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Santésuisse 

Spitäler machen ihre Patienten kränker als sie in Wirklichkeit sind

Mit der Einführung der Fallpauschale versprachen Gesundheitsexperten tiefere Kosten. Der Krankenkassenverband santésuisse belegt das Gegenteil: Spitäler machen ihre Patienten kränker als sie in Wirklichkeit sind, um höhere Rechnungen zu stellen.

10.06.14, 17:23 11.06.14, 09:11

2012 wurde das Fallpauschalensystem DRG (Diagnosis Related Groups) eingeführt. Seither übernehmen die Kantone mindestens 55 Prozent der Spitalkosten, die Krankenkassen höchstens 45 Prozent. Die Fallpauschalen decken den auf den kantonalen Spitallisten eingetragenen Spitälern sämtliche Behandlungskosten inklusive der Investitionen.

Die Fallpauschalen böten den Spitälern den Anreiz, Tarife zu optimieren und im legalen Rahmen die Grenzen auszuloten, bestätigte Santésuisse-Sprecher Paul Rhyn einen Vorausbericht der Sendung «Kassensturz» des Schweizer Fernsehens SRF 1 vom Dienstag.

Deutlich mehr Blutvergiftungen

Die Bevölkerung sei seit der Einführung der Fallpauschalen kränker geworden, sagte Santésuisse-Vertrauensarzt Reto Guetsch am Mittag im Schweizer Radio SRF. Das sei in so kurzer Zeit gar nicht möglich.  

Blutvergiftungen etwa, die teurer zu behandeln seien als Infektionen, hätten 2012 deutlich zugenommen. Die Kontrolle von 40 Krankengeschichten ergaben laut Santésuisse eine Differenz von 150'000 Franken – zu Ungunsten der Krankenkassen.

Kostenschub

Santésuisse schätzt, dass rund drei Prozent der Spitalrechnungen fehlerhaft sind. Dies verursache pro Jahr Mehrkosten von rund 150 Millionen Franken. Für die Krankenkassen sei es aber nicht möglich, das Geld nachträglich zurückfordern, sagte Rhyn.

Die Einführung der Fallpauschalen habe zu einem Kostenschub geführt. 2012 seien die Spitalkosten um 460 Millionen Franken angestiegen, wie das Zahlenmaterial des Krankenkassenverbands zeige.

Die Swiss DRG AG, welche im Auftrag der Kantone, Krankenkassen und Spitäler das Fallpauschalensystem erarbeitet hat und nun weiterentwickelt, war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (whr/sda)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • MediaEye 11.06.2014 09:31
    Highlight Ich war von Anfang gegen diesen Murks!!
    Warum ein System einführen, das NACHWEISLICH so auch im Ausland NICHT funktioniert? Hier gibt es nur einen Gewinner, die Firma DRG Ag (aus der BRD?) und die Lobby der Gesundheitsmafia oder Industrie!!

    Dies ist beileibe nicht das einzige Negativbeispiel, aber wohl das Schlimmste! Und es war ja bereits abzusehen, das es so nicht funktionieren kann
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  • gfc 11.06.2014 07:37
    Highlight Bevor sich die Politik in den Krankenkassenmarkt gemischt hat, waren die Prämien zahlbar. Und die einzige Lösung der Politiker gegen den heutigen Regulierungsirrsinn ist noch mehr Regulierung. Bläh.
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  • Christian Denzler 10.06.2014 21:34
    Highlight Ich sags nur ungern aber leider muss ich es zu oft sagen: Wir haben es ja gesagt. Das einige was gegen diese zunehmenden Kosten hilft, ist eine öffentliche Krankenkasse. Dagegen kann man nur sein wenn man am jetzigen System verdient. Alle anderen werden im Moment ausgenommen.
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    • Oki 10.06.2014 22:25
      Highlight Die ÖK kann nicht die Lösung sein. Auch diese muss die Medis zahlen. Bonussysteme wie bei der Autoversicherung ist ein Ansatz. Malussysteme für Wiederholungstäter von der Gattung Raucher, Säufer, Vielfresser...
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    • The Writer Formerly Known as Peter 10.06.2014 22:43
      Highlight Verstehe nicht, warum eine Riesenkasse eine Lösung sein soll? Da mauschelt dann nochmehr die Politik mit und noch unmöglichere Leistungen müssen bezahlt werden. Doch falsche Rechnungen gehen gar nicht. Das ist Betrug!
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    • Alnothur 11.06.2014 08:30
      Highlight Diese Logik soll mir jetzt mal einer erklären: Weil die SPITÄLER zu hohe Rechnungen stellen und die Leute "kränker machen als sie sind", ist unser KRANKENKASSENsystem scheisse? Und nachts ist es kälter als draussen, oder wie?
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  • Matthias Studer 10.06.2014 21:11
    Highlight Tja, die Politik weil gar nicht, dass unser Gesundheitswesen günstiger wird. Es sind zu viele Mandate in den Gesundheitskommisionen vertreten.
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