Luftfahrt
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epa07728406 Southwest Airlines Boeing 737 Max aircraft sit parked on the tarmac of Southern California Logistics Airport in Victorville, California, USA, 19 July 2019. According to media reports, Southwest Airlines has announced that it would be taking Boeing 737 Max out of schedules until November. The Boeing 737 Max was grounded by aviation regulators and airlines around the world in March 2019 after 346 people were killed in two crashes.  EPA/ETIENNE LAURENT

Diese Maschinen bleiben vorerst am Boden: Mehrere Boeing 737 Max der Southwest Airlines parkiert in Victorville, Kalifornien. Bild: EPA

Was wird jetzt eigentlich aus Boeings 737 Max?



Zwei Abstürze des bestverkauften Flugzeugmodells 737 Max haben den Luftfahrt-Giganten Boeing vom erfolgsverwöhnten Weltmarktführer zum Krisenfall gemacht. Ein halbes Jahr nachdem die Unglücksflieger weltweit mit Startverboten belegt wurden, bleibt die Ungewissheit gross. Wann darf die 737 Max wieder abheben?

Klar ist bislang nur: Je länger sich die Wiederzulassung hinzieht, desto prekärer und teurer wird es. Das gilt für Boeing, aber auch für Airlines und Zulieferer - kurz: die gesamte Luftfahrtindustrie.

Vor dem Boeing-Werk in Renton nahe der US-Westküstenmetropole Seattle im Bundesstaat Washington ist das Debakel inzwischen nicht mehr zu übersehen. Selbst auf dem Mitarbeiterparkplatz stehen nagelneue 737-Max-Jets, die nicht an Kunden ausgeliefert werden können. Boeing hat die 737-Produktion im Zuge der Flugverbote zwar um 20 Prozent gedrosselt, trotzdem werden in der Hoffnung auf eine rasche Wiederzulassung weiter rund 42 Maschinen pro Monat gefertigt. Die müssen nun in Renton und andernorts zwischengelagert werden.

epa07732644 Boeing 737 Max 8 aircraft in production sit parked at the Boeing Renton Factory in Renton, Washington, USA, 21 July 2019. The Boeing 737 Max 8 was grounded by aviation regulators and airlines around the world in March 2019 after 346 people were killed in two crashes.  EPA/GARY HE EDITORIAL USE ONLY  EDITORIAL USE ONLY

Nagelneue 737-Max-Jets vor dem Boeing-Werk in Renton. Bild: EPA

Pannen und Fehler

Für Boeing bedeutet der erzwungene Auslieferungsstopp somit nicht nur massive geschäftliche Einbussen, sondern auch grossen logistischen Aufwand. Laut US-Medien braucht das Unternehmen vorübergehend Hunderte von zusätzlichen Mitarbeitern, die sich um Zwischenlagerung und Instandhaltung der Flugzeuge kümmern. Ein Boeing-Sprecher wollte sich dazu nicht konkret äussern. Doch auf der Job-Website des Konzerns befinden sich etliche entsprechende Angebote. Dabei sind die bisherigen Kosten für Boeing ohnehin schon immens.

Allein im zweiten Quartal brockte das 737-Max-Debakel dem Airbus-Rivalen einen Rekordverlust von 2.9 Milliarden Dollar ein. Der Umsatz fiel um 35 Prozent auf 15.8 Milliarden Dollar. Boeings gesamte Schadensbilanz seit den im März verhängten Flugverboten belief sich laut dem Finanzdienst Bloomberg bereits Ende Juni auf 8.3 Milliarden Dollar. Entlastung gab es seitdem nicht, im Gegenteil: Es kamen weitere Klagen, Konflikte und Probleme hinzu, die eine Wiederzulassung der 737 Max eher noch weiter verzögern dürften.

Als entscheidende Ursache der Flugzeugabstürze in Indonesien und Äthiopien, bei denen im Oktober und März insgesamt 346 Menschen starben, gilt eine fehlerhafte Steuerungssoftware von Boeing. Der Hersteller steht im Verdacht, die 737 Max unter hohem Konkurrenzdruck durch den europäischen Erzrivalen Airbus überstürzt auf den Markt gebracht und dabei die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Boeing bestreitet dies, hat jedoch verschiedene Pannen und Fehler eingeräumt. In den USA gibt es zahlreiche Klagen und Ermittlungen, ob bei der Zertifizierung der 737 Max alles mit rechten Dingen zuging.

