Gesundheit: Jugendliche hätten gern mehr Muskeln und weniger Speckröllchen

18.08.15, 11:24

Zur Pubertät gehört es häufig, unzufrieden mit dem eigenen Körper zu sein. Mädchen achten dabei mehr aufs Gewicht, Buben möchten mehr Muskeln. Dies ergab eine Pilotstudie, für die 371 Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren befragt wurden.

Die Resultate zeigen, dass 60 Prozent der Mädchen schlanker sein möchten, wie die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz am Dienstag mitteilte. Gleich viele haben bereits eine Diät gemacht. 75 Prozent der Buben hätten gerne mehr Muskeln, doch nur jeder Zweite tut auch etwas dafür. Die Buben hatten insgesamt ein gesünderes Körperbild.

Knapp über die Hälfte der befragten Deutschschweizer Schülerinnen und Schüler berichteten, sich relativ gut von unrealistischen Körperidealen abgrenzen zu können und sich nicht von Bildern in den Medien beeinflussen zu lassen. Allerdings hat ein Fünftel ein negatives Körperbild von sich und steckt sehr viel Hoffnung und Erwartung in einen schöneren Körper.

Ein Fünftel hat negatives Körperbild

«Viele Jugendliche sind mit ihrem Körper nicht zufrieden, und fünf bis 20 Prozent der befragten Jugendlichen könnten gar als besonders gefährdet eingeschätzt werden», ist das Fazit des Studienleiters Martin Schär von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), der die Studie gemeinsam mit Gesundheitsförderung Schweiz durchgeführt hat.

Vergleiche mit älteren Studien liessen vermuten, dass die Zufriedenheit der Jugendlichen mit ihrem Körper über die letzten Jahre tendenziell abgenommen hat. «Die Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass ein gesundes Körperbild stark mit dem Wohlbefinden und der psychischen Gesundheit zusammenhängt», sagte Schär.

Die Aussagekraft der in einem Arbeitspaper veröffentlichten Studie ist zwar wegen der kleinen Zahl von Teilnehmern, die zudem nur aus Basel, Thurgau und Zürich stammen, beschränkt. Sie legt nach Ansicht der Forscher ein regelmässiges Monitoring des Körperbildes bei Jugendlichen nahe, um diese Entwicklung bei Jugendlichen in der Schweiz abschätzen und darauf reagieren zu können. (sda)

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