Armee
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Schweizer Armee kann derzeit keine Drohnen einsetzen – jetzt machen Helikopter den Job



ZUR EIDGENOESSISCHEN ABSTIMMUNG UEBER DEN NACHRICHTENDIENST (NACHRICHTENDIENSTGESETZ) VOM SONNTAG, 25. SEPTEMBER 2016, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Eine Drohne des Typs Hermes 900 startet am Montag, 8. Oktober 2012, auf der Airbase Emmen zu einem Testflug. Die Hermes 900 kommt als Nachfolgerin der bei der Schweizer Luftwaffe im Dienst stehenden Aufklaerungsdrohne ADS 95 in Frage. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Eine Aufklärungsdrohne des Typs Hermes 900 bei einem Testflug in Emmen. Bild: KEYSTONE

Bei der Armee stehen zurzeit keine Aufklärungsdrohnen im Einsatz. Dies, weil sich die Inbetriebnahme der neu beschafften Armeedrohne des Typs Hermes 900 HFE verzögert. Probleme macht unter anderem das Sensorsystem, welches unbegleitete Drohnenflüge ermöglichen soll.

Das «Sense&Avoid»-Systeme (SAA) stehe noch nicht zur Verfügung, bestätigte das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen Bericht der «NZZ am Sonntag». Teilsysteme des SAA sollen voraussichtlich 2021 eingeführt werden. Mit den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie müsse dieser Zeitpunkt jedoch neu beurteilt werden.

Das SAA soll ermöglichen, dass die neuen Drohnen ohne Begleitflugzeug im Schweizer Luftraum eingesetzt werden können.

Kosten noch nicht definiert

Der Aufwand für die Zertifizierung des Aufklärungsdrohnensystems 15 (ADS 15) durch die israelische Zulassungsbehörde nehme mehr Zeit in Anspruch als geplant. Der Eidgenossenschaft entstehen laut Armasuisse keine zusätzliche Kosten, wenn die die Verzögerung durch den Hersteller verursacht wurde. Für Verzögerungen welche nicht aus der Corona-Pandemie entstanden seien, komme die Konventionalstrafe zur Anwendung.

Über Kosten wegen Anpassungen, wie zum Beispiel erhöhte Zertifizierungsanforderungen an das Enteisungssystem entstehen können, werde zwischen den Parteien verhandelt. Wegen der klimatischen Bedingungen muss in der Schweiz im Gegensatz zu Israel ein Enteisungssystem zum Einsatz kommen. Die Höhe des benötigten Zusatzkredites für das Enteisungssystems werde verhandelt und 2021 beantragt, schreibt Armasuisse.

Bereits zu einem früheren Zeitpunkt sei darauf hingewiesen worden, dass das Teilsysteme des SAA voraussichtlich 2021 eingeführt werden, schreibt die Armasuisse weiter.

Kampfpilotinnen aus aller Welt

Helikopter in Einsatz

Mit der Ausserdienststellung der Drohne ADS 95 Ranger im November 2019 verfügt die Schweizer Armee deshalb bis zur Einführung des Nachfolgemodells nicht über Drohnen. Zum Einsatz kommen bei der Grenzwache momentan Helikopter.

Für Armasuisse-Sprecher Kaj-Gunnar Sievert besteht die Möglichkeit, die neuen Drohnen anfangs ohne SAA fliegen zu lassen. Dann müsse die Drohne jedoch in gewissen Lufträumen von einem Flugzeug begleitet werden wie ihr Vorgänger, die Ranger-Drohne, sagte er gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Kritik der Finanzkontrolle

Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) hatte im September 2019 trotz grundsätzlicher Zustimmung Risiken bei der Beschaffung der sechs israelischen Aufklärungsdrohnen geäussert.

Nachbesserungen empfahl sie namentlich beim Schutz vor Cyberattacken und beim Risikomanagement mit dem israelischen Lieferanten. Rüstungsbotschaften sollten zudem künftig Varianten und Alternativen kritischer betrachten. Armasuisse sieht derweil keinen Handlungsbedarf, was die IT-Sicherheit betrifft.

In den Eidgenössischen Räten hatte sich bei der Beratung des 250-Millionen-Geschäftes im Jahr 2015 teilweise Unbehagen darüber breit gemacht, dass mit dem ADS 15 ein Produkt aus Israel ausgewählt wurde, das zudem noch nicht serienreif sei.

