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Sepp Blatter über WM-Boykott, Donald Trump & FIFA-Boss Gianni Infantino

epa11986892 Former FIFA President, Joseph (Sepp) Blatter speaks to journalists after the verdict at the special appeals court, in Muttenz, Switzerland, 25 March 2025. A special appeals court, sitting  ...
Sepp Blatter im vergangenen März.Bild: keystone

Blatter über WM in den USA: «Das ist schlimmer als alles, was je in Katar passiert ist»

Sepp Blatter wird nicht an die Fussball-WM in den USA reisen. Von einem Boykott des Turniers rät der frühere FIFA-Präsident jedoch ab. In einem Interview rechnete er zudem mit seinem Nachfolger Gianni Infantino ab.
30.01.2026, 07:5630.01.2026, 07:56

Die Meldung ging vor wenigen Tagen um die Welt. Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter rufe zu einem Boykott der Fussball-WM 2026 auf. Nun präzisiert der 89-jährige Walliser, er habe lediglich eine entsprechende Meinung retweetet. Er sei gegen einen WM-Boykott, sagte Blatter im «Tages-Anzeiger», denn den Fussball könne man nicht stoppen.

«Ob die Menschen in die USA reisen, ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass das Spiel ausgetragen wird. Und die Spieler wollen spielen», meinte Blatter. Aufgrund der politisch instabilen Situation und der Sicherheitslage in den Vereinigten Staaten müsse man dieses Turnier jedoch kritisch hinterfragen.

«So eine Spinnerei!»

Ein möglicher WM-Boykott wird da und dort aufgrund des US-Präsidenten Donald Trump und dessen ICE-Truppe thematisiert. Zu Trump hat Blatter eine klare Meinung: «Wenn man sieht, was in Minneapolis passiert, wo Menschen auf offener Strasse von Beamten der Einwanderungsbehörden erschossen werden! Das ist schlimmer als alles, was je in Katar passiert ist.» Das Ausrichterland der Fussball-WM 2022 war wegen Menschenrechtsverletzungen scharf kritisiert worden.

Dass sich FIFA-Präsident Gianni Infantino derart bei Trump anbiedere, findet Blatter «unmöglich». Er selber hätte dem US-Präsidenten «sicher keinen Friedenspreis überreicht. Ich hätte ihm auch nicht den WM-Pokal überreicht. So eine Spinnerei!»

«Ich gehe nicht zur WM»

Über den 55-jährigen Infantino aus Brig sagte der aus dem wenige Kilometer entfernten Visp stammende Blatter, er führe sich auf wie ein Sonnenkönig: «Einige wirkliche Könige, die in Europa leben, verhalten sich demokratischer als er.» Blatter gab eine Anekdote weiter, die mit ihm weiterhin verbundene FIFA-Mitarbeiter ihm erzählt hätten: Infantino wolle nicht, dass ihn jemand begrüsse, wenn er am Hauptsitz in Zürich erscheine. «Das ist so, kein Witz. Und warum? Weil ihm einmal einer sagte: ‹Guten Tag, Herr Blatter.›»

Sepp Blatter zufolge wird er von Gianni Infantino ignoriert. Er gebe die Hoffnung aber nicht auf, dass es einmal zu einem Treffen des ehemaligen und des aktuellen FIFA-Präsidenten kommt.

Mit Sicherheit wird dieses aber nicht im Sommer in den USA stattfinden. Blatter sagte, er habe noch keine Einladung an die Weltmeisterschaft erhalten, «aber ich bekomme ganz sicher eine sowohl vom kanadischen wie vom mexikanischen Verband». Doch: «Ich gehe nicht zur WM. Ich gehe nicht mehr ins Stadion.» (ram)

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48 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Gallo Nero
30.01.2026 08:28registriert Oktober 2021
Ohne das widerwärtige Vorgehen der ICE Schergen runterspielen zu wollen Herr Blatter, so ist die Aussage, dass das was in de USA geschieht, schlimmer ist als das was jemals in Katar passiert ist, schlicht unzutreffend. Passen Sie auf: beim Bau der WM-Stadien sind aufgrund der miserablen Arbeitsbedingungen mehrere Arbeitsmigranten auf Baustellen gestorben; Rechte besitzen Arbeitsmigranten nicht, es sind Sklaven; Menschenrechtsverletzungen aufgrund von Homosexualität sind an der Tagesordnung; solche Personen werden systematisch verfolg! Wollen wir noch etwas über Russland plaudern?
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ELMatador
30.01.2026 08:15registriert Februar 2020
Naja, seien wir ehrlich: Er ist mitunter einer der Hauptverantwortlichen dafür, dass es so weit gekommen ist – und dass die FIFA noch korrupter wurde, als sie ohnehin schon war.

Infantino folgt nämlich nur in die Fussstapfen seines Walliser Freundes, und die FIFA wird dadurch noch korrupter und dreckiger als sie schon war.

Es gibt so viele Länder, die eine Fussball-WM austragen könnten – mit Begeisterung für den Sport, entsprechender Infrastruktur und sogar Einhaltung der Menschenrechte. Aber nein: Stattdessen geht es offenbar nur darum, die Bereicherung jedes Funktionärs zu maximieren.
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anonymer analphabet
30.01.2026 09:58registriert April 2016
Ein bisschen Selbstkritik würde diesem alten Herr gut stehen.
Er hat sozusagen die Schleussen geöffnet und Nein Katar und Russland waren nicht weniger schlimm.
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