Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Das Eigentor von Pfaff gehört zweifelsohne zu den kuriosesten Bundesliga-Toren aller Zeiten. Screenshot: t-online.de/imago

Unvergessen

Bayern-Keeper Jean-Marie Pfaff schaufelt sich beim Debüt einen Einwurf ins Tor

21. August 1982: Dass Jean-Marie Pfaff sechs Jahre lang beim FC Bayern München zwischen den Pfosten stehen darf, ist nicht selbstverständlich. Schliesslich legt sich der Belgier bei seinem ersten Bundesliga-Spiel ein überaus kurioses Ei ins Netz. Auch wenn Pfaff bis heute seine Unschuld beteuert.



Am ersten Spieltag der Saison 1982/83 sind die grossen Bayern zu Besuch bei Werder Bremen. 35'000 Zuschauer haben den Weg ins Weserstadion gefunden. Bei den Gästen stehen Superstars wie Paul Breitner oder Karl-Heinz Rummenigge in der Startelf.

Und Neuzugang Jean-Marie Pfaff. Der 28-jährige Torhüter ist für die damals astronomische Summe von rund einer Million Deutsche Mark zum Rekordmeister gestossen. Zuvor hat der Belgier in der Heimat bei seinem Stammklub SK Beveren zwischen den Pfosten gestanden, vor gerade mal durchschnittlich 7000 Zuschauer.

«Vom Strassenfussballer zum Weltfussballer.»

Jean-Marie Pfaff über seinen Werdegang

Der Nachfolger von Sepp Maier

Pfaff soll die Lücke füllen, die der zurückgetretene Weltklassetorwart Sepp Maier hinterlassen hat. Die Nachfolger Manfred Müller und Walter Junghans sind an dieser Aufgabe nämlich kläglich gescheitert, jetzt versucht es Trainer Pal Csernai mit dem belgischen Lockenkopf.

Der deutsche Torhueter Sepp Maier am 14. Juni 1978 in voller Aktion beim Spiel Deutschland-Italien (0:0) in Buenos Aires bei der Fussball-WM 1978. (KEYSTONE/EPA PHOTO/DPA/Str)    ===  ===

Pfaff nahm zwei- bis dreimal in der Woche Privattraining bei Sepp Maier (im Bild). Bild: EPA/DPA

Mit seinem spektakulären Torwartstil scheint Pfaff die richtigen Voraussetzungen mitzubringen, die Erwartungen seines neuen Vereins zu erfüllen. Mit seinen tollen Auftritten bei der EM 1980 und der WM 1982 bringt der Belgier auch die nötige internationale Erfahrung mit.

«Das Geheimnis eines Spitzentorwarts liegt in der Mischung aus Reflexen, Sprungkraft, Technik und Konzentration und im Willen, den Ball in allen Situationen fangen zu wollen.»

Jean-Marie Pfaff spiegel.de

Die ersten Bundesliga-Minuten in Bremen verlaufen ruhig für Pfaff, die Teams neutralisieren sich gegenseitig. Kurz vor dem Halbzeitpfiff gibt es noch einen Einwurf von der Seitenlinie. Der Ausführende: Uwe Reinders. Der hat eine angeborene Fähigkeit, die er gemäss eigenen Aussagen «nie speziell trainiert hat». Reinders kann nämlich extrem weit einwerfen.

Bild

Das Trikot von Reinders aus der Saison 82/83 kann man übrigens ersteigern. Screenshot: dfb.de

«Niemand ist schuld, es ist ein Unfall»

Eigentlich missrät dem Bremer der Versuch, wie er später gesteht: «Ich Idiot habe einfach zu weit geworfen.» Mit Hilfe des Windes fliegt der Ball weit in den Strafraum hinein. Pfaff verschätzt sich völlig – über die gefährliche Wurfkraft von Reinders ist er nach eigener Aussage im Vorfeld nicht aufgeklärt worden – und schaufelt sich dabei den Ball ins Tor.

abspielen

Das Eigentor von Jean-Marie Pfaff. Video: YouTube/fritz51239

Die Nummer 1 werden kann jeder – aber die Nummer 1 bleiben, das ist schwer.

