Wissen
Gesundheit

Franzosen müssen ausweisen, wenn sie KEINE Organe spenden

So geht das! In Frankreich braucht man nun einen Ausweis, wenn man KEIN Organspender ist

03.01.2017, 16:3703.01.2017, 16:50
Surgeons remove a kidney from Zully Broussard at California Pacific Medical Center in San Francisco, California, March 5, 2015, in this handout photo provided by California Pacific Medical Center. Doc ...
Ein Arzt entnimmt in San Francisco einem Lebendspender eine Niere.Bild: HANDOUT/REUTERS

Es ist so eine Lösung, bei der man sich fragt, warum da nicht schon früher jemand drauf gekommen ist: In Frankreich braucht man seit dem neuen Jahr einen Ausweis, wenn man NICHT will, dass im Todesfall die eigenen Organe entnommen und gespendet werden.

Als das entsprechende Gesetz im Januar die Instanzen passierte, gab es in unserem Nachbarland 19'000 Personen auf den Organspende-Wartelisten, und seit dem Januar gibt es nun 66 Millionen potenzielle Spender – abzüglich von 150'000 Personen, die sich bisher als explizite Nicht-Spender registrieren liessen, berichtet «The Outline».

In Österreich spendet quasi jeder

Die Regel, nach der angenommen wird, jeder Franzose sei mit der Spende einverstanden, müsste theoretisch gar nicht sein: 80 Prozent der Befragten in einer Umfrage waren bereit, ihre Organe mach dem Tod weiterzugeben. Das Problem sind offenbar eher die Hinterbliebenen: Von denen waren nur 40 Prozent mit der Spende einverstanden.

Tatsächlich ist eine derartige Regelung aber keine französische Erfindung: In einem anderen Nachbarland gibt es derartige Gesetze schon länger. In Österreich gelten daher gewaltige 99,98 Prozent der Bevölkerung als Organspender. Die Niederlande haben unlängst ebenfalls ein entsprechendes Gesetz verabschiedet.

In der Schweiz regelt das erst 2007 in Kraft getretene Transplantationsgesetz die Organspende: Liegt keine ausdrückliche Zustimmung der Verstorbenen vor, können die Angehörigen zustimmen oder ablehnen. Dabei dürften ähnliche Probleme auftreten, wie sie zuvor in Frankreich aufgetreten sind.

Hierzulande standen im Jahr 2015 1384 Personen auf der Organspende-Warteliste, von denen 552 geholfen werden konnte. 65 der wartenden Patienten verstarben noch in jenem Jahr. 

Gesundheit
Sollte die Schweiz ähnliche Gesetze erlassen wie Österreich und Frankreich?
An dieser Umfrage haben insgesamt 1907 Personen teilgenommen
Organspende: die Warteliste in der Schweiz.
Organspende: die Warteliste in der Schweiz.grafik: swisstranplant
Beileibe nicht alle spenden erst nach dem Tod.
Beileibe nicht alle spenden erst nach dem Tod.grafik: swisstranplant

Bis womöglich auch bei uns die Gesetze geändert werden, kannst du dich hier als Spender registrieren lassen.

(phi)

Fit bleibst du mit 7 Fakten über Brain-Food

1 / 9
7 Fakten über Brain-Food – hier findet man die Schlaumacher
Avocados sind eine gute Quelle für Lecithin. Das Lecithin soll Gehirnzellen schützen und ist dafür bekannt, Blockaden zu umgehen, um die Konzentration zu steigern.
quelle: shutterstock
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Was der «einflussreichste Ökonom der Welt» über KI denkt, gefällt nicht allen
Daron Acemoglu ist Nobelpreisträger und einer der drei meistzitierten Ökonomen aller bisherigen Zeiten. Im Vergleich mit seinen Kollegen schätzt er die ökonomischen Folgen der künstlichen Intelligenz pessimistisch ein. Deshalb schlägt ihm harter Wind entgegen.
Wie viele Jobs wird KI zerstören? Und werden genügend neue geschaffen? Neben der Frage, ob uns künstliche Intelligenz dereinst komplett auslöschen wird, ist dies der wohl meistdiskutierte Aspekt von KI unter Ökonomen.
Zur Story