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Marlen Reusser holt sich im Zeitfahren die Silbermedaille.
Marlen Reusser holt sich im Zeitfahren die Silbermedaille.
Bild: fxp-fr-sda-rtp

«Es ist einfach crazy» – Grossartige Marlen Reusser holt Olympia-Silber im Zeitfahren

Grosser Erfolg von Marlen Reusser im olympischen Zeitfahren der Frauen in Tokio: Die Berner Olympia-Debütantin gewinnt nach einem Steigerungslauf die Silbermedaille.
28.07.2021, 07:48

Reusser musste sich auf dem 22 km langen und coupierten Parcours auf und um den Fuji International Speedway nur der Niederländerin Annemiek van Vleuten geschlagen geben. Gegen die zweifache Zeitfahr-Weltmeisterin, die drei Tage zuvor im Strassenrennen bereits die Silbermedaille gewonnen hatte, war nichts auszurichten. Sie wurde mit einem grossen Vorsprung von 56 Sekunden überlegen Olympiasiegerin.

«Es ist einfach crazy. Es muss erst noch etwas einsickern. Ich habe es noch gar nicht realisiert.»
Marlen Reusser freut sich über ihren Medaillengewinn.
Marlen Reusser freut sich über ihren Medaillengewinn.
Bild: keystone

Starker Endspurt

Reusser legte bei ihrem zweiten Einsatz in Tokio nach ihrem 46. Platz im Strassenrennen einen regelrechten Steigerungslauf hin. Noch bei der zweiten und letzten Zwischenzeit nach 15 km lag sie 13 Sekunden hinter den Medaillenrängen zurück. Im Ziel verwies Reusser nach einem starken Endspurt die Niederländerin Anna van der Breggen um sechs Sekunden auf Platz 3.

Marlen Reusser
Name: Reusser
Vorname: Marlen
Disziplin: Zeitfahren, Strassenrennen
Wohnort: Hindelbank
Geburtsdatum: 20.09.1991
Grösse: 180 cm
Team/Klub: Alé BTC Ljubljana/RV Ersigen
Grösste Erfolge:
Olympia-Silber 2021 Zeitfahren
WM-Silber 2020 Zeitfahren
EM-Bronze 2020 Zeitfahren
EM-Silber 2020 Mixed-Staffel
Gold European Games 2019 Zeitfahren

Reusser schafft in ihrer noch jungen Karriere trotz ihrer 29 Jahren damit den nächsten Meilenstein. Nach EM-Bronze und WM-Silber im Vorjahr belohnte sich die gelernte Ärztin aus Hindelbank in ihrer Paradedisziplin auch auf der olympischen Bühne mit einer Medaille.

Damit hätte bei den letzten Sommerspielen 2016 in Rio noch niemand gerechnet. Reusser löste nämlich erst ein Jahr später ihre erste Rad-Lizenz. Der Aufstieg der 29-Jährigen ist deshalb erstaunlich. Und noch scheint ihr Potenzial nicht ausgeschöpft.

Marlen Reusser ...

.... zu den Gefühlen nach dem Medaillengewinn:

«Crazy, das ist einfach crazy - es muss noch ein bisschen ankommen bei mir. Ich bin (im Ziel - Red.) davon ausgegangen, dass ich Vierte werde, dann Dritte und nachher durfte ich noch auf Platz 2 wechseln. Es freut mich sehr, aber ich realisiere es noch nicht wirklich. Mir ist aber bewusst, das mir viele Leute so sehr geholfen haben. Dieses Vertrauen rührt mich fast zu Tränen. Da wäre einmal unser Nationaltrainer (Edi Telser - Red.), der auch zum Dreifachsieg im Mountainbike gestern seines dazu beigetragen hat. Genau so wie er sich für die Mountainbikerinnen eingesetzt hat, hat er sich auch für mich oder für uns Strassen-Fahrerinnen eingesetzt. Er hat immer daran geglaubt, dass ich stark bin und so viel für mich gemacht. Aber nicht nur er, auch mein Coach Marcelo Albasini, meine Freunde und meine Familie. Es steckt so viel dahinter. Es freut mich am meisten, dass ich ihnen etwas zurückgeben kann. Das fühlt sich wahnsinnig gut an.»
Marlen Reusser

... zur Unterstützung aus der Schweiz:

«Ich weiss, wie viele in der Schweiz den Wecker gestellt haben und früh aufgestanden sind, um das Rennen zu verfolgen. Ich habe gehofft, dass sie es nicht umsonst machen. Ich habe versucht den Druck gering zu halten. Trotzdem, es ist ein Ego-Trip, den ich hier mache. Es geht immer nur um den Sport und um mich, und so viele helfen mir von ganzem Herzen.»

... über die Materialprobleme:

«Wir haben diverse Probleme gehabt heute. Ich weiss, ein perfektes Rennen gibt es nicht, es gibt immer Probleme. Ein grosses Problem war, das es mir, dadurch dass ich meine Haare im Helm verstaut habe, das Visier in die Augen gedrückt hat. Dadurch war meine Sicht stark beeinträchtigt und deshalb habe ich unterwegs das Visier weggerissen. Auch mein Trikot fühlte sich an wie ein Fallschirm. Ich dachte mir dann: 'Wenn ich so eine Medaille gewinne, sind die Beine wirklich gut.' Also waren sie das auch.»

5. Medaille für Swiss Cycling

Nach dem Dreifachsieg der Schweizer Mountainbikerinnen Jolanda Neff, Sina Frei und Linda Indergand und Silber von Mathias Flückiger im Cross-Country-Rennen der Männer steht Swiss Cycling nun schon bei fünf Medaillen in Tokio.

Reusser und die Mountainbike-Frauen verbindet nicht nur, dass sie in Edi Telser denselben Nationaltrainer haben, das Quartett bereitete sich im Vorfeld der Spiele in einem Trainingslager in Alicante auch gemeinsam auf den Saison-Höhepunkt vor. Dies scheint sich ausbezahlt zu haben. (zap/nik/sda)

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quelle: keystone / tatyana zenkovich
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