Gesellschaft & Politik
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Morgennebel streichen um die Haeuser  des Weilers Puzzatsch zuhinterst im Val Lumnezia im Buendner Oberland, am Dienstag, 20. August 2013. (KEYSTONE/Arno Balzarini) ....Morning mist over the hamlet Puzzatsch in the Lumnezia valley in South Eastern Switzerland, Tuesday, August 20, 2013. (KEYSTONE/Arno Balzarini)

Die Schweiz als 100-Seelen-Dorf: Wer wären dessen Bewohner? Im Bild der Weiler Putzzatsch im Val Lumnezia. Bild: KEYSTONE

Zahlenspiele

Wenn die Schweiz nur 100 Einwohner hätte ...

Stellen Sie sich mal vor, die Schweiz wäre ein Dorf mit 100 Einwohnern. Wie viele davon wären Aargauer? Wie viele hätten einen Schweizer Pass oder würden mobil im Internet surfen?  



Exakt 8'039'060 Menschen lebten am 31. Dezember 2012 in der Schweiz. Das ist eine ziemlich unhandliche Zahl. Man muss fit in Mathe sein, um sich zum Beispiel den Anteil der Aargauer Einwohner (es sind rund 627'000) an der Gesamtbevölkerung plastisch vorstellen zu können. 

Bild

Ganz anders sieht es aus, wenn man die Schweizer Bevölkerung auf 100 Menschen herunterrechnet. Stellt man sich die Schweiz als kleines Dorf mit genau hundert Einwohnern vor, dann werden unübersichtliche Zahlen richtig greifbar. 

Genau dies haben die Leute von «100 People: A World Portrait» mit der Weltbevölkerung gemacht. Wir ziehen nach und zeichnen hier ein Porträt der Schweizer als Bewohner eines fiktiven Dorfes:  

Frauen sind in der Mehrheit

Es werden zwar mehr Jungen als Mädchen geboren, doch das vermeintlich starke Geschlecht weist eine höhere Sterblichkeit auf. Darum überwiegt der Anteil der Frauen im Dorf: 51 von ihnen stehen 49 Männern gegenüber. Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS)

Junge und Alte halten sich fast die Waage

2012 übertrifft der Anteil der unter 20-Jährigen noch jenen der Rentner: 20 Junge leben im Dorf, aber nur 18 Alte. Das Verhältnis wird sich aber allmählich zugunsten der Pensionierten verschieben. Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS)

Knapp ein Viertel hat keinen Schweizer Pass

Der Anteil der Ausländer in der Schweiz hat seit dem Zweiten Weltkrieg – mit einem zeitweiligen Rückgang in den Siebzigerjahren – stetig zugenommen. Mittlerweile leben 23 Menschen ohne Schweizer Pass im Dorf. Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS)

Italiener und Deutsche liegen vorn

Traditionell bilden die Italiener die grösste Gruppe innerhalb der ausländischen Wohnbevölkerung. Die Deutschen haben jedoch in den letzten Jahren kräftig aufgeholt: Jetzt sind es je vier unserer Nachbarn im Norden und Süden, die im Dorf wohnen. Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS)

Konfessionen in der Krise

Seit 1970 sind den Landeskirchen die Schäfchen zusehends davongelaufen, besonders bei den Reformierten (vor vierzig Jahren waren es 49, jetzt noch 27). Dafür haben die Konfessionslosen stark zugelegt; ihr Anteil hat sich seit 2000 beinahe verdoppelt.
Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS)

Vielfalt der Sprachen

Die Bundesverfassung kennt vier Landessprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Der Anteil der Nichtlandessprachen hat bis in die Neunzigerjahre enorm zugenommen; seither wächst er kaum noch.  Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS)

Fast jeder Dritte ist Zürcher oder Berner

Nicht weniger als 18 der 100 Einwohner im Dorf sind Zürcher; Berner sind 12. Zusammen mit den 9 Waadtländern, 8 Aargauern und 6 St. Gallern sind sie schon mehr als die Hälfte. Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS)

Nur noch gut ein Viertel lebt auf dem Land

Hier wirkt unser Vergleich etwas paradox: 73 der 100 Dorfbewohner sind eigentlich Städter oder leben in der Agglomeration.  Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS)

