Schweiz
Gesundheit

Mann mit Hantavirus wird im Universitätsspital Zürich behandelt

Das Logo des Universitaetsspitals Zuerich, USZ, anlaesslich der Bilanzmedienkonferenz, aufgenommen am Mittwoch, 10. April 2024 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Behandelt einen Mann mit dem Hantavirus: Universitätsspital Zürich.Bild: keystone

Hantavirus-Fall in der Schweiz: Patient im Universitätsspital Zürich isoliert

06.05.2026, 10:1506.05.2026, 12:35

In der Schweiz ist ein Mann positiv auf das Hantavirus getestet worden. Er wird derzeit im Universitätsspital Zürich behandelt, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch mitteilte.

Es handelt sich um einen Mann, der zuvor Passagier auf dem Kreuzfahrtschiff war, auf dem es zu mehreren Hantavirus-Fällen gekommen ist. Der Mann war nach Angaben des BAG zusammen mit seiner Ehefrau Ende April von einer Reise in Südamerika zurückgekehrt.

Der Patient befinde sich in einem stabilen Zustand, teilte das Universitätsspital Zürich auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Seit Eintritt ins Spital habe sich dies nicht verändert.

Wohl keine weiteren Schweizer an Bord

Nach aktuellem Kenntnisstand befanden sich keine weiteren Schweizerinnen oder Schweizer auf dem betroffenen Schiff, wie das BAG auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Allerdings sei die dem BAG vorliegende Passagierliste nach Staatsbürgerschaft und nicht nach Wohnort aufgeschlüsselt. Es lasse sich daher nicht vollständig ausschliessen, dass sich unter den Passagieren oder der Besatzung Personen mit Wohnsitz in der Schweiz befanden.

An aerial view of the MV Hondius Dutch cruise ship anchored in the Atlantic off Cape Verde, Tuesday, May 5, 2026. (AP Photo/Arilson Almeida)
South Africa Hantavirus
Auf diesem Kreuzfahrtschiff sind schon drei Menschen am Hantavirus gestorben.Bild: keystone

Auch nach Angaben der Reederei waren unter den rund 140 Personen, die sich zum Zeitpunkt der Entdeckung der Hantavirus-Infektion an Bord befanden, keine Schweizerinnen oder Schweizer, wie diese auf Anfrage von Keystone-SDA bestätigte.

Kanaren wollen Kreuzfahrtschiff nicht
Rund 150 Menschen sitzen auf einem Kreuzfahrtschiff fest, an Bord grassiert das Hantavirus. Jetzt soll die «MS Hondius Kurs» auf die Kanaren nehmen. Deren Regierungschef ist entsetzt.

Der Präsident der Kanarischen Inseln spricht sich dagegen aus, dass die «MS Hondius» auf den Kanaren anlegen darf. Fernando Clavijo, der Chef der Regionalregierung, fordert ein dringendes Treffen mit Spaniens Premierminister Pedro Sánchez. (t-online.de)

Ehefrau zeigt keine Symptome

Nach dem Auftreten von Krankheitssymptomen habe der erkrankte Mann sich in das Universitätsspital begeben, wo er umgehend isoliert worden sei. Ein Test im Referenzlabor des Universitätsspitals Genf (HUG) habe eine Infektion mit dem Virus bestätigt.

Die Ehefrau des Mannes zeige keine Symptome, habe sich aber vorsorglich in Selbstisolation begeben. Die kantonalen Behörden klärten derzeit ab, ob der Patient Kontakt zu weiteren Personen hatte.

Der tödliche Hantavirus-Stamm wurde in der Schweiz identifiziert
Die Genfer Universitätsspitäler (HUG) haben den Hantavirus-Stamm identifiziert, der für drei Todesfälle auf einem Kreuzfahrtschiff verantwortlich ist. Es handelt sich um das Andes-Virus, das von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.

Die Identifizierung sei anhand einer Probe einer symptomatischen Person gelungen, die sich auf dem Kreuzfahrtschiff «MV Hondius» aufgehalten habe, teilten die Genfer Universitätsspitäler am Mittwoch mit. Die Person wurde am Dienstag im Nationalen Referenzzentrum für neu auftretende Virusinfektionen mittels PCR-Test positiv auf Hantavirus getestet. (sda)

Risiko für Schweiz laut BAG gering

Für die europäische Variante des Hantavirus erfolgt die Übertragung durch Ausscheidungen von infizierten Nagetieren. Bei der beim Mann entdeckten Variante, dem Andesvirus, wurden hingegen in seltenen Fällen auch Übertragungen von Mensch zu Mensch bei engem Kontakt beobachtet. Das BAG hält das Auftreten weiterer Fälle in der Schweiz für unwahrscheinlich und stuft das Risiko für die Bevölkerung als gering ein.

Hantavirus tritt in der Schweiz selten auf. In den vergangenen Jahren wurden jährlich zwischen null und sechs Fälle gemeldet. Die Mehrheit dieser Infektionen war auf Ansteckungen im Ausland zurückzuführen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Passagier meldet sich mit emotionalem Video vom Quarantäne-Kreuzfahrtschiff
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
93 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Mavic
06.05.2026 10:38registriert Juli 2023
Manchmal fragt man sich schon. Man reist zum Mond oder hat Rechenzentren, die die Vorstellungskraft einzelner Menschen übertreffen. Aber Passagiere eines Infizierten Kreuzfahrtschiffes reisen frisch fröhlich durch die halbe Welt.
11833
Melden
Zum Kommentar
avatar
chicadeltren
06.05.2026 10:42registriert Dezember 2015
Und wie ist das Ehepaar zurückgekommen wenn das Schiff ja nirgends anlegen darf und bisher nur Kranke evakuiert wurden? Hier müssen ganz dringend die Bewegungsmuster aller Passagiere und Crew dieses Schiffes getrackt werden.
9719
Melden
Zum Kommentar
avatar
El_Chorche
06.05.2026 10:40registriert März 2021
Das eröffnet für die Sommersaison ja völlig neue Perspektiven! 🙈
7714
Melden
Zum Kommentar
93
Bundesrat hat keine Infos zu Epstein-Immobilien in der Schweiz
Der Bundesrat hat keine Kenntnisse von allfälligen Immobilienkäufen durch den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in der Schweiz. Ausschliessen könne man solche Käufe allerdings nicht, hiess es in einer Antwort der Landesregierung auf eine Interpellation.
Zur Story