Trump will Machados Nobelpreis übernehmen – jetzt greift das Nobelinstitut ein
US-Präsident Donald Trump träumt vom Nobelpreis. Der 79-Jährige sieht sich selbst als Friedensstifter – trotzdem erhielt er den Friedensnobelpreis 2025 nicht. Sein Trost: Immerhin ging die Auszeichnung an die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado, welche Trump wiederholt gelobt hat.
Machados Bewunderung für den US-Präsidenten geht so weit, dass sie zuletzt andeutete, Trump den Preis übergeben zu wollen. Auf die Frage des Moderators Sean Hannity, ob sie angeboten habe, Trump ihren Nobelpreis zu geben, antwortete sie:
Was der US-Präsident geleistet habe, sei historisch. «Es ist ein grosser Schritt in Richtung eines demokratischen Wandels.» Machado spielte damit auf den US-Angriff am vergangenen Wochenende in Venezuela an. Dabei wurden der autoritäre Staatschef Nicolas Maduro und dessen Ehefrau Cilia Flores gefangengenommen und ausser Landes gebracht. Es war zunächst unklar, ob ihre Aussage wörtlich oder symbolisch zu verstehen ist.
Trump hatte mit Wohlwollen auf diese Andeutung reagiert. «Ich habe gehört, dass sie das tun will, es wäre eine grosse Ehre», sagte er im Interview mit Fox-News-Moderator Sean Hannity. Ohnehin sei es «eine grosse Schande für Norwegen», dass er den Friedensnobelpreis in Oslo nicht erhalten habe.
Der Plan einer möglichen Nobelpreis-Überweisung sorgte in der Folge international für Schlagzeilen – sodass sich das Nobelpreisinstitut zu einer Intervention gezwungen sah. So stellte dieses auf seiner Webseite klar, dass Trumps Wunsch nicht in Erfüllung gehen dürfte. Das Institut schreibt:
In der Mitteilung des Nobelinstituts hiess es weiter, grundsätzlich kommentiere man nicht die Äusserungen und Handlungen der Friedensnobelpreisträger nach der Verleihung der Auszeichnung. Das Mandat des Komitees beschränke sich darauf, die Arbeit und die Leistungen der nominierten Kandidaten bis zum Zeitpunkt der Entscheidung über den Friedensnobelpreis zu bewerten. Aber: «Dies hindert das Komitee nicht daran, die zukünftigen Bemühungen der Preisträger aufmerksam zu verfolgen, auch wenn es weder seine Besorgnis noch seine Zustimmung zum Ausdruck bringt.»
Treffen mit Trump in der kommenden Woche?
US-Präsident Trump hatte kürzlich ein mögliches Treffen mit Machado kommende Woche angedeutet. Auf die Frage des Fox-News-Moderators Hannity, ob er Pläne habe, die Nobelpreisträgerin zu treffen, sagte Trump, er habe gehört, dass sie nächste Woche irgendwann kommen werde. «Und ich freue mich darauf, sie zu begrüssen.» Konkreter wurde er dabei nicht.
Nach der Gefangennahme Maduros hatte sich Trump skeptisch über die Eignung der Oppositionsführerin als dessen Nachfolgerin geäussert. «Ich denke, es wäre sehr schwierig für sie, die Führungsposition zu übernehmen, da sie weder die nötige Unterstützung noch den nötigen Respekt im Land geniesst», sagte er am Wochenende. «Sie ist eine sehr nette Frau, aber ihr fehlt der Respekt der Bevölkerung.» (dab, mit Material von Keystone-SDA)
