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Graubünden will das Zertifikat auch im ÖV – das sagen die anderen Betroffenen

30.08.2021, 13:5030.08.2021, 14:17

Die vom Bundesrat vorgeschlagene Ausweitung der Zertifikatspflicht auf Restaurants, Kinos und Veranstaltungen stösst auf viel Zuspruch. Die direkt Betroffenen im Gewerbe und im Kulturbereich sind aber grossenteils skeptisch. Eine Übersicht:

Innenminister Alain Berset stellt die Pläne des Bundesrats am letzten Mittwoch vor. Bis heute hatten die Kantone Zeit für ihre Stellungsnahmen.
Innenminister Alain Berset stellt die Pläne des Bundesrats am letzten Mittwoch vor. Bis heute hatten die Kantone Zeit für ihre Stellungsnahmen.
Bild: keystone

Die Parteien

Auf politischer Ebene stimmen alle Parteien ausser der SVP der Ausweitung der Zertifikatspflicht als Schutz vor einer Überlastung des Gesundheitswesens zu. Das Covid-19-Zertifikat habe sich bewährt, lautet der bereits vor Ablauf der Konsultationsfrist veröffentlichte breite Konsens.

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Die Kantone

Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) unterstützt den vom Bundesrat vorgeschlagenen Schritt mit grosser Mehrheit. Alle anderen möglichen Massnahmen wären einschneidender und auch «weniger gerecht», weil Geimpfte unter den Massnahmen zu leiden hätten, hielt die Konferenz fest.

Der Kanton Graubünden fordert die Prüfung einer weiter gehenden Ausdehnung. «Zu prüfen ist die Zertifikatspflicht auch für den ÖV, die Arbeitswelt und bei Aufhebung der Maskenpflicht auch für Läden.» Der Kanton schielt mit einem Auge schon auf die Wintersaison und möchte lieber jetzt strengere Massnahmen als in den kühleren Monaten.

Die Wirtschaft

Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse befürwortet die Massnahme genauso wie der Schweizerische Arbeitgeberverband und der Hotelier-Verband Hotelleriesuisse. So lasse sich ein Lockdown abwenden, argumentieren sie.

Abgelehnt wird die Ausweitung der Zertifikatspflicht hingegen vom Schweizerischen Gewerbeverband. Dafür fehle die gesetzliche Grundlage, teilt er mit. Als Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit sei die Massnahme verfassungswidrig. Handfeste Beweise auf einen gesundheitspolitischen Nutzen gebe es nicht. Die Folge seien Ertragsausfälle, Aufwände und Ungleichheiten.

Die Beizer und die Eventveranstalter

Der Gastgewerbeverband Gastrosuisse gab seinen erbitterten Widerstand bereits vor Ablauf der Konsultationsfrist bekannt. Er zeigte er sich alarmiert. Restaurants und Cafés müssten mit massiven Umsatzeinbussen rechnen. Casimir Platzer, Präsident von GastroSuisse, sprach von einer «Spaltung der Gesellschaft». Rund 40 bis 50 Prozent würden vom Besuch einer Bar oder einem Restaurant ausgeschlossen. Das komme «einer Teilschliessung gleich».

Anders positionieren sich die Grossveranstalter. Sie begrüssen am Montag den Vorschlag. Ihre Interessengemeinschaft Perspektive Live Unterhaltung hält aber fest, dass es keine weiteren Zugangsbeschränkungen wie Kontaktdatenerhebung, Maskenpflicht, Abstands- oder Teilnehmerbeschränkungen geben darf.

Die Fitnessbranche

Der Schweizerische Fitness- und Gesundheitscenter Verband geht von einem bis zu 40-prozentigen Umsatzrückgang aus, sollten nur noch Personen mit Zertifikat in seinen Einrichtungen trainieren dürfen. Die Branche habe bereits jetzt stark unter der Covid-19-Pandemie zu leiden, eine weitere Einbusse könnte vielen Unternehmen das Genick brechen.

Die Museen

Die Museen Schweiz halten ebenfalls wenig vom Zertifikat als Eintrittsbedingung. Das Zertifikat sei für grössere Publikumsanlässe geeignet. Für den Alltagsbetrieb verfügten die Museen über bewährte Schutzkonzepte, schreibt der Verband der Museen der Schweiz. (sda/mlu)

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