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A team of physicians, from left, Robert Barnhard, Snunit Ben-Ozer, Mark Karalla and Michael Vermesh, from the Encino-Tarzana Regional Medical Center, stand over a newborn baby boy developed from an embryo that was kept on ice for seven years, after the birth, Monday, Feb. 16, 1998 in Los Angeles. The parents, who had a boy previously with the aid of infertility treatments, froze the embryo in 1989 but forgot about it until last year. Doctors implanted the embryo, creating what experts are calling the world's oldest newborn. (AP Photo/HO)

1998 war dies der älteste Neugeborene der Welt. Das Baby war nämlich bei seiner Geburt schon fast acht Jahre alt. Sieben Jahre lang hatten seine Eltern vergessen, dass sie einen Embryo tiefgefroren hatten. Dann wurde er der Mutter implantiert. Hier das ungläubige Team, das aus einem Stück Eis einen Menschen gezaubert hat. Bild: ENCINO-TARZANA REGIONAL MEDICAL

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Nach diesem Buch wollt ihr kein Kind mehr

Barbara Bleisch, die wir als Moderatorin der «Sternstunde Philosophie» kennen, stellt mit der Juristin Andrea Büchler zusammen eine gefühlte Milliarde Fragen zum Thema Kinderwollen, auf die es mindestens zwei Milliarden Antworten gibt.



«Und dann war die Toilette verstopft.» Mit diesem Satz beschrieb meine Arbeitgeberin die Abtreibung einer meiner Vorgängerinnen. Ich war 20 und Au Pair in London und die Vorgängerin lag schon ein paar Jahre zurück, sie war eine Deutsche gewesen, «die köstliche Schwarzwälder Kirschtorte machte», und an der offenbar auch so einiges anderes köstlich gewesen war.

Kurz: Ihr war passiert, was jungen Menschen in der Fremde nicht selten passiert, sie hatte sich verliebt, sie hatte Sex, sie war plötzlich schwanger, und weil letzteres keine Option war, setzte sie sich mit einer Stricknadel auf die Toilette, die später meine war, stach zu und trieb ab. Zum Glück ohne gesundheitliche Folgen.

Abtreibung ist eines der vielen unangenehmen Unterthemen, die zum Oberthema «Kind» gehören. Jedenfalls in jenem Stadium, das die Schweizer Philosophin Barbara Bleisch zusammen mit Andrea Büchler, einer Zürcher Professorin für Privatrecht und Rechtsvergleichung, im Buch «Kinder wollen – über Autonomie und Verantwortung» betrachtet. Nämlich das Stadium des Kinderwollens und des Kindwerdens im Mutterleib und was bereits da für das angebliche Kindeswohl unternommen wird.

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Barbara Bleisch, Moderatorin der «Sternstunde Philosophie», Kolumnistin im «Tages-Anzeiger», Mitglied des Ethik-Zentrums der Uni Zürich.

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Andrea Büchler ist neben ihrer Professur Präsidentin der Nationalen Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin der Schweiz. bild: srf

Ein vorgeburtliches Stadium also. Von der Absicht zum Zellhaufen zum Embryo zum Fötus. Von der Vorstellung zum Wunschkind. Aus einem Koitus entstanden oder in der Petrischale gezüchtet. Diagnostiziert, aussortiert, implantiert. Und immer alles in der Hoffnung, dass das Schicksal, dieser Begriff, unter dem die Unberechenbarkeit einer Existenz zusammengefasst wird, ausschaltbar sei. Dass man für sein Kind und gewiss auch für sich, das Optimum garantieren könne. Ein gesundes, glückliches, begabtes, schönes Kind, wenn möglich. Eines, das fehlerfrei aus dem Mutterleib geliefert wird und keinerlei Reparaturen bedarf.

Ein vor-bestimmtes Kind. Und das, so die Autorinnen, bleibt immer Wunschdenken und damit Fiktion. Denn selbst wenn es gelungen ist, dem Kind alle möglichen Sicherheiten und Vorteile mit auf den Weg zu geben, selbst wenn man es ganz und gar einer «liberalen Eugenik» unterworfen, Krankheiten vermieden, Geschlecht und Augenfarbe gewählt und das Sperma eines Nobelpreisträgers verwendet hat, so wird das Kind am Ende höchst wahrscheinlich machen, was es will. Dem Menschen wohnt ein eigenwilliger Trieb zur Autonomie inne.

