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Weg frei für GAV-Verhandlungen für Deutschschweizer Journalisten



Die Schweizer Verleger sind bereit, mit den Arbeitnehmerverbänden impressum und syndicom Gespräche über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zu führen. Voraussetzung dafür sei, dass impressum aus dem Verband Schweizer Medien austritt.

Impressum habe eingewilligt, Austrittsverhandlungen zu führen, sagte der scheidende Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument. Impressum könne bei GAV-Verhandlungen nicht gleichzeitig die Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern vertreten.

Die Mitgliederversammlung der Verleger stimmte am Donnerstag in Luzern ohne Gegenstimme bei drei Enthaltungen zu, nach dem Austritt von impressum Verhandlungen auf Basis eines Diskussionspapiers über Mindestbedingungen für Medienschaffende für die Deutschschweiz und das Tessin zu führen.

Lebrument kündigte ferner an, dass der Verband Schweizer Medien auf seinen Entscheid, keine Zahlungen mehr an den Presserat zu leisten, zurückgekommen ist. «Wir werden weiter zahlen», sagte Lebrument.

Supino neuer Präsident

Es war eines der letzten Voten Lebruments in seiner Funktion als Verlegerpräsident. Am Donnerstagvormittag wählte die Mitgliederversammlung des Verbandes Schweizer Medien Pietro Supino, Verleger und Verwaltungsratspräsident der Tamedia, einstimmig zum neuen Präsidenten. Lebrument wurde zum Ehrenpräsident ernannt.

Nach 13 Jahren an der Spitze des Verlegerverbandes zeigte sich Lebrument in seiner Abschiedsrede überzeugt, dass die Medienbranche in einem respektablen Zustand ist. Es brauche aber auch künftig gute Rahmenbedingungen für die privaten Medien in der Schweiz.

Eine Absage erteilte Lebrument Schutzwällen und einer staatlich abgesicherten Konkurrenz. Nötig sei stattdessen publizistische Vielfalt. Nur so liessen sich Innovationen anstacheln und die Standortqualität der privaten Medien stärken.

Digitale Herausforderung

In einem am Donnerstag im «Bündner Tagblatt» publizierten Interview äusserte sich Lebrument zudem zur Ungewissheit, die der digitale Schritt der Medien mit sich bringe. Heute stehe in den Verlagen der ganze analoge Geschäftsbereich mit all seinen Printprodukten zur Diskussion - das habe es in seiner ganzen 45-jährigen Karriere als Journalist und Verleger noch nie gegeben. Bisher hätten Veränderungen nur innerhalb des Analogen stattgefunden.

Ob es in 20 Jahren noch gedruckte Medien gebe, wisse niemand. Noch über längere Zeit verschont von der Digitalisierung werde der Lokaljournalismus. In den Lokalzeitungen lese er viele Artikel und Geschichten, die sonst nirgends zu finden seien: «Da kann ich 'googeln' wie ich will.»

«Ein Schuss in den Rücken»

«Nur übers Geld» könne der Expansion der SRG Einhalt geboten werden, erklärte der Verleger. Heute habe die SRG das Mass, was eine öffentlich-rechtliche Anstalt zur Erfüllung des Service-public-Auftrages zu tun habe, überschritten. Trotzdem glaubt Lebrument, dass «das Land eine SRG braucht» und die «No Billag»-Initiative keine grosse Chance beim Stimmvolk haben wird.

Was ihn «persönlich fuchst», sei, dass die SRG bereits letztes Jahr im Abstimmungskampf um das neue Radio- und Fernsehgesetz zusammen mit Swisscom und Ringier eine neue Werbeallianz eingefädelt habe. Das sei ein «Schuss in den Rücken des Verlegerpräsidenten» gewesen, den er nicht vergessen werde.

Lebruments Nachfolger als Verlegerpräsident, Pietro Supino, versprach in seiner Rede Kontinuität. Wichtig seien ihm unter anderem Medienfreiheit, die Aus- und Weiterbildung sowie die Verhandlungen über einen neuen GAV. Einsetzen will sich Supino ferner dafür, dass Ringier in den Verband zurückfindet. (sda)

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