Demonstrators hold pictures of plane crash victims during a vigil on the six-month anniversary of the crash of a Boeing 737 Max 8, killing 157 people in Ethiopia on March 10, which has resulted in the grounding hundreds of the planes worldwide, outside of the Department of Transportation, Tuesday, Sept. 10, 2019 in Washington. (AP Photo/Jose Luis Magana)

Demonstranten halten in Washington vor dem Transportministeriums Bilder von Unglücksopfern in die Höhe. Bild: AP

Ermittlungen gegen US-Luftfahrtbehörde

Da wegen der ursprünglichen Zulassung der Krisenjets auch die US-Luftfahrtbehörde FAA in der Kritik steht, könnte es weltweit zu Unstimmigkeiten kommen, wann die Maschinen wieder abheben dürfen. Bislang wurde international die US-Linie befolgt, doch diesmal könnte es Widerstand geben. Kein Wunder: Die FAA soll wichtige Prüfungen bei der 737 Max zunächst Boeing selbst überlassen haben. Ob die Behörde ihre Pflichten verletzt hat, ist Gegenstand von Ermittlungen. Fest steht: Viel Vertrauen ist schon verloren. Alexandre de Juniac, Chef des Weltairline-Verbands IATA, äusserte sich jüngst «beunruhigt und enttäuscht» vom Mangel an Einigkeit zwischen den Aufsichtsbehörden.

Die in Sachen Boeing stets gut informierte «Seattle Times» und die britische BBC berichteten übereinstimmend über Kritik der europäischen Luftfahrtbehörde EASA am Wiederzulassungsprozess. Demnach gehen den Europäern die von Boeing in Aussicht gestellten Upgrades der 737 Max nicht weit genug - die EASA wolle eigene Tests durchführen, bevor sie grünes Licht gibt. Trotz aller Ungewissheit geht Boeing-Chef Dennis Muilenburg weiter davon aus, dass die Unglücksflieger im November wieder in Betrieb genommen werden könnten. Es gebe «gute, solide» Fortschritte bei den geplanten Software-Updates der 737 Max, sagte Muilenburg am Mittwoch.

Doch der Rest der Luftfahrtbranche macht sich für eine längere Zwangspause bereit. Die US-Fluggesellschaften United und American Airlines haben die 737 Max vorsorglich bis in den Dezember hinein aus den Flugplänen gestrichen, Southwest Airlines bis Anfang Januar. Auch wenn sich die Unternehmen um Ersatz bemühen, fallen zahlreiche Flüge aus. Mittlerweile ächzt die gesamte Luftfahrtindustrie unter der Boeing-Krise und belastet damit zunehmend die US-Wirtschaft. Auch Zulieferer wie Spirit AeroSystems und General Electric bekommen die Misere zu spüren. Die Folgen der Startverbote haben die jährliche US-Wachstumsrate nach Berechnung des Analysehauses Capital Economics im zweiten Quartal bereits um 0.25 Prozentpunkte verringert.

epa07676094 (FILE) - An American Airlines Boeing 737 Max 8 (Tail Number N323RM) lands at LaGuardia Airport in New York, New York, USA, 12 March 2019 (reissued 27 June 2019). According to media reports a newly discovered potential hardware issue could delay the return of the 737 Max 8 to service. Multiple countries around the world have ground the Boeing 737 Max 8 planes following two separate crashes involving the model.  EPA/JUSTIN LANE

Hebt sie noch dieses Jahr wieder ab: Eine Boeing 737 Max 8 der American Airlines. Bild: EPA

US-Wirtschaft belastet

An Boeing hängen zahlreiche Arbeitsplätze und viel Wirtschaftskraft, deshalb wäre es auch für die US-Konjunktur von hoher Bedeutung, dass der Krisenflieger 737 Max wieder in die Luft gebracht wird. Doch Boeings Vorstandschef Muilenburg hat die Öffentlichkeit auf weitere Rückschläge vorbereitet. Sollte eine Wiederzulassung der Jets länger als geplant dauern, könnte die Produktion weiter gekürzt oder sogar komplett ausgesetzt werden, warnte der Spitzenmanager schon im Juli. Als grossen Gewinner von Boeings Debakel liesse sich leicht Erzrivale Airbus ausmachen. Tatsächlich scheint bereits sicher, dass die Europäer dem US-Konzern 2019 erstmals seit Jahren wieder den Titel als grösster Flugzeugbauer der Welt abnehmen werden.