Selbst Frankensteins Monster machte ja am Ende, was es wollte. Weil es menschliche Gefühle und eine menschliche Intelligenz entwickelte.

This is a three-day-old cloned human embryo which was created at the Centre for Life in the north England city of Newcastle by scientists Dr. Miodrag Stojkovic and Prof. Alison Murdoch and announced by them Thursday, 19 May 2005. It is the first to be created in Britain and the first to be grown in the western world. The team in Newcastle created three human clones, the most advanced being a three day old embryo the size of a full stop. The announcement came as a south Korean team also disclosed a significant cloning milestone. EPA/RBM ONLINE

Am Anfang sind wir Zellen. Hier ein geklonter menschlicher Embryo (2005). Er hat die Grösse des Punktes hinter diesem Satz. Bild: EPA

Barbara Bleischs letztes Buch stellte die Frage, ob Kinder ihren Eltern etwas schuldig sind. Die Antwort lautete: nein. Jetzt fragt sie gemeinsam mit Büchler, ob Eltern ihre Kinder formen können oder sollen, und die Antwort lautet auch hier: nein. Aber natürlich versuchen sie es. Und die Industrie, die aus diesem Wunsch erwachsen ist, ist monströs. Sie beginnt quasi mit der Pille und endet bei der «Genschere», mit der der chinesische Biophysiker He Jiankui Ende 2018 das Erbgut von Zwillingen veränderte, indem er eine Sequenz aus der Keimbahn schnitt. Ein Eingriff, der Auswirkungen auf ganze Generationen haben kann. Und das ist dann wirklich Frankensteinsch. Eine Schöpferfantasie wird Wirklichkeit.

Dazwischen gibt es eine Milliarde Möglichkeiten und keine Wahl, die Eltern treffen können, ist ganz richtig oder ganz falsch. Wann ist eine Frau zum Beispiel zu alt, um Kinder zu kriegen? Über 50-Jährige sind heute schliesslich körperlich in einer besseren Verfassung als viele 25-Jährige vor hundert Jahren. Und können «alte» Eltern ihren Kindern nicht mehr Sicherheit, Gelassenheit und Souveränität vermitteln als junge, die vielleicht überfordert sind? Oder treibt man das Kind damit nicht in die mögliche Lage, schon als Teenager Altenpflege übernehmen zu müssen?

Wie viel Fürsorge liegt in der Vorsorge? Wann ist sie gerechtfertigt und wann übertrieben?

Diskriminiert man etwa Menschen mit Behinderung, indem man einen «invaliden» Embryo abtreibt? Traut man dem Kind, das daraus entstehen könnte, etwa nicht zu, ein glücklicher Mensch zu werden? Oder traut man sich selbst nicht zu, dieser Aufgabe als Eltern gewachsen zu sein? Oder tut man ganz einfach das Bestmögliche? Wann sind Modifikationen am Genom therapeutische oder präventive Eingriffe und wann handelt es sich bloss um Optimierungswahn?

Die Querschnittszeichnung eines menschlichen Foetus im Mutterleib des Florentiner Universalgenies Leonardo da Vinci (1452 - 1519). Etwa zur gleichen Zeit als Kolumbus dem Atlantik ueberquerte, malte ein anderer Italiener, das Universalgenie Leonardo da Vinci, diese anatomischen Zeichnungen und Querschnitte eines Menschen im Mutterleib, die so akkurat sind, dass sie sowohl als kuenstlerische als auch als wissenschaftliche Skizzen bedeutend sind. (KEYSTONE/Photopress-Archiv/UPI/STR) === , ===

Leonardo da Vinci zeichnete diesen Foetus im Mutterleib, und man fragt sich, woher er das Modell bloss hatte. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV, UPI

Ab wann ist das Ding in der Gebärmutter eigentlich schon ein kleiner Mensch mit entsprechenden Rechten? Die einen sagen, ab dem Moment der Empfängnis. Die Schweiz sagt, nach der 12. Schwangerschaftswoche. Island nach der 22. Nach 22 Wochen ist mehr als die Hälfte einer Schwangerschaft um. Bis dahin darf man in Island abtreiben. Gesetz ist Gesetz. Anderswo wird alles getan, um Frauen, die abtreiben, zu kriminalisieren. Sie als Mörderinnen abzustempeln. Konservative Kräfte träumen von der Todesstrafe für Abtreibung.