Immer noch ein Volk von Mietern

Obwohl der Anteil in den letzten Jahren gesunken ist, wohnt immer noch eine Mehrheit zur Miete: 57 Dorfbewohner sind Mieter. Ihnen stehen 37 Hauseigentümer und Stockwerkeigentümer gegenüber. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist die Wohneigentumsquote in der Schweiz damit nach wie vor tief.  Quelle: Hauseigentümerverband (HEV)

Es herrscht fast Vollbeschäftigung

Nur gerade 2 Dorfbewohner sind Ende 2013 arbeitslos. Etwas höher ist die Arbeitslosenquote allerdings, wenn man sie wie üblich nur mit der erwerbstätigen Bevölkerung in Beziehung setzt.  Quelle: SECO / BfS

Millionäre sind selten

37 Dorfbewohner sind (noch) nicht steuerpflichtig; von den anderen versteuern nur gerade 3 ein Reinvermögen von 1 Million Franken oder mehr.  Quelle: Eidg. Steuerverwaltung (ESTV)

Viel Berufsleute, wenig Akademiker

Das duale Bildungssystem mit der Berufslehre führt dazu, dass im Dorf vergleichsweise wenige Uni-Absolventen wohnen: Es sind 12. Noch nicht oder immer noch in Ausbildung stehen 17. Das Total ergibt hier aufgrund der Rundung nur 99 Einwohner.  Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS)

Schnell ins Web

Im Jahr 2000 war erst ein einziger Dorfbewohner Abonnent eines festen Breitband-Internetzugangs. Mittlerweile sind es 40. Dennoch surfen mehr Leute schnell: Von allen Haushalten verfügen 87 Prozent über einen Hochgeschwindigkeits-Anschluss ans Web. 70 Dorfbewohner nutzen das mobile Internet via Smartphone, 31 zusätzlich oder ausschliesslich via Tablet. Insgesamt greifen 74 über mobile Geräte aufs Web zu. Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS) / Media Use Index (MUI)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Adrian Aulbach 27.12.2014 01:45
    Highlight Highlight Und nicht zu vergessen: ein halber Asylbewerber, der laut SVP das Land überrennt und uns (vor allem den 3 Millionären) auf der Tasche liegt.
  • Hugo Wottaupott 26.12.2014 12:38
    Highlight Highlight millionäre sind selten? 3 von hundert ist sehr selten!
  • goschi 28.08.2014 16:48
    Highlight Highlight Danke für diesen kleinen Exkurs, schön aufbereitet!
  • rashōmon 28.06.2014 03:02
    Highlight Highlight Laut der ersten Infographik haben alle Schweizer eine weibliche Seite, wenn man nicht nach der Farbe, sondern dem verwendeten Icon geht ;)
  • Dimitri Burkhard (1) 14.02.2014 10:05
    Highlight Highlight Mit der ausdrücklichen Bewilligung vom Autor haben wir den Beitrag nun auch in Englisch aufbereitet:

    Switzerland in a Snow Globe: 13 Interesting Statistics
    http://www.newlyswissed.com/interesting-statistics-switzerland

    Viel Spass beim Lesen!
    • Adrian Aulbach 27.12.2014 02:12
      Highlight Highlight Fehler bei der Übersetzung: In der englischen Version gibt's 3 die > 1Mio Einkommen. Im Original ist es >1Mio Vermögen
  • Timtimdut 13.02.2014 13:49
    Highlight Highlight Die Schweiz ist ein Dorf. Deshalb sehr amüsant.
  • sthnet 13.02.2014 11:48
    Highlight Highlight Als Statistik Fan finde ich diesen Bericht erfrischend spannend. Danke.

Wie aus einer römischen Orgie der Geburtstag von Jesus wurde

Beim Anblick von bunt geschmückten Schaufenstern, dumm grinsenden Samichlaus-Fratzen und an Heiligabend durch Einkaufsstrassen hetzenden Menschen könnte ich kotzen. Doch eigentlich ist das der einzig wahre Sinn des Weihnachtsfests – und das seit über 2000 Jahren.

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