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President Donald Trump poses for a photo with Chinese President Xi Jinping during a meeting on the sidelines of the G-20 summit in Osaka, Japan, Saturday, June 29, 2019. (AP Photo/Susan Walsh)
Donald Trump,Xi Jinping

Laut beiden Seiten besteht Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung der Differenzen. Bild: AP

Burgfrieden im Handelskrieg: USA und China beginnen neue Gespräche



Die USA und China haben sich auf einen Burgfrieden in ihrem Handelskrieg und die Wiederaufnahme von Verhandlung geeinigt. Die USA haben zugesagt, keine neuen Strafzölle auf Importe aus China zu erheben.

«Wir sind wieder auf dem richtigen Weg», sagte US-Präsident Donald Trump nach einem 80-minütigen Gespräch mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am Samstag am Rande des Gipfels der grossen Wirtschaftsnationen (G20) in Osaka in Japan. Er sprach von einem «ausgezeichneten Treffen». «Wir hatten ein sehr gutes Treffen mit Präsident Xi aus China», sagte Trump. «Ich würde sagen, möglicherweise besser als ich erwartet habe.» Es sei viel diskutiert worden. «Wir werden sehen, was passiert.»

Nach chinesischen Angaben hat der US-Präsident dabei zugesagt, keine neuen Strafzölle auf Importe aus China zu erheben, was eine chinesische Vorbedingung war. Auf einer Pressekonferenz nach dem Gipfel der grossen Industrieländer bestätigte Trump entsprechende Angaben der chinesischen Seite.

Die beiden grössten Volkswirtschaften liefern sich seit einem Jahr einen erbitterten Handelskrieg, der das Wachstum in beiden Staaten bremst und auch der globalen Konjunktur schadet. Trump hatte die Hälfte der Importe aus China mit 25-prozentigen Sonderzöllen überzogen, während China mit Gegenzöllen reagiert hat.

«China und die USA profitieren beide von Kooperation und verlieren bei einer Konfrontation.»

Xi Jinping

Im Raum stand jetzt die Drohung Trumps, die Sonderabgaben auf die restlichen China-Einfuhren im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar auszuweiten, wenn China kein Entgegenkommen zeigt. Die Rede war von Zöllen in Höhe von 10 bis 25 Prozent. Während die chinesische Seite nach dem Treffen von der amerikanischen Zusage berichtete, auf die Ausweitung zu verzichten, äusserte sich Trump selbst zunächst nicht dazu.

Chinas Präsident warnte vor den Folgen einer Eskalation. «China und die USA profitieren beide von Kooperation und verlieren bei einer Konfrontation», sagte Xi Jinping zum Auftakt. «Kooperation und Dialog sind besser als Spannungen und Konfrontation.»

Mit Blick auf den Zusammenbruch der Verhandlungen vor zwei Monaten sagte Trump: «Wir waren uns sehr nahe, und dann passierte etwas, und es rutschte etwas weg.» Er fügte hinzu, «es wäre historisch, wenn wir eine faire Handelsvereinbarung bekommen könnten.» Einen neuen Zeitrahmen für die Gespräche nannten die beiden Präsidenten nicht.

Die Wiederaufnahme der Verhandlungen wird Investoren und Märkte weltweit vorerst beruhigen. Allerdings gehen Experten von weiterhin zähen Verhandlungen aus, so dass eine Beilegung des Handelskrieges noch in weiter Ferne liegen könnte.

Nach Angaben von Trump hatten beide Präsidenten schon bei einem informellen Gespräch am Vorabend erste Fortschritte gemacht. «Ob wir einen Deal machen können, wird die Zeit zeigen.» Der US-Präsident unterstrich seine persönliche Einschätzung, dass er eine «grossartige Beziehungen» zu Xi Jinping pflege.

Trump wollte bei dem Treffen auch das Schicksal des chinesischen Telekomriesen Huawei ansprechen, den er als Gefahr für die nationale Sicherheit auf eine schwarze Liste gesetzt hat. Damit werden Geschäfte mit dem führenden Netzwerkausrüster und zweitgrössten Smartphone-Hersteller der Welt streng begrenzt.

Das Vorgehen hat Chinas Führung davon überzeugt, dass die US-Regierung eher politische Motive verfolgt und darauf aus ist, Chinas Aufstieg zu verhindern, indem der Zugang zu US-Technologie abgeschnitten wird.

Festgefahrene Situation

Auslöser des Handelskrieges war die Verärgerung von Trump darüber, dass China weit mehr in die USA exportiert als umgekehrt. Er fordert mehr Marktzugang, kritisiert Verletzung von Urheberrechten, zwangsweisen Technologietransfer und staatliche Subventionen. Die Verhandlungen waren vor zwei Monaten festgefahren, weil die USA beklagten, dass China hinter vorher gemachte Zusagen zu geplanten Wirtschaftsreformen zurückgefallen sei.

