Schweiz
Kinder

Romandie: Sexueller Missbrauch in Kitas – 22 Fälle in 5 Jahren gemeldet

missbrauch kinder sexuelle gewalt
Auch in der Westschweiz kam es zu sexuellem Missbrauch in Kitas.Bild: Shutterstock

Sexueller Missbrauch in Westschweizer Kitas: 22 Fälle in 5 Jahren gemeldet

25.05.2026, 11:4425.05.2026, 11:44

In der Romandie sind 22 Verdachtsmeldungen zu sexuellen Übergriffen in Kitas an die Behörden gelangt. Das berichtet RTS. Die Meldungen seien zwischen 2020 und 2025 bei den Kantonen eingegangen. Die Kantone würden die Nennung der betroffenen Einrichtungen jedoch verweigern.

Zeuginnen und Zeugen beschrieben in ihren Aussagen unter anderem übergriffige Handlungen in Toiletten oder Schlafräumen. So sei unter anderem von Kindern die Rede, die mit einem Erzieher in Toiletten eingeschlossen worden seien, schreibt RTS.

2024 hat etwa ein dreijähriges Mädchen gemäss RTS beim Verlassen einer Kita zu seiner Mutter gesagt: «Mama, ein Mann hat mich mit seinem Speichel abgewischt.» Auf Nachfrage zeigte das Kind auf seinen Genitalbereich.

Einige Familien hätten wegen Verdachts auf sexuelle Gewalt Anzeige erstattet. Weitere Hinweise stammten laut RTS von Kita-Leitungen oder ehemaligen Mitarbeitenden.

Schutzkonzepte gegen sexuellen Missbrauch nicht obligatorisch

In mehreren Fällen seien betroffene Angestellte während der Ermittlungen suspendiert worden, berichtet RTS. Die Fälle werfen jedoch die Frage auf, ob die bestehenden Kontroll- und Schutzmechanismen in Schweizer Kitas ausreichen.

Zwar prüfen die Kantone vor jeder Anstellung und jährlich die Strafregisterauszüge des Personals. Verfahren, die eingestellt wurden oder nie zu einem Urteil führten, erscheinen dort jedoch nicht. Zudem sind Schutzkonzepte gegen sexuellen Missbrauch nicht überall obligatorisch.

RTS habe die Zahlen nach dem Missbrauchsskandal in Winterthur und Bern bei allen Westschweizer Kantonen erhoben. Ein Kita-Mitarbeiter soll zwischen 2020 und 2023 insgesamt 15 Kinder in Einrichtungen in Winterthur und Bern missbraucht haben.

(hkl, mit Material der sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
26 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
26
Was ein EU-Parlamentarier von der Personenfreizügigkeit hält
Christophe Grudler kommt aus dem französischen Belfort und sitzt für die liberale Modem-Partei im EU-Parlament. Was hält er von der Personenfreizügigkeit?
In ihrer Region leben Grenzgänger im Camper, weil es zu wenige Wohnungen gibt. Sorgt die Personenfreizügigkeit auch auf französischer Seite für Probleme?
Christophe Grudler: Ein intensiver Austausch bringt immer positive und negative Effekte mit sich, das ist normal. Neben den Vorteilen für Wirtschaft und Beschäftigung gibt es immer auch negative Auswirkungen, darunter den Druck auf den Wohnungsmarkt, den wir auch auf französischer Seite kennen. Aber die Bilanz bleibt positiv. Die Schweiz profitiert von den qualifizierten Arbeitskräften. Und die Grenzgänger bringen gute Löhne nach Hause.
Zur Story