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Nope, so entspannt haben es Paket-Zusteller in der Adventszeit definitiv nicht.
Nope, so entspannt haben es Paket-Zusteller in der Adventszeit definitiv nicht.Bild: webfail

Ein DHL-Bote packt aus – darum kommen deine Pakete vor Weihnachten oft nicht an

24.12.2018, 11:5725.12.2018, 23:34
Helena Düll / watson.de

Im November begann für die Paketzusteller – egal bei welchem Post-Dienst sie arbeiten – die Weihnachtszeit und damit eine noch stressigere Zeit als ohnehin im Rest des Jahres. In einer Schicht müssen dann schon mal bis zu 250 Pakete ausgeliefert werden – rund 30 mehr als sonst. 

Das ist heftig und sorgt dafür, dass Pakete auf der Strasse abgestellt werden, wir zuhause auf unser Paket warten und niemand klingelt oder wir uns meilenweit auf die Suche nach einem Benachrichtigungszettel machen.

Wir haben mit einem Paketzusteller gesprochen, der seit über zwei Jahren zwei- bis dreimal in der Woche für DHL Pakete zustellt. Er hat uns verraten, was erlaubt ist, was gar nicht geht und was Paketzusteller noch schlimmer finden als unsere 30 Zalando- und Amazonpakete in der Woche. 

... über die Klingel-Vorschriften: 

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Klingeln? Geht doch auch so! 

«Es ist Vorschrift, bei jedem zu klingeln. Wenn wir mehr Zeit hätten, dann könnte die auch jeder einhalten.

Deshalb scheiden sich bei dem Thema die Geister und es wird auch innerhalb der Belegschaft kritisch diskutiert. Es gibt die eine Seite, die sagt – und das verstehe ich auch: ‹Ich bekomme eine ziemlich hohe Sendungsmenge und ich versuche, in meiner Arbeitszeit mit meiner Arbeit fertig zu sein.› Wenn du das bei diesen Mengen alles nach Vorschrift machst, dann ist das schwer möglich. Das sind die Paketboten, die den Grundsatz haben, solange der Kunde nicht zur Filiale laufen muss, ist alles gut. Die Logik dahinter ist: ‹Ich nehme es nicht mehr mit, es ist zugestellt und die Menschen können sich ihr Paket bei sich im Haus abholen.›

Hinzu kommt: Stell dir einen Plattenbau mit sechs Stockwerken vor. Wenn du da für jedes Paket erst einmal sechs Stockwerke hoch- und runterlaufen musst, dann brauchst du natürlich auch für jedes Paket länger. Da ist es schon einfacher und zeitsparender, alles bei jemandem im Erdgeschoss abzugeben, der ohnehin immer zuhause ist.

Die Alternative ist, zu sagen: ‹Ich klingle bei jedem im Haus, brauche mehr Zeit und nehme dafür in Kauf, dass ich nicht die ganze Arbeit schaffe.› Ich kann beide Positionen verstehen.»

... über Benachrichtigungskarten: 

Regel Nummer eins: Immer freundlich bleiben!
Regel Nummer eins: Immer freundlich bleiben!bild: webfail
«Wenn gar keine Benachrichtigungskarte ankommt, dann ist das ganz einfach ein eklatantes Fehlverhalten.»

«Oft haben wir aber den Fall, dass wir in Häusern mit innenliegenden Briefkästen zustellen müssen. Im Gegensatz zu den Postzustellern haben wir aber keinen Hausschlüssel. Wir müssen versuchen, zu klingeln, sonst kommen wir nicht in das Treppenhaus. Das klappt natürlich nicht immer und deshalb können wir auch nicht immer die Benachrichtigungskarte einwerfen.

Wenn das der Fall ist, müssen wir aber am Abend die Benachrichtigungskarte per Post verschicken – die werden dann am nächsten Tag zugestellt. Das ist der normale Ablauf, den wir einhalten sollten. Einige machen das aber offensichtlich nicht.

