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Waadtländer Parlamentarier zurück aus dem Exil



Nach jahrelangem Exil sind die Mitglieder des Waadtländer Kantonsparlaments zurück im Halbrund, am historischen Sitz des Grossen Rates in Lausanne. Die Einweihung mitgefeiert hat am Freitag auch Verteidigungsminister Guy Parmelin.

Der Waadtländer SVP-Bundesrat lobte das neue Gebäude: «Es ist ein Erfolg, und es vereinigt Funktionalität, Modernität und Geschichte», sagte er. Den Grossrätinnen und Grossräten werde es gefallen, darin zu tagen.

Parmelin nutzte die Gelegenheit, auf seine eigene politische Laufbahn zurückzublicken: Er war einst selbst Waadtländer Grossrat. Mit nur einer Stimme Unterschied sei er 1994 gewählt worden, erinnerte er sich.

Im alten, 2002 durch ein Feuer zerstörten Parlamentssaal hätten die damals noch 200 Grossratsmitglieder keinen Platz gehabt, erzählte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Einige Parlamentarier hätten deshalb stehen müssen. 1998 wurde die Zahl der Ratsmitglieder dann auf 180 gesenkt.

Erste Sitzung im neuen Saal

Den Festtag begonnen hatten die mittlerweile noch 150 Grossrätinnen und Grossräte mit einer ersten Sitzung in ihrem neuen, modernen Saal. «Willkommen zurück», begrüsste Staatsrat Pascal Broulis die Parlamentsmitglieder. Am Nachmittag wurde das Gebäude für das Volk geöffnet.

Die Kantonsbehörden hatten für die Einweihung den Karfreitag gewählt, weil am 14. April 1803 die Waadt der Eidgenossenschaft beigetreten war. 15 Jahre hatte der Grosse Rat ohne eigenes Gebäude auskommen müssen, nachdem ein Feuer 2002 das alte Parlamentsgebäude zerstört hatte.

Der Eröffnung war ein langes Seilziehen vorausgegangen. Zunächst wurde das pyramidenförmige Dach des geplanten Grossratsgebäudes als zu gross kritisiert. Die geplante Metallfläche störe im Bild der Altstadt mit der historischen Kathedrale, wurde ausserdem bemängelt.

Die Gegner gingen bis vor Bundesgericht und lancierten ein Referendum. Der Kanton konnte die Volksabstimmung jedoch verhindern, indem er das Dach weniger voluminös gestaltete und für die Dachfläche rote Ziegel einsetzte.

Blick auf den See

Herausgekommen ist nun ein modernes Gebäude mit einer Glasfront zum Genfersee und zur Stadt hin und mit viel Holz. Die hohe Decke und die Holzverkleidung sorgen für eine gute Akustik.

Für den Bau waren 25 Millionen Franken budgetiert, was nicht ganz ausreichte. Ein Nachtragskredit von 2.4 Millionen Franken war notwendig. (sda)

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