China
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China USA Handelskrieg

Auf Kollisionskurs: die USA und China. Bild: shutterstock.com

Trumps Handelskrieg bremst China: Wachstum so tief wie seit fast 30 Jahren nicht mehr



Unter dem Druck des Handelskrieges mit den USA hat sich das Wachstum in China im zweiten Quartal des Jahres auf 6.2 Prozent verringert. Damit wächst die zweitgrösste Volkswirtschaft so langsam wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr.

Wie das Statistikamt am Montag in Peking berichtete, erreichte das Wachstum seit Jahresanfang insgesamt noch einen Wert von 6.3 Prozent. So war Chinas Wirtschaft im ersten Quartal zunächst überraschend robust mit 6.4 Prozent gewachsen. Doch wird der Abwärtsdruck stärker.

Der Aussenhandel ist seit Jahresanfang um zwei Prozent und im Juni sogar um vier Prozent zurückgegangen. Auch entwickelt sich die Industrieproduktion zwei Monate in Folge schlecht. Als weiteres Zeichen für die Konjunkturschwäche stagnieren die Erzeugerpreise.

Trotz des Rückgangs im zweiten Quartal liegt das Wachstum allerdings weiter im Rahmen der durchaus vorsichtigen Vorgabe der Regierung von 6.0 bis 6.5 Prozent für dieses Jahr. Die Wirtschaftsplaner in Peking versuchen, die Konjunktur durch Steuersenkungen, eine lockere Geldpolitik und andere Massnahmen anzukurbeln.

Verschuldung gestiegen

Damit tritt allerdings der eigentlich notwendige Kampf gegen die hohe Schuldenlast in China weiter in den Hintergrund. Die Verschuldung ist nach einer Schätzung der Experten der Finanznachrichtenagentur Bloomberg auf 271 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen – von 164 Prozent vor der globalen Finanzkrise 2008.

In dem seit einem Jahr anhaltenden Handelskrieg zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften ist allerdings keine Entspannung in Sicht. US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hatten zwar Ende Juni am Rande des Gipfels der grossen Industrienationen (G20) in Osaka in Japan einen «Waffenstillstand» und eine Wiederaufnahme der Handelsgespräche vereinbart. Doch finden beide Seiten noch nicht wieder an den Verhandlungstisch zurück.

Der Rückgang des Handels und die Verunsicherung der Investoren bremst nicht nur das Wachstum in China, sondern auch in den USA und schadet der globalen Konjunktur.

Auslöser des Handelskrieges war die Verärgerung Trumps darüber, dass China weit mehr in die USA exportiert als umgekehrt. Er fordert eine Beseitigung von Marktschranken, kritisiert die Verletzung von Urheberrechten, den zwangsweisen Technologietransfer bei in China tätigen US-Unternehmen und staatliche Subventionen.

Sonderzölle auf Exporte in die USA

Seither hat Trump die Hälfte der Importe aus China mit 25-prozentigen Sonderzöllen belegt. China reagierte mit Gegenzöllen. Für die vereinbarte Wiederaufnahme der Handelsgespräche hatte der US-Präsident in Osaka zugesagt, eine geplante Ausweitung der Sonderabgaben vorerst zu verschieben. Doch steht seine Drohung weiter im Raum. Er denkt an 10 bis 25 Prozent Zusatzzölle auf die restlichen China-Einfuhren im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar.

Die chinesische Führung scheint auch langsam die Hoffnung auf eine baldige Lösung im Handelskrieg zu verlieren. Die Auseinandersetzung wird in politischen Zirkeln in Peking zunehmend als Rivalität der angeschlagenen alten Supermacht USA gegenüber der aufstrebende asiatischen Macht China betrachtet.

Experten sehen auch eine Wettrennen um die technologische Führung in der Welt und verweisen auf den Umgang der USA mit dem chinesischen Telekom-Riesen Huawei.

Die USA haben den führenden Netzwerkausrüster und zweitgrössten Smartphone-Hersteller aus Sicherheitsgründen auf eine schwarze Liste gesetzt. So brauchen US-Unternehmen, die Geschäfte mit Huawei machen wollen, neuerdings eine Lizenz. Lieferungen dürfen «keine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA» darstellen.

Nach einem anfänglichen generellen Lieferverbot ist damit zwar wieder die Tür für Geschäfte geöffnet. Doch muss sich zeigen, wann die Lizenzen vergeben werden und welche Technologie geliefert werden darf.

Amerikanische Chiphersteller wie Qualcomm und Intel hatten bisher im grossen Stil an Huawei geliefert. Auch steckt das Google-Betriebssystem Android in den Smartphones des chinesischen Konzerns.

Mit der Erlaubnis, wieder mit Huawei kooperieren zu dürfen, dürfte die Versorgung der Handys durch Google mit neuen Android-Versionen vorerst gesichert sein. Die Unklarheit darüber hatte Verbraucher in Deutschland und anderswo schwer beunruhigt und zu einem Verkaufseinbruch bei den Smartphones gesorgt. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • mystiker 15.07.2019 12:17
    Highlight Highlight grundsätzlich benötigt ein Wirtschaftssystem heutzutage den Wachstum weil wir Zinsen haben...
    Unbegrenztes wachstum ist in einer begrenzten welt nicht möglich und auch völlig unnötig.
    • Knety 15.07.2019 14:32
      Highlight Highlight Es ist durch steigende Effizienz möglich! Wie lange ist aber fraglich.
  • Roland Kull 15.07.2019 12:07
    Highlight Highlight Generell nicht schlecht, den China hat ggü. dem Westen schon lange den "Blinker" zum überholen gestellt, nur... Wir merken es nicht. Wer weiss, da wir nicht mehr bereit sind zu leisten (auch nicht mal das Minimum) wird China in Zukunft tonangebend sein - und.... wir werden Gastarbeiter im eigenen Lande für die Chinesen. Denn die haben klare Vorstellungen, Visionen und Pläne. Und wir??? Jammern und Jammern und erhöhen die Sozialkosten auf unüberschaubare Höhen. Toll
  • Froggr 15.07.2019 09:57
    Highlight Highlight Und da soll mir nochmal einer sagen, Trumps Handelskrieg hätte keine Auswirkungen. Dass ich nicht lache. War von Anfang an klar. Da sieht man wieder einmal das ökonomische Verständnis von einigen, welches leider oft nur theoretisch existiert. Trump weiss was er tut, keine Angst.
    • Temeraire 15.07.2019 13:37
      Highlight Highlight Das Problem ist nur, dass die Auswirkungen der Tarife auf die amerikanischen Bürger und Kleinunternehmen noch viel gravierender sind - und diese dadurch mehr Subventionen benötigen.