Was wir auch nicht dürfen: Die Benachrichtigungskarte mit allen Daten vom Kunden aussen auf die Haustüren kleben, sodass jeder sie sehen kann. Da werden wir auch regelmässig in dienstinternen Schulungen darauf hingewiesen.»

... über Amazon, Zalando und Homeshopping: 

«Amazon-, Zalando- oder Homeshopping-Bestellungen machen je nach Bezirk etwa 30 bis 40 Prozent aller Paketzustellungen aus. Das ist viel, das nervt aber nicht. Viel schlimmer sind grosse, schwere Bestellungen von solchen Dingen wie Teppichen, Säcken voll Katzenstreu oder kiloweise Hundefutter.»

Wenn du dich gefragt hast, wie gross Amazon-Pakete sein können.
Wenn du dich gefragt hast, wie gross Amazon-Pakete sein können.bild: imgur
«Jedes Mal, wenn ich die in den 6. Stock hieven muss und mir niemand entgegenkommt und hilft, muss ich ehrlich gesagt kotzen.»

«Ausser natürlich, es handelt sich um jemanden, der dazu körperlich nicht in der Lage ist. Da müssten einfach wesentlich klarere Grenzen gezogen werden dafür, was mit der normalen Post transportiert werden darf und ab wann es eine Spedition braucht.»

«Schlimmer als Amazon und grosse, schwere Teile ist die Bestellungs-Moral der meisten Kunden.»

«So viele Menschen bestellen einfach nur des Bestellens wegen. Die bekommen dann fast jeden Tag ein Paket. Da muss dringend ein Umdenken stattfinden.»

... über Beschwerden:

Manche Kunden sind einfach nie zufrieden.
Manche Kunden sind einfach nie zufrieden.bild: ladbible

«Wenn sich jemand beschwert, dann lässt sich die Sendung genau nachverfolgen. So kann nachvollzogen werden, welcher Zusteller an diesem Tag wo war.»

«Meiner Erfahrung nach werden die Fahrer auf jeden Fall zur Rechenschaft gezogen.»

«Mir selbst ist das noch nicht passiert, aber ich kann auf jeden Fall sagen, dass so etwas nicht im Stillen toleriert wird. Natürlich kann ich da nur von meinen direkten Vorgesetzten sprechen.»

Damit du deine Geschenke nicht so einpackst wie jedes Jahr

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58 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Matrixx
24.12.2018 12:25registriert März 2015
Solange als Zustellzeit "zwischen 10 und 17 Uhr" angegeben wird, wird man nunmal vor verschlossener Tür stehen.
Wer kann es sich leisten, einen ganzen Tag zu Hause zu bleiben, nur um 1 Minuten lang ein Paket entgegenzunehmen?
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AF27
24.12.2018 17:58registriert Dezember 2014
Ich bin selber Paketbote bei der Post, jetzt zur hochsaisonzeiten Wie Weihnachten kann man schon 300-400 Pakete haben, was solls? Man weiss das Weihnachten die meisten Pakete kommen, also richtet man sich auch danach. Ich arbeite gerne als Paketbote, da es wirklich so ist das wir normalerweise zwischen 15-16.00 feierabend haben, aber wir beginnen auch früh, aber das ist nicht der Grund wieso ich diesen Job ausübe sondern es macht mir Spass :) Ich hoffe alle haben ihr Paket erhalten in dieser Zeit und wünsche Fröhliche Weihnachten :)
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lilie ❤ Bambusbjörn
24.12.2018 12:13registriert Juli 2016
Ich bestelle ab und zu etwas im Internet.

Praktisch finde ich, wenn der Paketdienst ein SMS schreibt, in welcher Zeitspanne er kommt. Dann kann ich mich einrichten (bzw. die Zustellung auf eine passende Zeit verschieben).

Aber dass Lieferanten zu grosse Pakete für einen Mann zustellen müssen, ist ja wohl nicht die Schuld des Kunden! Das müssen die mit ihrem Arbeitgeber besprechen, was sie machen können und was nicht.
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