Hongkong
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Demonstrators hold signs as they gather at the Tsim Sha Tsui waterfront in Hong Kong, Friday, Aug. 23, 2019. Demonstrators were planning to form a 40 kilometer (25 mile) long human chain Friday night to show their resolve. They said the

Bild: AP

Hongkonger demonstrieren seit 11 Wochen – weitere Zusammenstösse mit Polizei



Bei Protesten in Hongkong ist es erneut zu schweren Zusammenstössen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Die Beamten setzten am Samstag Tränengas ein und drängten Protestler zurück, die auf der Strasse Barrikaden errichtet hatten.

Demonstranten warfen Flaschen, Brandsätze und Steine auf die Polizisten. Zudem lieferten sich beide Seiten Auseinandersetzungen mit Baseballschlägern und Schlagstöcken.

Trotz heftigen Regens zogen auch am Sonntag tausende Demonstranten durch die Strassen und bauten Barrikaden. Die Polizei drohte eine Räumung an, sollten sich die Protestler nicht zurückziehen.

Elfte Woche

Die Ausschreitungen am Samstag waren die ersten in Hongkong, seit es vor zwei Wochen am Flughafen der Stadt zu schweren Zusammenstössen gekommen war. Seitdem entwickelte sich der Protest in eine friedlichere Richtung. Erst am Freitag beteiligten sich Zehntausende an einer Lichterkette durch die Stadt. Protestler zeigten dabei auch die Flaggen Deutschlands und anderer Länder, um sich für die internationale Unterstützung zu bedanken.

Demonstrators link hands across a street in Hong Kong, Friday, Aug. 23, 2019. Supporters of Hong Kong's pro-democracy movement created human chains on both sides of the city's harbor Friday, inspired by a historic protest 30 years ago in the Baltic states against Soviet control. (AP Photo/Kin Cheung)

Bild: AP

Die Demonstrationen hatten am 9. Juni begonnen und dauern nun schon elf Wochen an. Die Kritik richtete sich anfangs gegen ein - inzwischen auf Eis gelegtes - Gesetz, das Auslieferungen nach China erlaubt hätte und von Hongkongs prochinesischer Regierungschefin Carrie Lam auf den Weg gebracht worden war.

Überwachungskameras zerstört

Die Spannungen am Samstag entluden sich nach einem zunächst friedlichen Marsch mit tausenden Teilnehmern im Stadtteil Kwun Tong. Die Demonstranten hatten die Gegend für ihren Protest ausgewählt, weil Kwun Tong nach ihren Angaben der erste Bezirk in Hongkong ist, in dem sogenannte intelligente Überwachungskameras eingesetzt werden.

Bei den Demonstranten besteht die Befürchtung, dass die Technologie zur Verfolgung von Demokratie-Aktivisten eingesetzt werden könnte. Wie Hongkonger Medien berichteten, zerstörten Demonstranten einen Mast mit der neuen Überwachungstechnik. Die Polizei nahm während der Ausschreitungen 29 Demonstranten fest.

Dialogbereitschaft

Am Samstag teilte Regierungschefin Lam auf Facebook mit, sie habe sich mit einer «Gruppe von Menschen» getroffen, um zu besprechen, wie man einen Dialog einleiten könne. An dem Treffen nahmen 19 Top-Wirtschaftsführer und Politiker teil, wie die Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» unter Berufung auf mehrere Quellen berichtete.

Police and demonstrators clash during a protest in Hong Kong, Saturday, Aug. 24, 2019. Chinese police said Saturday they released an employee at the British Consulate in Hong Kong as the city's pro-democracy protesters took to the streets again, this time to call for the removal of

Bild: AP

Mehr als die Hälfte der Anwesenden soll Lam demnach dazu geraten haben, mehr Kompromissbereitschaft gegenüber den Demonstranten zu zeigen. So hätten sie Lam dazu aufgerufen, eine unabhängige Untersuchung über Polizeigewalt bei den Protesten einzuleiten und das Auslieferungsgesetz auch formell zurückzuziehen. Beides sind Kernforderungen der Protestbewegung.

