolg im Fussball. Weil, grad nach der, ohne syrische und z.B. afghanische Fachkräfte, darbenden Wirtschaft ist Fussball eh das Wichtigste. Ich schwör!
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  • Jol Bear 27.09.2015 19:19
    Highlight Der aktuelle Erfolg mit Spielern mit ausländischen Wurzeln ist wesentlich auf die gute Juniorenausbildung in der Schweiz zurückzuführen. Das wird z.B. auch durch die zunehmende Erfolge der albanischen Nationalmannschaft bestätigt. Dort spielen nicht selten vier bis fünf Spieler in der Stammformation, die in der Schweiz aufgewachsen und ausgebildet wurde. Zu Zeiten und unmittelbar nach Ende des "eisernen" Ostblockvorhangs war Albanien völlig abgeschottet und das Fussball-Team "Kanonenfutter". Wie man nun an den Erfolgen der beiden Nationalteams sieht, schlummert dort ein riesiges Potenzial.
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  • Gelöschter Benutzer 27.09.2015 18:29
    Highlight also, erstens hat die schweizer nati keinen erfolg seit eh und jeh... egal ob mit oder ohne spieler mit migrationshintergrund. und zweitens datiert das beste ergebniss aus dem jahr 1954, heim-wm...
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