Die sechs je neun Meter langen Drohnen des Systems Hermes 900 HFE mit einer Flügelspannweite von 17 Metern sollen das Aufklärungsdrohnensystem aus dem Jahr 1995 ablösen. Eine Bewaffnung ist nicht vorgesehen. (jaw/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • bruuslii 13.07.2020 16:56
    Highlight Highlight mich erinnert das an die mirrage-affäre. war zwar vor meiner zeit, habe aber die geschichten dazu gehört.

    https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/50-jahre-mirage-affaere-das-ende-hochfliegender-plaene-128517598

    in der schweiz ist es kälter als in israel, na sowas, wer hätte das gedacht?!?

    der dieselmotor ist schwerer, wer hätte das erahnen können?!?
    🤦🏻‍♂️

    naja, fehler passieren, hoffe aber, dass die planung früher und ehrlicher handelt, als bei der mirrage-affäre 😉
  • Tschowanni 13.07.2020 06:38
    Highlight Highlight Hätte mich auch gewundert wenn bei der Beschaffungspolitik der Armee mal was rund läuft beim beschafften
  • Zyniker haben es leichter 12.07.2020 19:24
    Highlight Highlight Naja... Es ist einfach typisch Bund, bzw. überall dort typisch, wo nicht mit eigenem Geld hantiert wird. Und eine gefühlte Mehrheit auf Watson will eine Einheitskasse und auch sonst überall mehr Staat 🤣
  • Lupe 12.07.2020 17:43
    Highlight Highlight Ausser von den Rückwartigen- und Sanitätsdiensten der Armee hört man von den Waffengattungen nur negatives, schafft doch endlich den "Kriegspfadiverein" ab, die "Playmobiltruppen" sind in einem europäischen, oder globalen Krieg chancenlos.
    • xeceyoy 12.07.2020 18:46
      Highlight Highlight "...sind in einem europäischen, oder globalen Krieg chancenlos."

      Ich wüsste auch kein einzelnes Land, gegen das wir eine Chance haben. Da wir aber von Freunden umzingelt sind... ist das nicht so problematisch. Und sollten die plötzlich nicht mehr unsere Freunde sein - ist es eh vorbei.
    • Kilian Wenger 12.07.2020 19:50
      Highlight Highlight Es ist trotzdem besser, aktuelle Waffen und daran ausgebildete AdA zu haben, als schutzlos und erpressbar zu sein, auch wenn das Kräfteverhältnis nicht zu unseren Gunsten ist. Wer überhaupt nicht kämpft, hat schon verloren.
    • Telomerase 12.07.2020 21:02
      Highlight Highlight Ich liebe den Defätismus in den Kommentarspalten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • BetterTrap 12.07.2020 14:38
    Highlight Highlight Stichwort - ABSCHAFFEN.
    • xeceyoy 12.07.2020 18:41
      Highlight Highlight Ja, aber was wollen wir dann mit all dem Geld anfangen? Es für das Wohl der Gesellschaft ausgeben? Pfff...
    • DemonCore 12.07.2020 21:35
      Highlight Highlight Stichwort Sicherheitspolitischer Bericht, Verfassungsmässige Ordnung, Armeebericht und andere sicherheitspolitische Grundlagendokumente und in Gottes Namen, den politischen Konsens in der Schweiz studieren. Bevor man solch absoluten Unsinn postet. Merci.
    • ands 12.07.2020 23:51
      Highlight Highlight Ja, schaffen wir die Armee ab. Am besten betreiben wir gar keine Drohnen mehr. Wir können dann ja stattdessen x-mal teurere Flugzeuge oder Helikopter für Polizei und Grenzwachtkorps anschaffen...
  • Rethinking 12.07.2020 14:19
    Highlight Highlight Offenbar scheint die Drohnenbeschaffung ins Stocken zu kommen und teurer als geplant zu werden...

    Ein Vorgeschmack auf die Jetbeschaffung...
    • 7immi 12.07.2020 17:21
      Highlight Highlight @rethinking
      Ist es nicht bei jedem nicht Serienprodukt so? Die Beschaffung von Schienenfahrzeugen (SBB), Flugzeugen (SWISS), Schiffen, uvm hat immer mit Verspätungen zu tun. Speziell zu Zeiten von Covid19. Aus irgendwelchen (ideologischen?) Gründen erwartet man dann, dass dies bei der Armee anders sei...
    • ghawdex 12.07.2020 17:34
      Highlight Highlight verspätete Flugzeug Swiss?
    • 7immi 12.07.2020 19:38
      Highlight Highlight @ghawdex
      Die CSeries waren deutlich verspätet.
    Weitere Antworten anzeigen

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