Dennoch wäre es kurzsichtig anzunehmen, dass Airbus grossen Gefallen an den Problemen des Kontrahenten findet. So hält sich der Spielraum, in dem der Konzern von Boeings Schwäche profitieren kann, ohnehin in Grenzen. Die Unternehmen bilden ein Duopol im Flugzeugmarkt und sie sind beide auf Jahre ausgebucht, sodass Kunden kaum Alternativen haben. Wer seine 737-Max-Bestellung bei Boeing storniert, müsste sich bei Airbus ganz hinten anstellen und jahrelang auf Flugzeuge warten. Und auch grundsätzlich kann Airbus eigentlich kein Interesse dran haben, dass die Branche dauerhaft in Schwierigkeiten gerät - besonders wenn es um das Vertrauen ins Fliegen an und für sich geht.

epa07749972 (FILE) - A plane flies over an Airbus flag on the day of the group annual press conference on the 2018 financial results, in Blagnac, Southern France, 14 February 2019 (reissued 31 July 2019). Airbus on 31 July 2019 published their half-year 2019 results, saying their net income stood at 1,197 million euro, compared with 496 million euro in 2018, an increase of 141 per cent. Revenue was 30,866 million euro compared with 24,970 million euro in 2018, an increase of 24 per cent.  EPA/GUILLAUME HORCAJUELO

Airbus wird von der Boeing-Krise kaum profitieren. Bild: EPA

Während Boeing und andere Unternehmen nach den Abstürzen noch ihre finanziellen Belastungen kalkulieren, bleiben das menschliche Leid und die Trauer der Angehörigen unermesslich. In Äthiopien haben die Behörden die Identifizierung der Opfer abgeschlossen. «Uns ist es gelungen, die Leichenteile der Opfer innerhalb von zwei Monaten zu identifizieren», heisst es in einer in Addis Abeba veröffentlichten Erklärung der zuständigen Untersuchungskommission. Insgesamt wurden demnach 8185 Trümmerstücke, Leichenteile, Dokumente, Taschen und andere Gepäckstücke am Unfallort eingesammelt und akribisch unter die Lupe genommen. An der Untersuchung war auch Interpol beteiligt. Nach deren Angaben waren unter den Opfern Passagiere und Besatzungsmitglieder aus 35 Ländern. (sda/awp/dpa)

Auch Schweiz sperrt Luftraum für Unglücksmaschine

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    Alle Leser-Kommentare
  • Beasty 16.09.2019 00:47
    Highlight Highlight Gibt es hierzu irgendwelche personelle Konsequenzen bei Boeing?
  • kamä_leon 15.09.2019 22:50
    Highlight Highlight Es ist war und wird ein kapitaler Konstruktionsfehler bleiben, mit oder ohne Softwareupdate! Wir werden in dieser Form nie mehr eine MAX rumfliegen sehen. Was ich nicht verstehe warum Boeing nicht handelt. Wollen sie Konkurs gehen?
  • NikolaiZH 15.09.2019 22:33
    Highlight Highlight also skandinaven fliegen weiterhin mit B738 ohne Zwischengroundings
    • Juliet Bravo 15.09.2019 23:46
      Highlight Highlight Es geht um die Max 8 nicht um die 737-800.
  • amazonas queen 15.09.2019 22:21
    Highlight Highlight Tragisch ist hier, das die Probleme der Max absolut vergleichbar sind mit der Challenger. Die musste abheben, egal was es kostete. Obwohl Techniker, die sich auskennen, davor warnten. Die Max hätte so nie fliegen dürfen. Und auch hier hörte man erst zu, nachdem es geknallt hat.
  • Miikee 15.09.2019 21:00
    Highlight Highlight Fehlende Redundanz und Designfehler kann man nicht mit Software korrigieren.
  • Freethinker 15.09.2019 19:44
    Highlight Highlight Krass, dass dies überhaupt möglich war. Ein so erfahrenes Unternehmen wie Boeing, macht einen solch elementaren Fehler. Irgendwie habe ich das Gefühl, wenn man einen Techniker nach seiner Meinung gefragt hätte, wäre es garnicht so weit gekommen. Die Entscheidungen werden immer häufiger von Leuten getroffen, die zu wenig nah an der eigentlichen Materie sind. Nicht die Manager bringen diese Flugzeuge in die Luft, sondern vor allem die Ingenieure...
    • Ueli der Knecht 15.09.2019 21:55
      Highlight Highlight Wenn die Techniker, die Informatiker, die Ingenieure, Tester und Qualitätssicherer, also wenn die Fachspezialisten ihre Arbeit richtig machen würden, dann würden sie ihren Job verlieren. Daher machen die einfach, was das Management, also letztlich Fach-Unwissende von ihnen verlangen. Denn wer will schon seinen Job verlieren.