Das vielleicht Frustrierendste an diesem Buch, das in einer klugen Auffächerung aller Pros und Contras zeigt, dass es wirklich keine eindeutigen Antworten gibt, ist, wie sich die Industrie um die Kindwerdung fast integral auf dem Körper der Frau austobt. Seien es die rechtlich-politischen Auslegungen des Themas Abtreibung, sei es die Verdingung wirtschaftlich bedürftiger Frauen als Leihmütter, also der Verkauf ihrer Gebärkapazität. Sei es die ganz banale Normalität.

Embryo transfer at the GYN-A.R.T. center for gynaecology, reproductive medicine, microsurgery, minimally invasive surgery and reproductive biology in Zurich, Switzerland, on March 26, 2015. Up to three embryos are transferred to the uterine cavity with a catheter. The positioning is monitored through the abdominal wall using ultrasound. (KEYSTONE/Gaetan Bally) 

Embryotransfer, aufgenommen am 26. Maerz 2015 in der GYN-A.R.T., Zentrum fuer Gynaekologie, Fortpflanzungsmedizin, Mikrochirurgie und minimal invasive Chirurgie sowie Reproduktionsbiologie, in Zuerich. Beim Transfer werden der Embryo bzw. die Embryonen (max. 3) mit einem Katheter in die Gebaermutterhoehle uebertragen. Die Platzierung wird mit Ultraschall durch die Bauchdecke ueberwacht. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Mit einem Katheter werden bis zu drei Embryos in einer Gebärmutterhöhle platziert. Hier in Zürich. Bild: KEYSTONE

Dem weiblichen Körper werden Eizellen entnommen oder künstlich befruchtet, ganze Gebärmütter werden transplantiert, er wird durchleuchtet, durchstochen, unterliegt vor der Geburt drastischen Veränderungen, wird bei der Geburt aufgerissen oder -geschnitten und ist immerzu dem Atomkraftwerk der hormonellen Veränderung und Einflussnahme ausgesetzt. Und wenn er das nicht will, dann unterliegt er der Pille, dieser Fernsteuerung des Hormonhaushalts. Es ist die Natur und was der Mensch daraus gemacht hat. Gerecht ist das nicht. Aber rechtens.

Wer vor diesem Buch einen Kinderwunsch hegte und ihn danach nicht verloren hat – wow, Bewunderung pur und total und für immer, denn ihr begebt euch alle auf den härtesten ethischen, moralischen, medizinisch-technologischen und juristischen Horrortrip, der vorstellbar ist.

360'000 Kinder kommen täglich zur Welt. Die wenigsten werden reich und erfolgreich, viele von ihnen werden irgendwas, und es ist wie in diesem einen Lied aus der «Zäller Wiehnacht», die nun jahreszeitlich gesehen überhaupt nicht passt, aber thematisch schon. Denn wie heisst es da zu einer der traurigsten und sorgenbeladensten Melodien der Mundartsonggeschichte?

Kei Mueter weiss, was ihrem Chind wird gscheh,
kei Mueter chan i d‘ Zuekunft gseh.
Ob ihres Chind mues liide,
oder ob mer’s gar wird beniide?
Kei Mueter weiss, was ihrem Chind wird gscheh.

