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Jean-Claude Juncker sagt Adieu.
Jean-Claude Juncker sagt Adieu.Bild: shutterstock/keystone/watson

Juncker zieht zum Abschied Bilanz – das sagt er über die Schweiz

29.11.2019, 14:4729.11.2019, 15:11

Mit einer launigen Bilanz seiner Erfolge und Niederlagen hat sich EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker von den Europäern verabschiedet. Der 64-jährige Luxemburger gibt sein Amt am Samstag nach fünf Jahren an Ursula von der Leyen ab.

«Es ist kein Geheimnis, dass Europa die grosse Liebe meines Lebens ist und immer bleiben wird», schrieb Juncker am Freitag in einer Kolumne für das Portal «Politico». «Die vergangenen fünf Jahre waren kein Picknick. Es gab schwierige Momente, die mir im Gedächtnis geblieben sind, und es gab sehr schöne Erinnerungen an sehr besondere Momente», schrieb Juncker.

Zum Abschied teilte Juncker noch einmal etliche Anekdoten, so etwa, dass sein uraltes Nokia-Handy einst vom früheren französischen Präsidenten Jacques Chirac abgehört wurde oder dass er auf Zypern genug Halloumi-Käse für den Rest seines Lebens aufgetischt bekommen habe. «Ich habe ihnen das nicht erzählt, aber ich bin kein grosser Fan dieses Gummizeugs», schrieb Juncker.

Zu den schwierigen Zeiten zählte er die Griechenland-Krise 2015 sowie die EU-kritischen Referenden in den Niederlanden, in Dänemark, der Schweiz und schliesslich die britische Entscheidung zum EU-Austritt.

Zur Schweiz schreibt er unter der Überschrift «unerwiderte Liebe»:

«Ich persönlich habe 23 Mal mit vier aufeinanderfolgenden Schweizer Präsidenten gesprochen, und meine Kommission hat 32 Runden technischer Verhandlungen geführt, um ein Abkommen zwischen der EU und der Schweiz über unsere künftigen Beziehungen abzuschliessen. Alle Elemente liegen auf dem Tisch und wir haben einen Text. Es ist frustrierend, dass wir es nicht über die letzte Hürde schaffen - und ein perfektes Beispiel dafür, wie hart Verhandlungen sein können (für jeden, der derzeit an Verhandlungen interessiert ist).»
Jean-Claude Juncker über die Schweiz
Bundespräsidentin Doris Leuthard begrüsst Jean-Claude Juncker in Bern am 23. November 2017.
Bundespräsidentin Doris Leuthard begrüsst Jean-Claude Juncker in Bern am 23. November 2017.Bild: KEYSTONE

«In den vergangenen Jahren habe ich mich oft wie Europas Familientherapeut gefühlt, der versuchte, jeden glücklich und an Bord zu halten», meinte Juncker. Nun werde er früher ausscheiden als die Briten - was ihn nicht unglücklich mache, «denn es bricht mir das Herz zu sehen, wie ein Mitglied unsere Union verlässt».

Als Höhepunkte seiner Amtszeit strich er unter anderem das Pariser Klimaabkommen von 2015 und den 60. Geburtstag der EU in Rom 2017 heraus sowie die Abschaffung der Handy-Roaming-Gebühren 2017. Als besonderes Kompliment sieht er die Namen, die ihm US-Präsident Donald Trump verliehen habe: «Tough cookie» (in etwa: harter Hund) und «brutal killer».

Und auch vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der der Nato kürzlich den «Hirntod» bescheinigt hatte, verabschiedete sich Juncker mit einer Spitze: «Europa muss eine starke Säule der Nato bleiben, die weniger ‹hirntot› ist als in einem leichten Dämmerschlaf, aus dem sie leicht geweckt werden kann.» (sda/apa/dpa)

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8 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Locutus70
29.11.2019 18:07registriert September 2018
«Es ist kein Geheimnis, dass Europa die grosse Liebe meines Lebens ist und immer bleiben wird» - seine Hauptaufgabe war es Luxemburg schön unter dem Radar zu halten. Stichwort: Niedrigstbesteuerung von multinationalen Konzernen und für gesamte EU, Einnahmen aus Gebühren und Steuern für die ganzen "EU-Hilfstöpfe" - wollen wir mal schauen, ob die neue Kommission das so weiter laufen lässt. Möglich wäre es, denn Luxemburg ist ja der treueste Partner der EU ^^
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Korrekt
29.11.2019 15:53registriert Oktober 2018
"Es ist frustrierend, dass wir es nicht über die letzte Hürde schaffen" - Es ist eben mehr als nur eine Hürde. Ausser man will immer noch nicht einsehen, dass das Volk in der Schweiz ein Mitspracherecht hat.
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K1aerer
29.11.2019 17:44registriert Mai 2019
Dieser Juncker hat noch ernsthaft das Gefühl, dass die Schweiz einen schlechten Deal abschliesst. Von ihm kommt doe glorreiche Idee ein Schiedsgericht, das noch von EU bestimmt wird, einzuführen. Einen Knebelvertrag ausarbeiten und dann das Gefühl haben, den noch zu unterschreiben. Wenn er nicht verstehen will, dass alles in der Schweiz vom Volk abgesegnet werden muss, istbes sein Problem.
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