      Daran krankt nicht nur Boeing, sondern praktisch die gesamte Industrie. Auch hierzulande. Es hat jetzt nur Boeing getroffen. Vorher war es VW, Audi, und noch vorher waren es die Banken, usw. Weitere solche unschöne "Pschiss-"Entwicklungen werden bestimmt noch folgen.
    • Freethinker 16.09.2019 11:07
      Highlight Highlight Zu uns gekommen ist diese Mentalität von den Amerikanern, wir waren aber doof genug um es zuzulassen... 😔
  • Ueli der Knecht 15.09.2019 19:23
    Highlight Highlight "Als entscheidende Ursache der Flugzeugabstürze in Indonesien und Äthiopien, bei denen im Oktober und März insgesamt 346 Menschen starben, gilt eine fehlerhafte Steuerungssoftware von Boeing."

    Die entscheidende Ursache ist vielmehr ein Konstruktionsfehler. Nicht fehlerhafte Software. Das ist nur Symptom.

    Das eigentlich Übel sind Problemlösungen, die nicht die Wurzel des Übels sondern nur dessen Symptome bekämpft. Das ist letztlich ein kulturelles und sehr tief festsitzendes Problem, welches nur mit einem vollständigen Austausch des fehlerbehafteten Managements gelöst werden kann.
    • qolume 15.09.2019 19:51
      Highlight Highlight ja, das problem ist, dass sie ums verrecken eine neue Musterzulassing verhindern wollten, damit die Airlines keine Umschulungen vornehmen müssen. Die 737 MAX ist eine Krücke und gehört eingestampft.
    • _kokolorix 15.09.2019 22:25
      Highlight Highlight Das Problem war, dass die Software Leute einmal mehr zu viel versprochen haben und das Management nicht fakten, sondern wunschbasiert entschieden hat.
      Die Flugzeugbauer wollten den Flügel nach hinten rücken um den Schwerpunkt wieder neutral zu haben. Das hätte viel Konstruktionsaufwand und eine komplette Neuzulassung erfordert.
      Die Software Projektleiter versprachen den Fehler billiger und einfacher zu beheben. Ich nehme nicht an, dass ein Programmierer dazu Stellung nehmen durfte, er hätte wahrscheinlich auf den extrem hohen Testaufwand hingewiesen...
    • Ikarus 15.09.2019 23:03
      Highlight Highlight Nein da geht es nicht um zulassungen sondern um gewinnMAXimierungen. Die software steuerung wär überflüssig wenn der ganze flieger im lot wäre. Da wurde ganz einfach aerodynamisch sehr viel verbockt und man versuchte es mit der software zu kompensieren.
  • Gantii 15.09.2019 19:05
    Highlight Highlight was soll ein Software update bei einem Konstruktionsfehler helfen?
  • maylander 15.09.2019 18:42
    Highlight Highlight Da sieht man was die ganzen Fusionen anrichten. Douglas baute sehr gute Flugzeuge. Dann gab es den Merger mit McDonnel zu McDonnel Douglas diese wurde dann mit Boeing fusioniert und die zivilen Flugzeuge aus dem Douglas Portfolio nicht mehr weiterentwickelt. Die DC9 wurde noch als Boeing 717 gelistet das wars dann.
    Lockheed hat sich auch aus dem zivilen Markt zurückgezogen.
    Die ganze US Amerikanisch Luftfahrtindustrie hängt nun an Boeing. Der Rest bedient nur noch Nischen. Und wenn es nur noch einen oder zwei Anbieter gibt funktioniert das kapitalistische System nicht mehr.
    • crik 15.09.2019 19:31
      Highlight Highlight Die Sicherheit von Flugzeugen hat sich seit den von dir gelobten Zeiten massiv verbessert (unten ein Graph aus Wikipedia). Ob es ohne Fusionen noch besser wäre, ist reine Spekulation. Gleiches gilt übrigens auch für die Treibstoff-Effizienz.
      Benutzer Bild
    • Victor Paulsen 15.09.2019 19:59
      Highlight Highlight Ich glaube nicht, dass das soviel mit den Fusionen zu tun hat. Das ist einfacj die Veränderung des Zeitalters. Aber ich kann das nicht beurteilen, aber du(marylander) genau so wenig. Denn niemand weiss genau, wie die Entwicklung ohne gewesen wäre.
    • Amboss 15.09.2019 20:24
      Highlight Highlight Unbestritten, dieses Duopol hat sicher Nachteile. Aber die Verbindung zwischen den Fusionen und dem 737 Debakel ist aber schon sehr weit hergeholt.
      Die Luftfahrt damals ca in den Neunzigern hat ja so ziemlich gar nichts mit der heutigen Luftfahrt zu tun. Sei es bezüglich Technik, Verkehrsaufkommen, Anforderungen, Sicherheit etc...