      Um China ein bisschen zu schaden richtet Trump im eigenen Land einen viel grösseren Schaden an.

      Was kritisiert wurde ist nicht, dass die Tarife keinen Effekt haben, sondern dass diese Effekte vor allem von den falschen Leuten aufgefangen werden müssen.

      Soviel zum Thema ökonomisches Verständnis...
    • Roland Kull 16.07.2019 09:42
      Highlight Highlight @Temeraire, ja das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Denn die USA hat nach wie vor den grössten Binnenmarkt, also ein in sich geschlossenes System. Es betrifft die Exporte, das ist bedauerlich, aber die USA kann ohne Andere überleben. Wir und viele Andere nicht.
    • Froggr 16.07.2019 17:19
      Highlight Highlight Temeraire: Das stimmt ganz einfach nicht. Die Arbeitslosenquote ist so tief wie seit langem nicht. Das Wirtschaftswachstum ist hoch und konstant. Es ist ganz einfach besser als zuvor. Dass es dem Amerikanischen Volk schadet, das habe ich selten von jemandem gehört. Es ist erlogen.
  • sleeper 15.07.2019 09:05
    Highlight Highlight Zu bedenken ist immer, dass die offiziellen Zahlen zum Chinesieschen Wirtschaftswachstum alles andere als zuverlässig sind. Der erste Grund ist, dass die einzelnen Regionen Anreize haben, Berichte an Peking über ihre Wirtschaftsleistung aufzublasen. Zweitens hat Peking selbst Anreize, seine Zahlen "gesunder" aussehen zu lassen, als diese tatsächlich sind, auch da niemand diese wirklich überprüfen kann. Dies führt dazu, dass das tatsächlich Wachstum in China vermutlich weit tiefer liegt.
    • Roland Kull 15.07.2019 12:11
      Highlight Highlight Richtig, evtl. müssen wir ohnehin beginnen umzudenken und versuchen das Heft wieder selbst in die Hand zu nehmen - auch sollte nicht alles und jede gute Entwicklung an China verkauft werden - trotz der sehr modernen "Geiz ist Geil" Thematik. Wie die Folgen des "Wachstumsmotors" China sich auswirken ist im Moment noch nicht ganz klar - noch schauen wir in die USA (und ja, auch auf China). Gut jedoch, dass auch China mit der Verschuldung zu kämpfen hat - Zeigt: Bäume wachsen nicht in den Himmel, obwohl ich China sehr viel zutraue
    • Ökonometriker 15.07.2019 18:57
      Highlight Highlight Kann man schon überprüfen. Zum Beispiel in dem man die Lichtintensität auf Satellitenbildern untersucht. Und diese Überprüfungen bestätigen Deine Aussage: Chinas BIP-Wachstum ist nicht nur weitaus tiefer, sondern auch weitaus volatiler als offiziell kommuniziert.
  • bebby 15.07.2019 08:50
    Highlight Highlight Also erstens glaubt schon lange niemand an die offiziellen Zahlen für das Wirtschaftswachstum in China und zweitens hat die Abschwächung nicht so viel zu tun mit dem Handelsstreit, sondern ist viel mehr eine Normalisierung des Wachstums. Trump hat wirklich nicht so viel Einfluss auf die Wirtschaft, wie er gerne hätte. Auch nicht in den USA.
    Lustig wird es dann, wenn nächstes Jahr die US Wirtschaft sich abschwächen sollte...
  • AdvocatusDiaboli 15.07.2019 08:11
    Highlight Highlight Sobald die Demokraten mit Joe Biden wieder an der Macht sind werden sie schon dazu sehen das China wieder ungebremst weiterwächst. Er bewertet China nicht als Konkurrenten der USA.

    https://www.cnn.com/2019/05/02/politics/joe-biden-china-threat-united-states/index.html
  • Heinzbond 15.07.2019 07:41
    Highlight Highlight Vielleicht liegt es daran das ich die Nacht gearbeitet habe, aber wie kann China eine Verschuldung von 271%seiner wirtschaftlichen Leistung haben und dennoch 6,2%Wachstum haben? Und zeitgleich verordnet jahrzehntelang merkel Europa und unter anderem 🇬🇷 den stricktesten spar Kurs?
    • Ikarus 15.07.2019 14:38
      Highlight Highlight Das ist ganz einfach zu verstehen, die EU länder hatten vorallem schulden bei DE und FR, da ist es klar das mutti merkel nicht darauf verzichten möchte, da alles geld aus den rettungsschirmen für ihre firmen waren. Bezahlt hats die arbeitende schicht, und da ists egal obs DE oder GR bürger sind.

      China bläht ihre bilanz natürlich auf damit das wirtschaftswachstum weitergeht.

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