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Italien muss der US-Amerikanerin Amanda Knox 10'400 Euro Entschädigung zahlen. Das beschloss der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Strassburg, (Archivbild)

Amanda Knox führte in ihrer Klage an, dass sie bei ihrer Festnahme in der Nacht auf den 6. November 2007 15 Stunden lang von der Polizei ohne Anwalt vernommen worden sei. Bild: EPA ANSA

Rekurs abgelehnt: So viel muss Italien Amanda Knox zahlen



Italien muss der Amerikanerin Amanda Knox 10'400 Euro Entschädigung zahlen. Das entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. Er lehnte einen Antrag Roms auf ein neues Urteil ab, nachdem Italien im Januar bereits im selben Fall verurteilt worden war.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Italien die Verteidigungsrechte von Knox verletzt hat. Die ehemalige Austauschstudentin hatte eine Entschädigung von einer halben Million Euro verlangt.

Knox führte in ihrer Klage an, dass sie bei ihrer Festnahme in der Nacht auf den 6. November 2007 15 Stunden lang von der Polizei ohne Anwalt vernommen worden sei. Obwohl ihre Aussagen wegen der Abwesenheit eines Verteidigers nicht rechtskonform waren, seien diese gegen sie vor Gericht verwendet worden.

Mangelnde Sprachkenntnisse

Die 31-jährige Knox führte in ihrer Klage darüber hinaus an, dass sie von der Polizei nicht über ihre Rechte informiert worden sei. Die Beamten hätten mit ihr Italienisch gesprochen, eine Sprache, die sie damals kaum beherrschte. Ein Dolmetscher sei bei der Befragung nicht anwesend gewesen.

Knox und ihrem Ex-Freund Raffaele Sollecito war vorgeworfen worden, Ende 2007 die britische Studentin Meredith Kercher getötet zu haben. Deren Leiche war halb nackt in ihrem Schlafzimmer in der mittelitalienischen Stadt Perugia gefunden worden.

Der Fall hatte weltweit Aufsehen erregt. Sollecito und Knox wurden 2009 zu langen Haftstrafen verurteilt, 2011 aber freigesprochen. Knox kehrte in die USA zurück. Der Fall ging durch mehrere Instanzen, beide wurden erneut verurteilt, das oberste Gericht Italiens sprach sie aber im März 2015 endgültig frei.

Bei der Einvernahme hatte Knox den kongolesischen Barmann Patrick Lumumba des Mordes beschuldigt und war deswegen wegen Verleumdung verurteilt worden. Verurteilt wurde Knox wegen der Verleumdung Lumumbas.

Rückkehr nach Italien für Kongress

Die Haftstrafe von drei Jahren hat die Amerikanerin aber bereits abgesessen. Sie war 2011 nach vierjähriger Haft in die USA zurückgekehrt. Am 15. Juni war Knox bei einem Kongress zu Justizirrtümern in der norditalienischen Stadt Modena aufgetreten. Es war ihre erste Reise nach Italien, nachdem sie dort 2009 wegen des Mordes an Kercher verurteilt worden war.

Der einzige rechtskräftig Verurteilte wegen des Mordes an der Austauschstudentin ist der gebürtige Ivorer Rudy Guede, der als Adoptivsohn eines italienischen Paares seit seinem sechsten Lebensjahr in Perugia gelebt hatte. Er war im Oktober 2008 nach einem Schnellverfahren zu 30 Jahren Haft verurteilt worden.

Nach der Berufung wurde das Strafmass auf 16 Jahre reduziert. Die Ermittler waren sich einig, dass er nicht allein gehandelt haben konnte. Guede scheiterte im Vorjahr mit einem Antrag auf einen neuen Prozess. (sda/apa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Avenarius 26.06.2019 11:59
    Highlight Highlight Es ist eine unglaublich spannende und mitreissende Story.
    Ich bin begnadeter Fan von Homocide Hunters, Autopsy oder Medical Detectives etc. Die Story um Amanda Knox ist so mysteriös, dass praktisch nichts klar ist. Und die Italo-Pozilei hat richtig gepfuscht.
    10'400 Euros - kann man sehen wie man will - man weiss nicht, war sie es oder war sie es nicht, bis heute. Spannend.
  • Freebee 26.06.2019 09:24
    Highlight Highlight Die liebe Amanda hat ihre Luegengeschichten etwac10 mal geaendert und wurde nur wegen all dem politischen Druck der USA freigelassen. Italien sollte die USA wegen behinderung der Justiz einklagen, aber das wird da ha taeglich vom Praesidenten vorgelebt.
  • wintergrün 26.06.2019 05:59
    Highlight Highlight Immerhin bekommt Amanda ein bisschen Entschädigung. Eigentlich viel zu wenig wenn man all den Aufwand und die Umtriebe für ihre Familie bedenkt.
    • Jason848 26.06.2019 07:03
      Highlight Highlight Vor dem 15. Juni wollte sie nach Italien reisen um damit abschliessen zu können. Nun wissen wir, sie wollte lediglich 500'000 euro haben. Sorry wir sind nicht in den USA. Finde die ganze Geschichte immernoch zu merkwürdig.
    • roger_dodger 26.06.2019 07:15
      Highlight Highlight Die Gerichtskosten am EGR waren sicher ein Vielfaches höher als lächerliche 10400 Euro. Aber halt eben Staatsllogik, zahlt ja der Steuerzahler.

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