Es rumpelt wieder beim SCB – Kultfigur Marc Weber gefeuert
Marc Lüthi hat per 30. April seinen Rücktritt von allen Funktionen, Ämtern und sonstigen Verbindungen zum SCB offiziell verkündet. Wie er glaubhaft betont, nimmt er keinen Einfluss mehr auf Entscheidungen, welche die Zukunft betreffen. Also hat er beim SCB auch nichts mehr mit Entlassungen und Anstellungen zu tun.
Das bedeutet: Die Karten werden im «Bundesamt für Hockey» neu gemischt. 22 Jobs gibt es allein rund um den Sport in den SCB-Büros, Ober- und Untersportchef inklusive. Nun geraten die «Zeugen Lüthis» unter Druck. Also jene, deren Job aufgrund der Nähe zu Geschäftsführer Marc Lüthi bisher als absolut krisenfest galt.
Einer der treuesten «Zeugen Lüthis» ist Marc Weber. Er hat sich am 10. April 2004 im 5. Finalspiel in Lugano ewigen SCB-Ruhm erworben: Erst erwischte er Ronnie Rüeger von hinter der verlängerten Torlinie aus zum 2:2 und in der Verlängerung erzielte er mit dem wahrscheinlich besten Schuss seiner Karriere – immerhin 641 Spiele (215 Tore, 265 Assists für Biel, Rappi und den SCB) – das meisterbringende 4:3. Das hat ihm nach dem Ende seiner Spielerkarriere einen Job in der SCB-Nachwuchsorganisation eingebracht, die er 18 Jahre lang umsichtig gemanagt hat. Bis im letzten Herbst eine Rückstufung der Funktion erfolgte. Aber eine Entlassung war völlig undenkbar.
Und nun ist er doch gefeuert worden. Obersportchef Martin Plüss, für diese Personalie verantwortlich, verwahrt sich gegen den Ausdruck «gefeuert». «Wir haben ordentlich gekündigt und er wird bis zum Ende der Kündigungsfrist weiterhin für uns arbeiten.» Die Kündigungsfrist beträgt sechs Monate. Der Wohlwollende sagt: Marc Weber wird mit Feuereifer die sechs Monate wirbeln. Seine Entlassung ist keine Sparmassnahme. Auf nächste Saison kommt Daniel Steiner, aktuell noch Trainer beim EHC Thun, zum SCB-Nachwuchs.
Nun denn: Inzwischen ist Marc Lüthi nicht mehr Schirmherr der «Zeugen Lüthis». Das Unternehmen befindet sich in der tiefgreifendsten Umbruchphase seit dem Amtsantritt von Marc Lüthi im Jahre 1998. Bis allen klar ist, wessen Zeuge sich die besten Karrierechancen eröffnet, ist in den SCB-Büros die Kunst der Intrige, der Diplomatie, der Heuchelei, der Hochstapelei und der Schlauheit nicht ganz, aber beinahe so wichtig wie Kompetenz, Fleiss und Verlässlichkeit.
Der Chronist empfiehlt, den Kompass nicht nach Marc Lüthis Nachfolger Jürg Fuhrer, sondern nach Präsident Carlo Bommes zu richten. Die «Zeugen Bommes» dürften in den SCB-Büros die besseren Karriere-Chancen haben als die Zeugen Fuhrers.
Für Marc Weber ist es der zweite «Restausschluss»: Im Herbst 1994 löste Biel den Spielervertrag mit ihm vorzeitig auf, weil er angeblich gesagt haben soll, für Biel wäre angesichts der angespannten finanziellen Lage ein freiwilliger Abstieg in die damalige NLB zu empfehlen. Womit er damals durchaus recht hatte.
Also wechselte er halt während der Saison zu den Lakers, die damals noch SC Rapperswil-Jona hiessen und die Episode hat seiner Karriere nicht geschadet. Und nun dürfte auch die ordentliche SCB-Kündigung seinem beruflichen Fortkommen kaum schaden: Wer so viel Erfahrung in diesem Geschäft hat und zum innersten SCB-Zirkel um Marc Lüthi gehörte, wird einen guten neuen Job finden.
Aktuelle
Note
7
Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.
6-7
Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.
5-6
Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.
4-5
Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.
3-4
Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.
Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.
Punkte
Goals/Assists
Spiele
Strafminuten
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Er ist
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Er kann
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