Hürden für Demonstrierende

Kritik der Protestbewegung zog am Wochenende auch der Hongkonger U-Bahn-Betreiber auf sich, der vor Beginn des angemeldeten Marsches keine Züge mehr an den umliegenden Stationen halten liess. Dadurch erschwerte sich die Anreise für Demonstranten, die der Bahn-Gesellschaft vorwarfen, auf Druck Pekings gehandelt zu haben.

Ein in China festgesetzter Mitarbeiter des britischen Konsulats in Hongkong wurde derweil wieder auf freien Fuss gesetzt. Wie die Polizei der südchinesischen Stadt Shenzhen mitteilte, lief die 15-tägige «Administrativhaft» für Simon Cheng am Samstag ab. Cheng konnte danach nach Hongkong zurückkehren. Der 28-Jährige war nach Angaben seiner Familie am 8. August an der Grenze zwischen China und Hongkong auf dem Heimweg in die Sonderverwaltungszone verschwunden. Er hatte demnach ein Wirtschaftstreffen in Shenzhen im Südosten Chinas besucht.

Warnung vor ausländischer Einmischung

Erst als der Fall vergangene Woche öffentlich wurde, teilte das chinesische Aussenministerium mit, dass Cheng festgenommen worden sei, weil er Gesetze zur öffentlichen Sicherheit verletzt habe. Später berichtete die staatliche Zeitung «Global Times», dass sich Cheng mit einer Prostituierten getroffen haben solle. Von offizieller Seite konnte dies jedoch nicht bestätigt werden. Hongkongs Protestbewegung sah darin einen Versuch, ihn zu diskreditieren.

Peking hat Grossbritannien und andere Staaten mehrfach davor gewarnt, sich in den Hongkong-Konflikt einzumischen.

Die Millionenmetropole gehört seit dem Abzug der Briten 1997 wieder zu China. Als Sonderverwaltungszone sind Hongkong noch bis 2047 umfangreiche Sonderrechte garantiert. Um die fürchten nun aber viele Bewohner. An der Grenze zu Hongkong wurden chinesische Sicherheitskräfte zusammengezogen. (sda/dpa)

Hongkong: Neuste Bilder der Proteste und vom Generalstreik

Die Megastadt Hongkong kommt nicht zur Ruhe

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    Alle Leser-Kommentare
  • Kruk 25.08.2019 19:31
    Highlight Highlight Das die Sicherheitskräfte teilweise von schweizer Firmen ausgerüstet sind ist beschämend.
  • K1aerer 25.08.2019 14:49
    Highlight Highlight Der Westen sollte die Ein-China-Politik nicht mehr anerkennen. Zudem sollten keine Aufträge mehr an China vergeben werden.
    • Basti Spiesser 25.08.2019 16:35
      Highlight Highlight und Frankreich
    • snowleppard 26.08.2019 10:13
      Highlight Highlight ... und den grössten Terroristen seit 1945, den USA?
      12,5 Millionen getötete Menschen ausserhalb des eigenen Landes. Mit Abstand .... einsame "Spitzenklasse". Ich kaufe keine US-Produkte.
  • Ich_bin_ich 25.08.2019 13:45
    Highlight Highlight Bitter für die Demonstranten und gut für China, dass es eigentlich niemanden interessiert, solange chinesische Produkte billig und (mittlerweile) gut sind.
    • Basti Spiesser 25.08.2019 13:56
      Highlight Highlight Naja die Medien interessierts auf jeden fall mehr als die Demonstranten in Frankreich, welche nun seit 41 Wochen demonstrieren.
    • Aithria 25.08.2019 17:35
      Highlight Highlight @ Basti Soises, schliesslich demonstrieren die Franzosen gegen unser System, die Hongkonger für unser System. Da muss man schon klar unterscheiden mein Herr!

      Das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe! Die einen demonstrieren gegen die Guten und die anderen gegen die Bösen. Beide stecken Prügel ein, die einen weil sie es sonst nicht in ihre Schädel bringen, die anderen, weil sie ihr Recht für Freiheit einfordern!

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