Gesellschaft & Politik
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Minsk weist Kritik aus dem Ausland zurück – Reaktionen seien «inakzeptabel»



Nach den blutigen Protesten in Belarus (Weissrussland) mit Tausenden Festnahmen hat das Aussenministerium in Minsk Kritik aus dem Ausland zurückgewiesen. Die schnellen Erklärungen zahlreicher europäischer Politiker seien absolut inakzeptabel, erklärte das Ministerium am Dienstag nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Belta.

Es werde nicht einmal versucht, die Lage objektiv zu verstehen und Informationen zu überprüfen. «Es ist bereits geplant, schicksalhafte Entscheidungen für die Beziehungen unseres Landes mit der EU zu treffen», hiess es. Das Ausland solle die Instabilität in der Gesellschaft nicht weiter anstacheln.

Nach der von Manipulationsvorwürfen begleiteten Präsidentenwahl am Sonntag brachen in Belarus landesweite Proteste aus. Es sind die grössten Demonstrationen, die das von Staatschef Alexander Lukaschenko autoritär geführte Land je erlebt hat.

Insgesamt wurden mehr als 5000 Menschen festgenommen. Es gab Hunderte Verletzte und mindestens einen Toten. Auf Videos war immer wieder zu sehen, wie Sicherheitskräfte auf Demonstranten einschlugen und auch Blendgranaten einsetzten.

Auch am Dienstagabend gab es wieder Proteste. Zuvor war die Lukaschenko-Gegnerin Swetlana Tichanowskaja nach Litauen ausgereist.

Bundesaussenminister Heiko Maas (SPD) sprach sich dafür aus, die Wiedereinsetzung von EU-Sanktionen zu prüfen. Tichanowskajas Mitstreiterin Veronika Zepkalo forderte den Westen auf, die 37-Jährige als Präsidentin anzuerkennen. «Ich appelliere an die Weltgemeinschaft: Bitte helfen Sie, den Wahnsinn in Belarus zu stoppen. Helfen Sie, das Blutvergiessen zu beenden.» (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • MartinZH 12.08.2020 14:56
    Highlight Highlight Die Ukrainer haben sich seit 1989 schon zwei Mal mittels Revolutionen befreit: "Orange Revolution" (2004) und "Maidan" (2014). Hoffentlich gelingt es den Belarussen auch, sich endlich zu befreien. Zeit wäre es schon längst. Vielleicht ist das jetzt die Gelegenheit. Es ist zu hoffen, dass die opositionellen Kräfte genügend stark sind, und dass der Diktator noch erkennt, dass seine Zeit abgelaufen ist.

    Die Gerüchte, dass bereits ein Grossteil von Lukaschenkos Familie mit einem der beiden Präsidenten-Flieger ins Ausland geflogen ist, lässt einem hoffen, dass er bereits seinen Abgang vorbereitet.
  • rodolofo 12.08.2020 07:48
    Highlight Highlight Ist schon klar, dass für eine Diktatur bereits kleinste Unmuts-Bekundungen "inakzeptabel" sind...
    Bei uns in den betriebswirtschaftlich-kapitalistischen Klein-Diktaturen sollten unzufriedene Angestellte auch besser den Mund halten, anstatt "inakzeptable" Forderungen an die Direktion zu stellen und "König Kunde" zu verärgern, wenn sie ihre Stelle behalten wollen.
    Also auch HIER lautet das Motto: "Gring ache u sekkle!"
  • Toastbrot 2.0 12.08.2020 07:14
    Highlight Highlight Die Sache ist für andere Länder echt verzwickt: Da muss man quasi tatenlos zusehen, wie sich in Weissrussland ein erbärmlicher Autokrat in die nächste Amtszeit betrügt, hat dafür aber nur Indizien und keine belastbaren Beweise.

    Natürlich stellt sich das Regime dann auf den Standpunkt „läuft bei uns, alles korrekt, die Unruhen entstammen gewaltbereiten Staatsfeinden, wir regeln das, Ihr habt uns gar nichts in unsere Souveränität reinzuhusten“.

    Was macht man da nun? Wie kriegt man einen Lukaschenko ohne Krieg weg vom Fenster und wie begründet man es? Dass er weg muss, ist ja allen klar.
  • Rene Tinner 12.08.2020 06:40
    Highlight Highlight Einmal mehr verweigert sich Europa. Keine Reaktion gegen den Diktator aus Belarus. Der Handel und das Geld Verdienen könnten Schaden nehmen. Nur Lippenbekenntnisse, aber die Machtgilde in Minsk ja nicht vergraulen. Armseliges Europa. Früher kämpfte man um Freiheit, heute wird diplomatisch agiert. Wohin führt das. Die Herren Diktatoren, Lukaschenko, Putin und wie sie alle heissen mögen, lachen sich ins Fäustchen und nehmen gerne die Subventionen und Entwicklungshilfe aus Europa an. Damit versüssen sie sich das ohnehin schon dekadente Luxusleben.
  • DJ77 12.08.2020 01:21
    Highlight Highlight Bis zu diesem Artikel wusste nicht das ein Diktator ein Ministerium hat...Sachen gibts...
  • Basti Spiesser 11.08.2020 21:59
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