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Keine Hinweise auf Schweizer Opfer bei Anschlag in Manchester



Das Aussendepartement hat keine Hinweise auf Schweizer Opfer beim Anschlag vom Montagabend in Manchester. Die dortige Polizei geht mittlerweile davon aus, dass sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt hat.

Berichte über Schweizer Opfer liegen derzeit nicht vor. Entsprechende Abklärungen seien im Gang, teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage mit. Die Schweizer Vertretung vor Ort stehe in Kontakt mit den britischen Behörden.

Ein Attentäter hat bei einem Popkonzert von Teenie-Star Ariana Grande in Manchester mindestens 22 Menschen in den Tod gerissen, darunter auch Kinder. 59 weitere Personen wurden verletzt, teilte die Polizei am Dienstag mit. Der Mann habe eine selbstgebaute Bombe gezündet.

Die Polizei behandelt den Fall als Terrorakt. Sie gehe beim Angriff von einem Einzeltäter aus. «Am wichtigsten ist es, jetzt herauszufinden, ob er alleine handelte oder als Teil eines Netzwerks», sagte Ermittler Ian Hopkins.

Schwerster Anschlag seit 12 Jahren

Die britische Innenministerin Amber Rudd sprach von einem «barbarischen Angriff». Die Regierung wollte am Dienstagvormittag zu einer Krisensitzung zusammenkommen.

Am Regierungssitz in der Londoner Downing Street wurden die Flaggen im Gedenken an die Toten und Verletzen auf halbmast gesetzt. Der Wahlkampf vor den Parlamentswahlen am 8. Juni ist unterbrochen.

Es war der folgenreichste Anschlag in Grossbritannien seit zwölf Jahren. Im Vereinigten Königreich gilt seit August 2014 die zweithöchste Terrorwarnstufe 4.

Konzerthalle für 21'000 Besucher

Zeugen berichteten von einem Knall nach dem letzten Song gegen 22.30 Uhr Ortszeit. Rund um die Arena zogen bewaffnete und maskierte Polizisten auf. Der unmittelbar neben der Halle liegende Bahnhof Manchester Victoria wurde gesperrt.

Der Veranstalter sprach von einer Explosion in einem öffentlichen Raum ausserhalb der eigentlichen Konzerthalle. Die Ursache war zunächst unklar. Die Spekulationen darüber reichten von einem Terroranschlag bis hin zu geplatzten Gasballons.

Die Polizei forderte die Menschen via Twitter auf, sich aus der Gegend um die Manchester Arena fernzuhalten. Rettungswagen rasten zur Halle. Helikopter kreisten über dem Areal. Notfalldienste und Feuerwehr baten die Bevölkerung über Twitter, sie wegen des Einsatzes nur bei lebensbedrohlichen Angelegenheiten zu kontaktieren.

In der Konzerthalle, die bis zu 21'000 Besuchern Platz bietet, spielten sich nach der Explosion dramatische Szenen ab. «Der Knall hallte durch das Foyer der Arena und die Leute fingen an zu laufen», berichtete ein 17-Jähriger, der mit seiner zwei Jahre älteren Schwester das Popkonzert besucht hatte.

«Ich sah, wie die Leute schreiend in eine Richtung rannten und sich plötzlich viele umdrehten und wieder in die andere Richtung liefen», sagte der Jugendliche dem Nachrichtensender Sky News.

Andere Augenzeugen berichteten von Menschen, die blutüberströmt auf dem Boden lagen. Auf Bildern waren Konzertbesucher mit Beinverletzungen zu sehen. Menschen flohen in Panik und mit Tränen in den Augen aus der Halle, wie Augenzeugen in britischen Medien berichteten. Das Konzert der angesagten Sängerin hatten besonders viele Kinder und Jugendliche besucht. Anwohner boten den Betroffenen Unterschlupf an. (sda/dpa/afp/reu)

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