Gesellschaft & Politik
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epa04209078 People pray near by graves of miners who were killed in a mine explosion near Soma, Manisa province, Turkey, 16 May 2014.  A total of so far 283 people were killed in an explosion at the Turkish coal mine in Soma that started an underground fire, Energy Minister Taner Yildiz said on 16 May. Hundreds of workers were trying to free miners still trapped, after the fire broke out with 787 miners underground. The Soma explosion and fire is the world's deadliest mine disaster in nearly 40 years.  EPA/TOLGA BOZOGLU

Angehörige trauern um Minenarbeiter, die bei dem Unglück ums Leben kamen. Bild: EPA/EPA

Drama in Soma

Fast alle Opfer nach Grubenunglück gefunden – Erdogan unter Druck

Die meisten Opfer des verheerenden Grubenunglücks in der Türkei sind nach Angaben der Regierung inzwischen gefunden worden. Energieminister Taner Yildiz spricht – drei Tage nach der Katastrophe – von noch 18 vermissten Männern.

Das gehe aus Aufzeichnungen des Minenbetreibers und der Familien hervor. Rund 500 Rettungskräfte waren am Freitag in Soma weiter im Einsatz, um die letzten verschütteten Bergleute aus der Kohlegrube zu bergen. Für diese gab es praktisch keine Überlebenschancen mehr. Die Zahl der gefundenen Toten stieg auf 284.

epa04207549 Activists with their faces stained with black color as they hold coal during a demonstration for the victims of the Soma mine explosion, in Istanbul, Turkey, 15 May 2014. The corporate owner of the Soma coalmine, the scene of Turkey's worst mining disaster, said 450 workers had been saved and 80 of them were still in hospital. Turkish trade unionists in a range of industries held a one-day strike, protesting at the country's poor record on mining safety and charging that safety regulations had gone unenforced since the formerly state-run Soma mine was leased to a private company.  EPA/SEDAT SUNA

Die Kumpels, die überlebt haben, klagen den Grubenbetreiber an. Er habe die Sicherheit vernachlässigt. Bild: EPA/EPA

Ein Grossaufgebot von Staatsanwälten soll nun nach Schuldigen suchen. Der Hohe Rat der Richter und Staatsanwälte habe als oberstes Aufsichtsgremium 28 Ankläger auf den Fall angesetzt, berichteten türkische Fernsehsender am Freitag. Die türkische Regierungspartei AKP wolle das Unglück vom Parlament untersuchen lassen, meldete die Nachrichtenagentur Anadolu.

War Grubenunglück kalkuliert?

Die Katastrophe in Soma ist das schwerste Bergwerksunglück in der Geschichte der Türkei. Nach Angaben der Betreibergesellschaft Soma Holding wurden 450 Kumpels lebend gerettet. Zusammen mit den Toten und den 18 Vermissten hätten sich demnach maximal 752 Arbeiter in dem Bergwerk aufgehalten. Zunächst hatte der Energieminister von 787 Bergleuten gesprochen.

Miners walk inside a changing room during a break from their search and rescue operation for their colleagues trapped in a coal mine after a mining disaster in Soma, a district in Turkey's western province of Manisa May 14, 2014. Rescuers were still trying to reach parts of the coal mine in Soma, 480 km (300 miles) southwest of Istanbul, almost 48 hours after fire knocked out power and shut down the ventilation shafts and elevators, trapping hundreds underground. At least 282 people have been confirmed dead, mostly from carbon monoxide poisoning, and hopes are fading of pulling out any more alive of the 100 or so still thought to be inside. Picture taken May 14, 2014. REUTERS/Stringer (TURKEY - Tags: DISASTER ENERGY)

Umkleidekabine und Ausrüstungslager der Grube. Bild: X01258

Der Betreiber des Bergwerks in Soma verteidigte sich erneut gegen Vorwürfe, in der Grube seien Sicherheitsstandards missachtet worden. «Es gibt keinerlei Versäumnis auf unserer Seite», sagte Generaldirektor Akin Celik. Das Unglück sei durch die Explosion von Kohlestaub verursacht worden – nicht durch einen explodierenden Trafo wie zunächst angegeben.

Soma-Firmenchef Alp Gürkan sprach von einer «unglaublichen Tragödie». Kritiker werfen ihm vor, die Rentabilität der Kohlegrube auf Kosten der Arbeitssicherheit gesteigert zu haben. 2012 hatte Gürkan sich damit gebrüstet, die Produktionskosten seit deren Privatisierung von 130 Dollar auf 24 Dollar pro Tonne gesenkt zu haben.

Die türkische Regierung wird kritisiert, weil sie schärfere Sicherheitskontrollen verhindert haben soll. (oku/sda)



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