Schweiz
Schule - Bildung

Kanton Zürich krempelt die Gymi-Profile um: Neu gibt es 12 Schwerpunkte

Der Kanton Zürich krempelt die Gymi-Profile um – das sind die neuen Schwerpunktfächer

Der Regierungs- und der Bildungsrat haben das neue Fächerangebot an Zürcher Gymnasien beschlossen: Aus sechs Profilfächer werden zwölf Schwerpunktfächer. Die Reform im Überblick.
16.06.2026, 11:0616.06.2026, 11:06

Was ist neu?

Im Wahlpflichtbereich in Zürcher Gymnasien stehen künftig zwölf Schwerpunktfächer sowie Ergänzungsfächer zur Auswahl. Damit entfallen die bisherigen sechs Maturitätsprofile.

An 11-year-old girl (6th grade) studies for the long-term grammar school admission exam on Monday, March 6, 2017, photographed in Zurich, Switzerland, on March 1, 2017. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

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An Zürcher Gymis werden die Profile umgekermpelt.Bild: KEYSTONE

Das neue Angebot besteht aus den Schwerpunktfächern «Medien, Identität und Kommunikation», «Sprache und Kultur» mit der Auswahl zwischen Italienisch und Spanisch sowie «Sprache und Philosophie» mit Latein. Hinzu kommen «Naturgesetze und mathematische Strukturen», «Engineering», «Life Sciences», «Geopolitik», «Wirtschaft, Recht und Gesellschaft», «Philosophie, Pädagogik und Psychologie» sowie die künstlerischen Bereiche «Kunst und Design» und «Musik und Performance».

Im Fachbereich Sprachen können die einzelnen Schulen zudem die Schwerpunktfächer «Sprache und Kultur» mit der Auswahl Französisch, Russisch sowie «Sprache und Philosophie» mit Griechisch anbieten.

Im Kanton Zürich wählen die Schülerinnen und Schüler bereits heute des Langgymnasiums ab der 3. Klasse ihr Profil, künftig also ihr Schwerpunktfach. Beim Kurzgymnasium hingegen erfolgt diese Wahl direkt mit dem Schuleintritt. Dies wird weiterhin so bleiben.

Wann geht's los?

Das neue Fächerangebot wird an den meisten Zürcher Mittelschulen ab dem Schuljahr 2029/2030 eingeführt, wie der Regierungsrat am Dienstag mitteilte. Für das Liceo Artistico und die Kunst und Sport Klassen der Kantonsschule Rämibühl gilt die Reform bereits ab dem Schuljahr 2028/2029. Basierend auf den neuen Vorgaben erarbeitet die Bildungsdirektion derzeit die Grundlagen für die schulischen Lehrpläne sowie die Promotions- und Maturitätsbestimmungen. Die entsprechende Vernehmlassung ist für Herbst 2026 vorgesehen.

Warum erfolgt die Veränderung?

Mit der Reform nach nationalen Vorgaben soll die Vergleichbarkeit der Abschlüsse verbessert werden und gleiche Voraussetzungen für alle Schülerinnen und Schüler geschaffen werden. Neu gibt es eine einheitliche kantonale Rahmenstundentafel.

Die Gesamtzahl der Lektionen für den Unterricht im Obergymnasium bleibt unverändert bei 268 Semesterlektionen. Dadurch soll der Druck auf die Schülerinnen und Schüler nicht weiter steigen, heisst es. Die Rahmenstundentafel legt die Gesamtzahl der Lektionen für die einzelnen Grundlagenfächer, die 80 Prozent des Unterrichts ausmachen, sowie den Wahlpflichtbereich fest. Im Wahlpflichtbereich können die Gymnasien weiterhin eigene Akzente setzen.

Was wird wo angeboten?

Damit Schülerinnen und Schüler sich unabhängig von ihrem Wohnort gemäss ihren Interessen vertiefen können, stehen ihnen in ihrer Region künftig alle zwölf Schwerpunktfächer zur Auswahl, wie die Regierung schreibt. Innerhalb neun Angebotsregionen bieten mindestens eine oder mehrere Mittelschulen koordiniert alle Schwerpunktfächer an. Eine Angebotsregion umfasst eine oder mehrere Mittelschulen innerhalb eines geografisch definierten Raums.

Gibt es weitere Veränderungen?

Wirtschaft und Recht sowie Informatik sind neu Grundlagenfächer. Bei den Grundlagenfächern können die Schülerinnen und Schüler als zweite Landessprache zwischen Französisch oder Italienisch wählen Englisch wird für alle als dritte Sprache fest vorgegeben.

Wie waren die Rückmeldungen?

Die Ergebnisse der Vernehmlassung zeigten, dass die Teilnehmenden die kantonale Umsetzung der nationalen Reform unterstützen, wie aus der Medienmitteilung hervor geht. Aus 161 eingegangenen Stellungnahmen ergebe sich eine breite Zustimmung zum Vorschlag. Die FDP hatte im Vorfeld kritisiert, dass Recht und Wirtschaft als Schwerpunktfach nur mit Geschichte oder Geografie gewählt werden könne.

«Die Aufregung betrifft nur einen sehr kleinen Teil», sagte Bildungsdirektorin Silvia Steiner (Mitte) vergangenen September, als sie die Reformpläne vorstellte. Der Chef des Mittelschul- und Berufsbildungsamts Niklaus Schatzmann ergänzte, die Vorschläge seien nicht im «stillen Kämmerlein» erarbeitet worden. (dab/sda)

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