Jean-Marie Pfaff

Für Pfaff auch heute noch kein Fehler, wie er in der ZDF-Talkrunde Moderator Markus Lanz erklärt: «Ich gehe raus und mein Ellbogen prallt mit dem Ellbogen von Klaus Augenthaler zusammen. Niemand ist schuld. Es ist ein Unfall.»

Dass das Tor gar nicht regulär gewesen wäre, wenn Pfaff den Ball nicht berührt hätte, ist ihm in diesem Moment nicht bewusst. Nach der Partie knurrt er ins Mikrofon: «Ich muss doch vorher nicht das Regelbuch lesen.» Die Bayern spielen in der zweiten Halbzeit die Bremer an die Wand, doch ein Tor fällt nicht mehr. Es bleibt beim 0:1 aus Sicht der Münchner. Am Ende der Saison resultiert Rang 4, Meister wird der HSV.

Bild

Der «Unfall», wie es Pfaff nennt. Screenshot: ndr.de

Die «Kardashians aus Belgien»

Der Spott in Deutschland über den patzenden Neuling ist gross. Die Kritik perlt aber an Pfaff ab, wie er dem Spiegel sagt: «Das Tor war positiv für mich. Ich war sofort überall bekannt, im Fernsehen wurde es zehnmal wiederholt.»

Zum Glück für die Bayern und ihn selbst hält er in den nachfolgenden Spielen vorzüglich. Nach dem «schweren Moment» zu Beginn spielt sich Pfaff nicht nur die Herzen der Bayern-Fans, mit dem Lied «Ich war ein Belgier und jetzt bin ich ein Bayer» singt er sich regelrecht hinein.

abspielen

Ein Ohrenschmaus par exellence, der sogar eine goldene Platte in Belgien gewann. Video: YouTube/Sohndesbischofs

Nach der erfolgreichen Karriere (3x deutscher Meister, Welttorhüter des Jahres 1987) bleibt der charismatische Belgier weiter in der Öffentlichkeit präsent: In der Heimat läuft neun Jahre lang eine Seifen-Oper («De Pfaffs») über seine Grossfamilie (mit Ehefrau, den drei Töchtern und sechs Enkelkindern), die in 271 Folgen jeden Sonntag über zwei Millionen Zuschauer vor den Fernseher lockt.

Bild

Eine Familie, ein Strassenfeger: «De Pfaffs». Screenshot: frontview-magazine.be

Heute lebt Pfaff in Brasschaat bei Antwerpen. Er liess sich ein Haus im Ranchstil bauen. Immer noch beliebt ist er als Experte.

MUNICH, GERMANY - SEPTEMBER 19:  Jean-Marie Pfaff poses at Schottenhamel beer tent during the Oktoberfest 2015 Opening at Theresienwiese on September 19, 2015 in Munich, Germany.  (Photo by Hannes Magerstaedt/Getty Images)

Immer wieder gern gesehen in München: Jean-Marie Pfaff. Hier bei der Oktoberfest-Eröffnung 2015. Bild: Getty Images Europe

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.

Die Schweizer in der Bundesliga 2019/2020

Mehr zur Bundesliga

Der BVB will Meister werden und Favre sagt: «Für mich ist das kein Problem»

Link zum Artikel

Akanji über die Freundschaft mit Embolo: «Können herumalbern, aber auch tiefgründig reden»

Link zum Artikel

Schalke-Boss Clemens Tönnies sorgt für Rassismus-Eklat – und kriegt Applaus

Link zum Artikel

Die Kader der neuen Saison zeigen, dass uns noch ein riesiges Transfer-Gewitter erwartet

Link zum Artikel

Die 2. Bundesliga zieht die Fans an – aber kaum Schweizer Spieler

Link zum Artikel

Morey bis Diaby: Diese 15 Talente werden jetzt die Bundesliga aufmischen

Link zum Artikel

«Mein Körper hat rebelliert» – Ciriaco Sforza gibt überraschend offenes Interview

