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Tagesüberblick, 3. Januar 2019



TELEKOMMUNIKATION: Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) lagert zwei Geschäftsbereiche an die Swisscom aus. Die Telekomriesin hat sich in einer öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag gesichert. Konkret übernimmt sie den Bereich Software-Paketierung und Content Delivery Services / CMS, also Software zur Erstellung von Inhalten etwa auf Webseiten. Die Leistungen würden in den nächsten Monaten an die Swisscom übergeben werden, schrieb das BIT in einer Mitteilung vom Donnerstag. Für den CMS-Bereich beträgt der Preis 80.2 Millionen ohne Mehrwertsteuer, wie auf der Internetplattform Simap für öffentliche Ausschreibungen ersichtlich ist. Für die Software-Paketierung verlangt die Swisscom 65.6 Millionen Franken. Der Grundauftrag ist bei beiden auf 48 Monate ausgelegt und kann verlängert werden.

BANKEN: Die UBS strebt laut ihrem Verwaltungsratspräsidenten Axel Weber derzeit keinen Zusammenschluss mit einem anderen Finanzinstitut an. «Die UBS ist heute viel stärker als vor der Finanzkrise, dennoch käme ein Zusammenschluss mit einer anderen Bank, egal welcher, zum heutigen Zeitpunkt zu früh», erklärte er in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen, das diese am Donnerstag publizierten. Konkret äusserte er sich zu einer möglichen Fusion mit der Deutschen Bank, wobei er sagte: «Das alles sind nur Planspiele.» Jede Firma müsse sich Gedanken machen, aber jetzt schon über Fusionen auf Gruppenebene nachzudenken, mache wenig Sinn. «Diese lähmen Firmen über Jahre», sagte Weber. Seine Bank wolle primär aus eigener Kraft wachsen. «Bevor wir rennen wollen, müssen wir sicher laufen können.»

FAHRZEUGINDUSTRIE: Der Automarkt der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein verzeichnet im Jahr 2018 weniger erstmals immatrikulierte Personenwagen als noch im Jahr zuvor. Grund für den Rückgang seien Lieferverzögerungen, teilte der Autoimporteurverband Auto Schweiz am Donnerstag mit. Aufgrund der Umstellung auf neue Abgasnormen konnten viele neubestellte Fahrzeuge nicht mehr im alten Jahr an die Kunden ausgeliefert werden. Die Anzahl der Neuzulassungen sank um 4.6 Prozent auf 299'716 Personenwagen. Damit sei die Marke von 300'000 Neuimmatrikulationen, die während sieben Kalenderjahren übertroffen worden war, verfehlt worden, hiess es in der Mitteilung.

INDUSTRIE: Die Einkaufsmanager der Schweizer Industrieunternehmen zeigen sich im Dezember unverändert optimistisch. Der sogenannte Purchasing Manager's Index (PMI, saisonbereinigt) stieg im Vergleich zum Vormonat um 0.1 Punkte auf 57.8 Indexpunkte. Der Index hat sich damit im Dezember über seinem langfristigen Durchschnitt gehalten und lag auch deutlich über den Erwartungen: Von AWP befragte Ökonomen hatten mit einem Wert zwischen 54.0 und 57.2 Punkten gerechnet. Beim wichtigen Frühindikator deuten Werte von über 50 Punkten auf Wachstum hin.

GEWERBE: Die kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) in der Schweiz gehen zwar weiterhin von einem Wachstum aus. Sie sind jedoch nicht mehr ganz so optimistisch wie im März 2018. Das zeigt das KMU Konjunkturbarometer der Bank Raiffeisen. Der Raiffeisen KMU PMI erreichte im Dezember 2018 einen Stand von 52.4 Punkten und lag damit einmal mehr über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern, wie Raiffeisen am Donnerstag mitteilte. Allerdings hat sich die Wachstumsdynamik der befragten KMU aus dem verarbeitenden Gewerbe merklich abgekühlt.

TEXTILINDUSTRIE: Ob in der Jeans, im T-Shirt oder in der Unterwäsche: Baumwolle ist aus dem täglichen Leben nicht wegzudenken. Doch für die Umwelt hat der Baumwollanbau oft dramatische Folgen. Noch vor wenigen Jahren entfielen nach Angaben des Umweltbundesamtes rund 25 Prozent des weltweiten Verbrauchs an Insektiziden und zehn Prozent des Verbrauchs an Pestiziden auf den Anbau der Pflanzenfaser. Inzwischen versuchen jedoch immer mehr Modehändler und -hersteller, die Weichen für eine nachhaltigere Baumwollproduktion zu stellen. Die gute Nachricht für Verbraucher: Für ein gutes Umweltgewissen in Sachen Baumwolle brauchen sie nicht unbedingt tief in die Tasche greifen. Die grössten Abnehmer von Bio-Baumwolle sind nach einer aktuellen Studie der gemeinnützigen Organisation Textile Exchange eher preiswerte Marken wie C&A, H&M und Tchibo. Auch der Zara-Muterkonzern-Inditex und Aldi gehören zu den Top Ten in diesem Bereich.

