Wirtschaft

Arbeitslose

RAV-Kurse wirken bei Frauen doppelt so stark wie bei Männern

RAV-Kurse helfen nicht allen Stellensuchenden gleichermassen: Arbeitslose Frauen und Ausländer haben nach Kursbesuchen grössere Erfolgschancen bei Bewerbungen als Schweizer Männer.

14.06.14, 14:43 14.06.14, 16:07

Kurse der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) wirken laut der Studie bei Stellensuchenden ausländischer Nationalität doppelt so stark wie bei Schweizern und bei Frauen doppelt so stark wie bei Männern. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Arbeitslosenversicherung (ALV). Warum das so ist, bleibt unklar.

Die grossen Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen sei in «ihrer starken Ausprägung» überraschend, lautet das Fazit der Studienautoren. Der Tages-Anzeiger hat am Samstag über die Ergebnisse berichtet. Über die Gründe können die Studienautoren nur spekulieren: Dies könne mit den einzelnen Massnahmen, mit dem beruflichen Profil oder mit der Branche zusammenhängen, schreiben sie.

ALV gab 558 Millionen Franken aus

Durchgeführt hat die Studie das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) im Auftrag der Aufsichtskommission für den Ausgleichsfonds der ALV. Dazu hat es 725'000 Bewerbungen von Stellensuchenden in den Kantonen Bern, St. Gallen, Waadt, Zug und Zürich von April 2012 bis März 2013 ausgewertet.

Die Kommission wollte wissen, wie sich Massnahmen zur Wiedereingliederung von Arbeitslosen auf den Bewerbungserfolg auswirken. Die ALV gab im letzten Jahr für sogenannte arbeitsmarktliche Massnahmen 558 Millionen Franken aus. Neben klassischen Bewerbungstrainings zählen dazu etwa auch Sprach- und Fachkurse und Praktika. (whr/sda)

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  • MediaEye 14.06.2014 18:03
    Highlight Das ist den Betroffenen schon seit JAHRZEHNTEN bekannt und bewusst!
    Hier machen nur die jeweiligen, PRIVATEN Kursanbieter ein Schnäppchen.
    Das Geld wird hiermit massiv verbraten und hätte anders viel besser eingesetzt werden können. Jetzt rechnen Sie einmal hoch, wie viel das für die vergangenen 50 Jahre ausmacht, das sind schwindelerregende Zahlen.

    Und die Arbeitssuchenden müssen das auch noch selber aus der ALV-Kasse bezahlen, der gleiche Misstand wie bei der Krankenversicherung!!

    Im Bericht im Tagi steht auch, dass die Kursbesucher «nur» 48 Bewerbungen pro Jahr, d.h. 4 pro Monat abgegeben haben oder mussten.
    Das ist lächerlich, denn damit würde sich das RAV nie zufrieden geben, denn da werden sie gezwungen, mindestens 10 bis 15 Bewerbungen abzugeben, ob es nun Sinn macht oder nicht. Und schon gar nicht dürfen sie 2 Monate kumulieren, auch wenn dies mehr Bewerbungen bedeuten würde; wo kämen wir denn da hin.
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  • sewi 14.06.2014 17:00
    Highlight Währenddem Ausländern Weiterbildungen( Deutschkurse) bezahlt werden heisst es bei den schweizerischen Arbeitslosen dass keine Weiterbildungen bezahlt werden dürfen
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    • MediaEye 14.06.2014 17:54
      Highlight @sewi, du verwechselst Äpfel mit Bananen
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    • sewi 14.06.2014 18:46
      Highlight @Media Eye: ich weiss von was ich rede. Ich war in einem vom RAV bezahlten Beschäftigungsprogramm mit Töpferkursen und so Zeug. Fürs Einkaufen von Kursmaterial im Jumbo bekam ich noch einen Portugiesen damit er mir die Einkaufstasche tragen könne..... Km Geld wurde mir auch angeboten( was ich selbstverständlich ablehnte). Im Sinne einer Schadensminderung nahm ich dann eine Hilfsarbeitertätigkeit an. Später wurde ich dann von den zum Teil eingebürgerten RAV Beratern gezwungen, Hilfsarbeiterjobs anzunehmen weil ich das schon getan hätte. In meinem angestammten Metier fand ich dann keine Stelle mehr, mit der Begründung ich hätte zuviele Stellenwechsel. Ich wollte aber nur arbeiten und meine Familie ernähren. Glücklicherweise fand ich nach fünf Jahren mit Tämporärjobs einen Chef der sich sagte, so einen will ich? Der macht jeden Job.... aber während es offenbar kein Problem ist einen jugoslawischen Turnlehrer Boden putzen zu lassen, wurden mir feste Anstellungen in Hilfsjobs mit der Begründung verweigert, ich sei überqualifiziert
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    • MediaEye 14.06.2014 23:30
      Highlight Nun gut, das ist DEINE pers. Erfahrung, ich spreche dir das nicht ab.
      Und ja, da gibt es nur eins, die entsprechenden Gesetze und Verordnungen lesen und studieren
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    • MediaEye 14.06.2014 23:31
      Highlight aber Sprachkenntnisse erwerben gilt eben NICHT als weiterbildung sondern als grundkenntnisserwerb
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