Link zum Artikel

Vier Gründe, warum Bayern München einfach keinen Topstar abkriegt

Link zum Artikel

«Hunderte Dinge haben mich genervt» – dieser Fan boykottiert seit einem Jahr Fussball

Link zum Artikel

Das sind die Trikots der neuen Fussball-Saison 2019/20 – das von Sion schlägt sie alle

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Mehr zur Bundesliga

Der BVB will Meister werden und Favre sagt: «Für mich ist das kein Problem»

10
Link zum Artikel

Akanji über die Freundschaft mit Embolo: «Können herumalbern, aber auch tiefgründig reden»

6
Link zum Artikel

Schalke-Boss Clemens Tönnies sorgt für Rassismus-Eklat – und kriegt Applaus

18
Link zum Artikel

Die Kader der neuen Saison zeigen, dass uns noch ein riesiges Transfer-Gewitter erwartet

34
Link zum Artikel

Die 2. Bundesliga zieht die Fans an – aber kaum Schweizer Spieler

9
Link zum Artikel

Morey bis Diaby: Diese 15 Talente werden jetzt die Bundesliga aufmischen

3
Link zum Artikel

«Mein Körper hat rebelliert» – Ciriaco Sforza gibt überraschend offenes Interview

8
Link zum Artikel

Vier Gründe, warum Bayern München einfach keinen Topstar abkriegt

92
Link zum Artikel

«Hunderte Dinge haben mich genervt» – dieser Fan boykottiert seit einem Jahr Fussball

72
Link zum Artikel

Das sind die Trikots der neuen Fussball-Saison 2019/20 – das von Sion schlägt sie alle

56
Link zum Artikel

Mehr zur Bundesliga

Der BVB will Meister werden und Favre sagt: «Für mich ist das kein Problem»

10
Link zum Artikel

Akanji über die Freundschaft mit Embolo: «Können herumalbern, aber auch tiefgründig reden»

6
Link zum Artikel

Schalke-Boss Clemens Tönnies sorgt für Rassismus-Eklat – und kriegt Applaus

18
Link zum Artikel

Die Kader der neuen Saison zeigen, dass uns noch ein riesiges Transfer-Gewitter erwartet

34
Link zum Artikel

Die 2. Bundesliga zieht die Fans an – aber kaum Schweizer Spieler

9
Link zum Artikel

Morey bis Diaby: Diese 15 Talente werden jetzt die Bundesliga aufmischen

3
Link zum Artikel

«Mein Körper hat rebelliert» – Ciriaco Sforza gibt überraschend offenes Interview

8
Link zum Artikel

Vier Gründe, warum Bayern München einfach keinen Topstar abkriegt

92
Link zum Artikel

«Hunderte Dinge haben mich genervt» – dieser Fan boykottiert seit einem Jahr Fussball

72
Link zum Artikel

Das sind die Trikots der neuen Fussball-Saison 2019/20 – das von Sion schlägt sie alle

56
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Ein Drei- oder gar Vierkampf um den Titel? Endlich ist die Super League wieder spannend

Dank dem 3:0-Sieg des FC Basel gegen Meister YB und dem nächsten Erfolg des FC St.Gallen (4:1 in Luzern) ist die Spitze der Super League zusammengerückt. Drei Teams sind nur durch zwei Punkte getrennt. Diese Konstellation gab es schon lange nicht mehr.

Die erste Kerze am Adventskranz brennt – und die Super League ist an der Spitze so spannend wie seit Jahren nicht mehr:

Drei Teams sind nur durch zwei Punkte getrennt, weil Basel den Young Boys im Spitzkampf keine Chance liess und weil Peter Zeidlers junger FC St.Gallen nach wie vor die positive Überraschung der Saison ist. Hinzu kommt als vierte Kraft der formstarke und ambitionierte FC Zürich, der Sieg an Sieg reiht und sich nach vorne orientieren kann.

So spannend sei der Titelkampf zuletzt …

Artikel lesen
Link zum Artikel