China fordert ein Ende aller Strafzölle und die Rücknahme der Blockade gegen den Huawei-Konzern. Trump hatte selbst angedeutet, dass eine Lösung für Huawei ein Teil einer Handelsvereinbarung werden könnte. China ist bereit, mehr Waren in den USA zu kaufen, um das Handelsdefizit zu reduzieren, beklagt aber, dass die US-Unterhändler ihre anfänglichen Forderungen im Laufe der Gespräche noch hochgeschraubt hätten.

Das Treffen in Osaka erinnert an die Begegnung der beiden Präsidenten vor sieben Monaten ebenfalls am Rande eines G20-Gipfels. In Buenos Aires in Argentinien hatten sie sich auch auf einen «Waffenstillstand» über drei Monate geeinigt und die Handelsgespräche wieder auf den Weg gebracht. Die Frist wurde später verlängert. (sda/dpa/afp)

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • bangelor 29.06.2019 21:13
    Highlight Highlight Der grösste und wichtigste Unterschied ist meiner Meinung nach, dass die Chinesen in Jahrzehnten denken und die USA maximal in 4 Jahren (Wahlen) dies ist ein unglaublicher Vorteil wenn man ein Land langfristig(!) gross machen will.
  • Butzdi 29.06.2019 17:45
    Highlight Highlight Trumps ‚geniale‘ Strategie:
    1. provozieren und lügen
    2. Krise erfinden
    3. Verträge brechen
    4. Alle verlieren, USA am meisten
    5. Krise als gelöst erklären
    6. Status Quo
    7. Trump verkauft sich als bester Verhandler aller Zeiten
    8. rinse
    9. repeat

    Seine Fans sind extrem naiv.
  • a rabbit called beast 29.06.2019 12:52
    Highlight Highlight Heisst Burgfrieden nicht, dass man in der gleichen Burg sitzt uns Frieden hält, solange man belagert wird?
    • reactor 29.06.2019 15:06
      Highlight Highlight wir haben mitlerweile feststellen können, dass wir auf eine kugel sitzen. Auch belagern wir uns ständig selbst. Sei es umwelt, oder potentiell globale Zerstörung duch nuklearkrieg. Daher finde ich den Begriff nicht abwägig.
  • Ökonometriker 29.06.2019 09:31
    Highlight Highlight Da sind die Herren Xi und Trump ja schon mal weiter als die Schweiz und die EU.
    Wir Menschen sollten begreifen, dass engere Zusammenarbeit stets besser ist als Grenzen. Das ist kein Philosophie-Kitsch, sondern eine ökonomische Tatsache.
    • bebby 29.06.2019 11:38
      Highlight Highlight Das ist keine Einigung, sondern ein temporärer Waffenstillstand.
    • Ueli der Knecht 29.06.2019 20:57
      Highlight Highlight Die Schweiz arbeitet ebenso mit China wie auch mit den USA enger zusammen, als die USA mit China oder umgekehrt.

      Die Floskel "wir Menschen sollten begreifen" unterstellt praktisch allen Menschen, ausser dir, dass sie etwas nicht begreifen.

      Es sind nur wenige Menschen, die Trumps Theater glauben. Xi Jinping spielt einfach gute Miene zum bösen Spiel.

      Die Mehrheit der Menschen versteht, dass der Slogan "America First", Strafzölle und Mauer zu Mexiko das Gegenteil von "engere Zusammenarbeit" bedeutet.

      An seinen Taten bemerken "wir Menschen", dass Trumps Worte überhaupt nichts wert sind.
  • Alice36 29.06.2019 08:25
    Highlight Highlight Nächste Woche wird er wieder auf Twitter verkünden das er nun doch wieder Zölle will. Wer nimmt diesen Trottel eigentlich noch ernst? Wohl nur seine Rust-Belt Groupie's. Seine grossen Führerkollegen aus Russland, Nord Korea und China etc. lachen sich doch ins Fäustchen und staunen nur noch wie er die westliche Welt an die Wand fährt.
  • Fischra 29.06.2019 07:56
    Highlight Highlight Und wie erklärt man jetzt der Welt das dir Übung für die Katze war?
    • suchwow 29.06.2019 13:01
      Highlight Highlight Naja, evtl. aus deiner Sicht für die Katz. Andere haben durch diesen Kinderkarten viel Geld an der Börse verdient. Bin mir sicher, dass Trump eine Menge Kohle gemacht hat :)
    • Ueli der Knecht 29.06.2019 21:00
      Highlight Highlight Man erklärt der Welt einfach, dass es das Grossartigste überhaupt ist, was die Menschheit jemals gesehen hat, und dass es historisch sei, worüber die Geschichtbücher noch in Millionen von Jahren berichten werden. Die Welt wird das schlucken, denn sie kann ja nicht antworten, geschweige den widersprechen. ;)

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Lukas Hässig ist ein preisgekrönter Wirtschaftsjournalist und Betreiber des Finanzblogs Inside Paradeplatz, der immer wieder mit knallharten Berichten und Enthüllungen rund um den Schweizer …

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