      Das wäre ja etwa wie wenn du das Verschwinden von SEGA und Commodore bedauert, weil es damals noch Alternativen zu XBox und Playstation gab...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pafeld 15.09.2019 17:52
    Highlight Highlight Auch nach einem Software-Update wird das MCAS nach wie vor nur an einem einzigen Anstellwinkelsensor hängen und über einen einzigen Flugcomputer direkten Einfluss in die Fluglage nehmen können. Dieser Mangel an Redundanz lässt sich ohne Nachrüsten der Hardware nicht bewerkstelligen. Von daher bleibt es sowieso äusserst fragwürdig, ob die EASA die Neuzertifizierung so überhaupt zulässt.
    Scheinbar ist Boeing auch durchaus bereit, dies zu riskieren und zugunsten einer schnellstmöglichen Rezertifizierung durch die FAA im heimischen Markt das Flugzeug zumindest wieder lokal in die Luft zu bringen.
    • ghawdex 15.09.2019 18:46
      Highlight Highlight Nach dem Update von MCAS werden beide Aoa-Sensoren ausgewertet.

      https://www.seattletimes.com/business/boeing-aerospace/european-aviation-safety-agency-sets-strict-demands-for-737-max-return-to-flight/

      "Although Boeing has updated MCAS so that it now takes input from both Angle of Attack sensors on the MAX instead of only one, and won’t operate if they disagree, Ky indicated EASA finds this insufficient."

    • Pafeld 15.09.2019 19:59
      Highlight Highlight Ah, sehr interessant. Bisher hiess es immer, dass dies technisch nicht möglich sei. Dann ist zumindest bei den Sensoren eine Redundanz gewährleistet. Nichts desto trotz: ein einzelner Flugcomputer, der im Falle eines Defekt den Stabilizer während einer kritischen Flugphase kapern kann, ist ein absolutes no-go. Die Zurücksetzung des runaway stabilizer kann einen einzelnen Piloten kraftmässig komplett überfordern. Und Boeings Empfehlung zur Erleichterung über die Einleitung eines kontrollierten Sinkfluges mag in grosser Höhe funktionieren. Bei kleiner jedoch kaum.
    • ghawdex 15.09.2019 21:47
      Highlight Highlight Wenn Boeing eine Wiederzulassung mit nur einem Sensor angestrebt hätte durchzubekommen, die FAA hätte da hoffentlich den Kopf geschüttelt. Die Europäischen Behörden (EASA) wären kaum auf so einen Versuch eingegangen.
      http://www.europarl.europa.eu/cmsdata/186500/20190903_EASA_Ky-original.pdf
      (ab Slide 6, besonders Slide 15)
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