Schweiz
Wallis

Wallis: Bericht deckt nach Brand in Crans-Montana weitere Probleme auf

Walliser Gemeinden überfordert: Hotelier wurde in 22 Jahren nur 1 Mal kontrolliert

08.01.2026, 10:3308.01.2026, 11:51

In Crans-Montana wurden Kontrollen offenbar versäumt. Aber auch andere Walliser Gemeinden kommen den gesetzlichen Vorgaben nicht nach. Seit 22 Jahren habe er einen einzigen Besuch des kommunalen Sicherheitsbeauftragten bekommen: Das sagt ein Walliser Hotelier in einem Schreiben, das der Redaktion des Walliser Boten vorliegt. Die Zeitung berichtet, dass es durchaus Gemeinden gibt, welche den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, andere jedoch nicht.

epa12623621 Swiss Federal Councillor Beat Jans, left, next to Frederic Gisler, Commander of the Valais Cantonal Police and Eva Wildi-Cortes, director of FEDPOL (Federal Office of Police) are inspectin ...
Bundesrat Beat Jans und Frédéric Gisler, Kommandant der Kantonspolizei Wallis, in Crans-Montana.Bild: keystone

In öffentlich zugänglichen Gebäuden sieht das Gesetz jährlich durchgeführte feuerpolizeiliche Kontrollen vor. Dies obliegt im Kanton Wallis den Gemeinden. Doch in der Praxis wird das geltende Recht häufig nicht umgesetzt. Dass ein Hotel mehr als 20 Jahre nicht kontrolliert wurde, ist gemäss der Zeitung nur ein Beispiel dafür.

Das Problem: Es mangelt an personellen Ressourcen. Recherchen des Portals zeigen, dass grosse Gemeinden wie Visp und Naters zwar mehr zu kontrollierende Lokale haben, aber auch einen eigenen Sicherheitsbeauftragten. Die Gemeinde Val de Bagnes, zu der auch der Wintersportort Verbier gehört, hat sogar vier Vollzeitstellen dafür vorgesehen.

Schwierig wird es vor allem bei kleineren Gemeinden, die sich keinen eigenen Sicherheitsexperten leisten können. Für die spezifischen feuerpolizeilichen Kontrollen wird zum Beispiel in Fiesch jeweils ein externer Fachspezialist mandatiert. Deren Gemeindepräsident sagt, man habe in den vergangenen Jahren nicht alle Gastrobetriebe jährlich kontrolliert. Stattdessen kontrolliere man nach Priorität. Fiesch verfügt im Dorf und auf der Fiescheralp über mehrere Hotels, Restaurants und andere Gastrobetriebe.

So stellt sich im Kanton Wallis die Frage, wie das Gesetz künftig eingehalten werden kann. Regionale Zusammenschlüsse im Bereich der Brandschutzkontrollen werden aktuell diskutiert. Auch eine kantonale Gebäudeversicherung, wie sie die meisten Kantone kennen, wäre eine mögliche Lösung. (dab/pin/aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
283 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Katerchen
08.01.2026 10:49registriert März 2023
Fazit wenn es keine Gebäudeversicherung gibt die auf kantonaler Ebene die Kontrollen macht sind die Gemeinden überfordert. Also schafft in jedem Kanton eine Gebäudeversicherung!
3585
Melden
Zum Kommentar
avatar
Chanti10
08.01.2026 10:55registriert Juli 2023
Rechtlich haben die betroffene Gemeinden ja gegen das Gesetz verstossen. Man hat mit den Protokolle und Aussagen der Gastronomen auch Beweise.
Warum werden die Gemeinden nicht angeklagt, anstatt zu rechtfertigen?
"Ich hatte kein Geld für Essen und musste darum stehlen." Ist rechtlich ja auch nichts wert. Warum dann "Ich hatte kein Personal und darum setze ich Menschen der Gefahr des Niederbrennen aus."?
2837
Melden
Zum Kommentar
avatar
Korrektorat
08.01.2026 11:25registriert Januar 2025
"So stellt sich im Kanton Wallis die Frage, wie das Gesetz künftig eingehalten werden kann. Regionale Zusammenschlüsse im Bereich der Brandschutzkontrollen werden aktuell diskutiert."

Also beginnt man jetzt nach 40 Toten endlich mal damit sich zu Fragen, wie man Gesetze einhalten könnte.?!

Was für ein Kanton...
433
Melden
Zum Kommentar
283
Crans-Montana: Knatsch beim Treffen zwischen Italien und der Schweiz
Das Treffen zwischen den Strafverfolgungsbehörden der Schweiz und Italiens soll nicht harmonisch verlaufen sein. Die Vertreter des Bundesamts für Justiz hätten sich respektlos gegenüber den fünf Gästen aus Italien verhalten, schreibt die NZZ unter Berufung auf eine anonyme italienische Quelle. Die italienische Delegation habe das Treffen fast frühzeitig abgebrochen.
Zur Story