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Die Schweiz als 100-Seelen-Dorf: Wer wären dessen Bewohner? Im Bild der Weiler Putzzatsch im Val Lumnezia.
Die Schweiz als 100-Seelen-Dorf: Wer wären dessen Bewohner? Im Bild der Weiler Putzzatsch im Val Lumnezia.Bild: KEYSTONE
Zahlenspiele

Wenn die Schweiz nur 100 Einwohner hätte ...

Stellen Sie sich mal vor, die Schweiz wäre ein Dorf mit 100 Einwohnern. Wie viele davon wären Aargauer? Wie viele hätten einen Schweizer Pass oder würden mobil im Internet surfen?  
13.02.2014, 08:4025.06.2014, 15:14

Exakt 8'039'060 Menschen lebten am 31. Dezember 2012 in der Schweiz. Das ist eine ziemlich unhandliche Zahl. Man muss fit in Mathe sein, um sich zum Beispiel den Anteil der Aargauer Einwohner (es sind rund 627'000) an der Gesamtbevölkerung plastisch vorstellen zu können. 

Ganz anders sieht es aus, wenn man die Schweizer Bevölkerung auf 100 Menschen herunterrechnet. Stellt man sich die Schweiz als kleines Dorf mit genau hundert Einwohnern vor, dann werden unübersichtliche Zahlen richtig greifbar. 

Genau dies haben die Leute von «100 People: A World Portrait» mit der Weltbevölkerung gemacht. Wir ziehen nach und zeichnen hier ein Porträt der Schweizer als Bewohner eines fiktiven Dorfes:  

Frauen sind in der Mehrheit

Es werden zwar mehr Jungen als Mädchen geboren, doch das vermeintlich starke Geschlecht weist eine höhere Sterblichkeit auf. Darum überwiegt der Anteil der Frauen im Dorf: 51 von ihnen stehen 49 Männern gegenüber.Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS)

Junge und Alte halten sich fast die Waage

2012 übertrifft der Anteil der unter 20-Jährigen noch jenen der Rentner: 20 Junge leben im Dorf, aber nur 18 Alte. Das Verhältnis wird sich aber allmählich zugunsten der Pensionierten verschieben.Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS)

Knapp ein Viertel hat keinen Schweizer Pass

Der Anteil der Ausländer in der Schweiz hat seit dem Zweiten Weltkrieg – mit einem zeitweiligen Rückgang in den Siebzigerjahren – stetig zugenommen. Mittlerweile leben 23 Menschen ohne Schweizer Pass im Dorf.Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS)

Italiener und Deutsche liegen vorn

Traditionell bilden die Italiener die grösste Gruppe innerhalb der ausländischen Wohnbevölkerung. Die Deutschen haben jedoch in den letzten Jahren kräftig aufgeholt: Jetzt sind es je vier unserer Nachbarn im Norden und Süden, die im Dorf wohnen.Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS)

Konfessionen in der Krise

Seit 1970 sind den Landeskirchen die Schäfchen zusehends davongelaufen, besonders bei den Reformierten (vor vierzig Jahren waren es 49, jetzt noch 27). Dafür haben die Konfessionslosen stark zugelegt; ihr Anteil hat sich seit 2000 beinahe verdoppelt.
Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS)

Vielfalt der Sprachen

Die Bundesverfassung kennt vier Landessprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Der Anteil der Nichtlandessprachen hat bis in die Neunzigerjahre enorm zugenommen; seither wächst er kaum noch. Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS)

Fast jeder Dritte ist Zürcher oder Berner

Nicht weniger als 18 der 100 Einwohner im Dorf sind Zürcher; Berner sind 12. Zusammen mit den 9 Waadtländern, 8 Aargauern und 6 St. Gallern sind sie schon mehr als die Hälfte.Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS)

Nur noch gut ein Viertel lebt auf dem Land

Hier wirkt unser Vergleich etwas paradox: 73 der 100 Dorfbewohner sind eigentlich Städter oder leben in der Agglomeration. Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS)

Immer noch ein Volk von Mietern

Obwohl der Anteil in den letzten Jahren gesunken ist, wohnt immer noch eine Mehrheit zur Miete: 57 Dorfbewohner sind Mieter. Ihnen stehen 37 Hauseigentümer und Stockwerkeigentümer gegenüber. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist die Wohneigentumsquote in der Schweiz damit nach wie vor tief. Quelle: Hauseigentümerverband (HEV)

Es herrscht fast Vollbeschäftigung

Nur gerade 2 Dorfbewohner sind Ende 2013 arbeitslos. Etwas höher ist die Arbeitslosenquote allerdings, wenn man sie wie üblich nur mit der erwerbstätigen Bevölkerung in Beziehung setzt. Quelle: SECO / BfS

Millionäre sind selten

37 Dorfbewohner sind (noch) nicht steuerpflichtig; von den anderen versteuern nur gerade 3 ein Reinvermögen von 1 Million Franken oder mehr. Quelle: Eidg. Steuerverwaltung (ESTV)

Viel Berufsleute, wenig Akademiker

Das duale Bildungssystem mit der Berufslehre führt dazu, dass im Dorf vergleichsweise wenige Uni-Absolventen wohnen: Es sind 12. Noch nicht oder immer noch in Ausbildung stehen 17. Das Total ergibt hier aufgrund der Rundung nur 99 Einwohner. Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS)

Schnell ins Web

Im Jahr 2000 war erst ein einziger Dorfbewohner Abonnent eines festen Breitband-Internetzugangs. Mittlerweile sind es 40. Dennoch surfen mehr Leute schnell: Von allen Haushalten verfügen 87 Prozent über einen Hochgeschwindigkeits-Anschluss ans Web. 70 Dorfbewohner nutzen das mobile Internet via Smartphone, 31 zusätzlich oder ausschliesslich via Tablet. Insgesamt greifen 74 über mobile Geräte aufs Web zu.Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS) / Media Use Index (MUI)
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«Wenn du mich siehst, dann weine» – Niedrigwasser legt alte Hungersteine wieder frei

Sie sind Zeugen der Vergangenheit, die nur sporadisch sichtbar sind; sie erinnern an schlimme Zeiten und dienen zugleich als Warnung vor solchen – sogenannte Hungersteine, die normalerweise unter Wasser liegen und nur bei Niedrigwasser zum Vorschein kommen. Häufig sind Jahreszahlen und Linien auf ihnen eingemeisselt, die solche extreme Wasserstände festhalten, ähnlich wie bei Hochwasser. Oft sind auch warnende Inschriften darauf zu finden – beispielhaft etwa die Warnung auf einem Hungerstein im tschechischen Děčín (früher Tetschen): «Wenn du mich siehst, dann weine.»

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