BIOCHEMIE: Es ist einer der grössten Deals in der US-Pharmaindustrie: Der Branchenriese Bristol-Myers Squibb (BMS) will den Biopharma-Spezialisten Celgene für den Gegenwert von rund 74 Milliarden US-Dollar (65 Mrd Euro) kaufen. Celgene-Aktionäre sollen pro eigener Aktie ein BMS-Papier und 50 Dollar erhalten, wie die Unternehmen am Donnerstag in New York mitteilten. Gemessen am Schlusskurs der Bristol-Myers-Aktie vom Mittwoch liege das Angebot insgesamt rund 51 Prozent über dem durchschnittlichen Wert der Celgene-Papiere in den vergangenen 30 Handelstagen, warben die Unternehmen.

INFORMATIONSTECHNOLOGIE: Mit schwachen Umsätzen im wichtigen Weihnachtsgeschäft hat Apple am Donnerstag die Anleger weltweit verschreckt. «Die Rezessionsängste verstärken sich zu Beginn des neuen Jahres», sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Dax und EuroStoxx50 verloren jeweils ein knappes Prozent auf 10'480 beziehungsweise 2976 Punkte. Apple zufolge blieb der Umsatz im abgelaufenen Quartal mehrere Milliarden Dollar unter dem selbstgesteckten Ziel. Grund hierfür sei der enttäuschende iPhone-Absatz in China. Dies passe in das Bild einer Konjunkturabschwächung in der Volksrepublik, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.

LUFTVERKEHR: Der Flugzeugbauer Airbus hat kurz vor dem Jahreswechsel noch zwei Grossaufträge für seinen kleinsten Jet A220-300 unter Dach und Fach gebracht. Die US-Fluggesellschaft JetBlue und die neue US-Airline Moxy zurrten Bestellungen über jeweils 60 Maschinen des Typs fest, wie der Hersteller am Donnerstag in Toulouse mitteilte. Laut Preisliste haben die Aufträge zusammen einen Wert von 11 Milliarden US-Dollar (9.6 Mrd Euro). Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen hohe Rabatte üblich. Die Aufträge von JetBlue und Moxy - einer neuen Airline des US-Unternehmers David Neeleman - waren bereits im Juli angekündigt worden. Neeleman war auch Mitgründer von JetBlue. Bei der A220 handelt es sich um die frühere C-Serie von Bombardier, an der Airbus vergangenen Sommer die Mehrheit übernommen hatte. Die A220-300 ist die grössere von zwei Versionen. Bombardier war in finanzielle Schieflage geraten, auch weil sich die Entwicklung der C-Serie länger hinzog und teurer wurde als gedacht.

FLUGVERKEHR: Der irische Billigflieger Ryanair muss die Rolle von Europas grösster Fluggesellschaft für 2018 voraussichtlich wieder knapp der Lufthansa überlassen. Im abgelaufenen Jahr steigerte Ryanair die Zahl der Passagiere trotz zahlreicher Streiks und Flugausfälle zwar um acht Prozent auf 139.2 Millionen, wie das Unternehmen am Donnerstag in Dublin mitteilte. Die Lufthansa kam aber samt ihren Töchtern wie Eurowings schon in den ersten elf Monaten auf 132.4 Millionen Fluggäste. Selbst bei einem Nullwachstum im Dezember hätte sie damit 2018 die Marke von 141 Millionen Passagieren geknackt.

GASTRONOMIE: In China entbrennt ein Kampf um die Marktvorherrschaft in der Kaffeebranche. Der heimische Anbieter Luckin will dieses Jahr 2500 neue Geschäfte eröffnen und damit Platzhirsch Starbucks auf den zweiten Rang verdrängen. Insgesamt hätte das chinesische Startup dann 4500 Kaffeehäuser, der US-Konzern kommt auf 3600. Allerdings hat Starbucks im Dezember 2018 bereits angekündigt, seine Präsenz in China ausbauen zu wollen und die Anzahl seiner Läden in den nächsten vier Jahren auf rund 6000 in dann 230 Städten nahezu verdoppeln zu wollen. (sda/awp)

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