Minneapolis: Neues Video zeigt Vorfall aus Perspektive des ICE-Beamten
Das konservative Nachrichtenmedium «Alpha News» veröffentlichte neue Aufnahmen zum Vorfall in Minneapolis, Minnesota. Später wurde das Video vom US-Heimatschutzministerium in den sozialen Medien geteilt. Es zeigt die Momente kurz vor den tödlichen Schüssen auf Renee Nicole Good.
Sekunden bevor der Agent der Einwanderungsbehörde ICE auf sie schoss, sagte die 37-Jährige zu ihm, dass alles «in Ordnung» und sie nicht «nicht sauer» ihn sei. Zeitgleich geht der Beamte an ihrer Tür vorbei und filmt Good.
Goods Ehefrau steht auf der Beifahrerseite und filmt ebenfalls. Dabei fragt sie den Agenten: «Willst du uns angreifen? Willst du uns angreifen? Ich sage: Geh und hol dir erst mal Mittagessen, Grosser.»
Daraufhin kommt ein weiterer ICE-Beamter dazu, der sich der Fahrerseite des Autos nähert und Good auffordert: «Steig aus dem Auto aus. Raus aus dem Auto. Steigen Sie aus dem verdammten Auto aus. Steigen Sie aus dem Auto aus.»
Good setzt kurz zurück und fährt wieder vorwärts, während sie rechts einschlägt. «Fahr los, Baby, fahr los», ruft ihre Frau. Plötzlich richtet der Agent sein Handy nach oben. Man hört, wie er «Whoa» sagt.
Es fallen Schüsse, ohne dass der ICE-Beamte sein Handy weglegt. Es ist zu hören, wie eine Stimme «Fucking Bitch» (verdammte Schlampe) sagt. Wem sie gehört, ist auf dem Video nicht ersichtlich.
Wenig später ist ein Knall zu hören: Es ist der SUV von Good, der gegen geparkte Fahrzeuge kracht.
Auf dem Video ist nicht zu sehen, wo genau der Beamte steht, als das Auto nach vorne rechts fährt. Auch geht daraus nicht hervor, ob der Honda ihn berührt.
Das Videomaterial sei authentisch, bestätigte die Sprecherin des Heimatschutzministeriums, Tricia McLaughlin, gegenüber dem «Guardian». Good habe die Strafverfolgung behindert und ihr Fahrzeug als Waffe eingesetzt, um Bundesbeamte zu töten oder ihnen körperlichen Schaden zuzufügen, so McLaughlin. Der Beamte habe «um sein Leben gefürchtet».
Auch US-Vizepräsident JD Vance sieht sich durch die neuen Aufnahmen in der Auffassung unterstützt, dass der Agent aus Notwehr gehandelt habe.
Beamte und Einwohner in Minnesota haben diese Darstellung jedoch mit scharfer Kritik zurückgewiesen. Die Proteste gegen den Einsatz dauern an. In mehreren US-Bundesstaaten sind in den kommenden Tagen Solidaritätskundgebungen geplant. (hkl, mit Material der sda/dpa)