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Lustige Baby-Bilder gegen Langeweile

Dieses Baby hatte es bei der Geburt ein wenig zu eilig

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39
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39Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Koukla 12.07.2020 23:48
    Highlight Highlight Wir haben 2 Kinder gezeugt damit sie uns später bei pc-und Natelproblemen helfen können / müssen.
  • dodo, dodo? 12.07.2020 21:27
    Highlight Highlight @ watson finde es befremdlich zu diesem artikel/thema dann „lustige baby“ fotos slide-show zu posten
    Benutzer Bild
  • Gutemine 12.07.2020 20:52
    Highlight Highlight Genau dieses Lied habe ich schon unzählige Male gesungen, gesummt, gedacht, wenn ich meine Kinder ansah und ansehe und mir Gedanken über ihren Weg machte und mache. Danke Simone Meier für das Zitat! Es trifft den Nagel so was von auf den Kopf.
  • Nathan der Weise 12.07.2020 11:17
    Highlight Highlight Unser <<Corona Baby>> wird Ende/Anfang Jahr hoffentlich gesund auf die Welt kommen. Wir werde es lieben und umsorgen wie seine beiden Geschwister zuvor. Alles nach bestem Wissen und Gewissen. Den Rest wird sich ergeben
  • Sarkasmusdetektor 12.07.2020 10:44
    Highlight Highlight Warum sollte man deswegen keine Kinder mehr wollen? Man sollte sich nicht von den Kindern verabschieden deswegen, sondern eher von dem unrealistischen Erwartungen an diese. Alles andere ist lediglich Resignation bzw. Aufgeben.
  • Bruno Wüthrich 12.07.2020 02:59
    Highlight Highlight Ich glaube, die Welt wäre besser, wenn es etwas weniger ehrgeizige Eltern gäbe, und wenn die ehrgeizigen Eltern etwas weniger ehrgeizig wären, und wenn die Kinder etwas länger Kinder sein dürften.

    Generell würden wir gut daran tun, wenn wir das mit der Perfektion etwas legerer sehen würden. Da wäre eine Menge Druck weg. Mit weniger Druck lebt es sich leichter und beschwingter. Das würde sich auch positiv auf unsere Kinder auswirken.

    Leider - so befürchte ich - befinden wir uns inzwischen auf einem Weg, auf dem wir (fast) nicht mehr umkehren können.
  • Mr. Freeze 12.07.2020 02:56
    Highlight Highlight Das klingt doch alles sehr verkopft. Am Ende sind Kinder eine unglaubliche Bereicherung. Wenn es einem als Eltern gelingt sie spüren zu lassen dass sie gewollt sind und sie ihren Bedürfnissen entsprechend aufwachsen zu lassen, dann hat man das Ziel erreicht. Die Vorstellung der Eltern was oder wie das Kind sein soll sind eher das Problem.
  • Tunnel Rind 11.07.2020 23:03
    Highlight Highlight Eine grosse Menge Probleme werden geschildert. Viel Zeigefingerei. Ohne Lösungen. Nennt man Polemik. „Gebärmutter aufgerissen“. Was ist denn die Alternativr zu Medizin? Früher war es wahrscheinlich, dass Frauen bei der Geburt gestorben sind. Oder das Kind. Wieso so viel Negativität? Man könnte meinen, Medizin sei ein Fehler.
  • Rethinking 11.07.2020 22:50
    Highlight Highlight 360'000 Kinder kommen täglich zur Welt...

    58’000 Tierarten verschwinden jedes Jahr...

    Es wird dringend Zeit dass wir umdenken...
  • Cart-Man 11.07.2020 22:31
    Highlight Highlight Harte Kost für die Kinder der Autorinnen. 😳
  • DunkelMunkel 11.07.2020 22:12
    Highlight Highlight “ stach zu und trieb ab. Zum Glück ohne gesundheitliche Folgen.”

    Ohne gesundheitliche Folgen?? Das Kind starb. Wie ist das keine “gesundheitliche Folge”?
    • dodo, dodo? 11.07.2020 23:16
      Highlight Highlight mich hat das mit der stricknadel auch geschockt!
      aber gerade DAS sollte ja nicht passieren, das frauen da zu so drastischen mitteln greifen müssen.
      wenn frau sich für einen abruch entscheidet braucht es med. & psychologische unterstützung.
    • PlusUltra 11.07.2020 23:44
      Highlight Highlight Du weisst doch ganz genau, wie das gemeint ist!
    • öpfeli 12.07.2020 05:57
      Highlight Highlight nein. Eine gesundheitliche Folge wäre z.B eine Unfruchtbarkeit oder innere Verletzungen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dani B. 11.07.2020 21:59
    Highlight Highlight Jean-Jacques Rousseau hat ein Buch über Kindererziehung geschrieben. Seine Kinder steckte er in ein "Heim".
    Bleisch hat jedoch zwei Töchter. Glaubwürdiger.
  • kerisma 11.07.2020 21:11
    Highlight Highlight Spannende Zusammenfassung! Und schön, dass darauf hingewiesen wird, dass Dinge, die rechtens sind, nicht automatisch gerecht sein müssen.
    Am Ende läuft alles wieder auf die Autonomie des einzelnen Lebens hinaus... gleichgültig, auf welche Weise es entstanden ist.
  • MartinZH 11.07.2020 21:01
    Highlight Highlight 360'000 Kinder kommen täglich zur Welt. Die wenigsten werden reich und erfolgreich. Alleine dieser Umstand regt einem zum Nachdenken an.
    • sottosopra 11.07.2020 21:34
      Highlight Highlight Die Idee dass die eigenen Kinder zu reichen und erfolgreichen Menschen werden sollen zählt insbesondere für das Bürgertum in westlichen und neoliberalen Gesellschaften. In vielen Teilen der Welt sind Kinder schlicht und einfach die Altersvorsorge der Eltern. Was aber wohl auf eine Mehrheit der täglich geborenen zutrifft: dass sie glücklich genug sind, um nicht freiwillig aus dem Leben zu scheiden.
    • PERSILflage 11.07.2020 21:51
      Highlight Highlight Habe 2 Kinder und ganz ehrlich, sch... drauf ob sie reich und erfolgreich werden.
      Ich hoffe nur inständig, sie werden glücklich und zufrieden!
    • kuschkusch 11.07.2020 21:59
      Highlight Highlight Ich mag finanziell gesehen nicht unbedingt reich sein und auch beruflich habe ich (freiwillig) nicht den Weg des grössten Erfolgs gewählt, trotzdem fühle ich mich weder arm noch erfolglos - ganz im Gegenteil!
      Ich denke Reichtum und Erfolg kann und soll jede/r für sich definieren und so hoffentlich den Weg finden, der ihm/ihr ein Gefühl von Zufriedenheit und im besten Fall Glück beschert 🍀
    Weitere Antworten anzeigen
  • Trouble 11.07.2020 20:43
    Highlight Highlight Wie soll man es denn vermeiden, seine Kinder zu formen? Soll man sie ab Tag 0 in einen leeren Raum legen und ohne Stimuli verkümmern lassen? Man formt sie, indem man mit ihnen spricht, indem man einfach in ihrer Anwesenheit weiterlebt. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?
    • Christian Mueller (1) 11.07.2020 22:41
      Highlight Highlight Ja, du hast etwas falsch verstanden. niemand sagt hier, man solle sein kind allein lassen. wer fragen stellt, lehnt etwas nicht ab; man macht sich darüber gedanken. leider verstehen viele dies gleich als negative kritik, schon nur zu fragen. weil sie die antworten nicht mögen.
    • Enzasa 11.07.2020 22:59
      Highlight Highlight Indem man sie in ihren Gefühlen bestärkt, ihre Eigenheiten akzeptiert, sie fördert, in den Bereichen wo sie es wollen.
      Ich denke es ist relativ einfach, wenn wir genau zwischen unseren Vorstellungen und ihren Wünschen unterscheiden
    • maude 11.07.2020 23:07
      Highlight Highlight das find ich das Fiese am Elternsein..wenn Dus wirklich gut machen willst, bist du mind.90% der Zeit mit Selbstreflektion und Selbstarbeit beschäftigt um deine Kinder vor dem ganzen Generationenscheiss zu bewahren..🤷🏼‍♀️ ob das Ganze was bringt...melde mich diesbezüglich in 30 Jahren nochmal...
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